Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Nach Einnahme von Ecstasy-Pille im Krankenhaus

Keine KO-Tropfen im Spiel

ASCHAFFENBURG. Nachdem zwei Jugendliche am vergangenen Wochenende zunächst beteuert hatten, Unbekannte hätten ihnen sogenannte KO-Tropfen ins Getränk gemischt, kann die Aschaffenburger Kripo nun Entwarnung geben. Die Mädchen haben mittlerweile eingeräumt, selbst Drogen konsumiert zu haben. Offenbar aus Scham hatten sie dann die Schutzbehauptung mit den KO-Tropfen erfunden.

Der Besuch des Volksfestes endete für eine 17-Jährige und ihre ein Jahr jüngere Freundin am vergangenen Samstag, den 20.06.2015 in der Kinderklinik in Aschaffenburg. Die beiden Mädchen hatten den Ärzten gegenüber angegeben, im Festzelt wären sie von zwei Männern angesprochen worden.

Zudem äußerten sie den Verdacht, diese Unbekannten hätten ihnen KO-Tropfen ins Glas gegeben. Die Kripo Aschaffenburg nahm daraufhin sofort intensive Ermittlungen auf. Unter anderem wurden verschiedene Laboruntersuchungen eingeleitet.

Geschichte ausgedacht

Mittlerweile steht fest: Die beiden Jugendlichen haben sich die Geschichte nur ausgedacht. Tatsächlich hatten die jungen Damen sich gegen 21:30 Uhr auf dem Volksfest eine Ecstasy Tablette geteilt und eingenommen.

Die Wirkung der Droge hatten sie offenbar unterschätzt, denn statt den erwarteten euphorischen Rauschzuständen stellten sich Schwindelgefühl, erhöhte Pulsfrequenz und Angstzustände ein. Die Mädchen suchten deshalb Hilfe im Sanitätszelt und wurden von dort in die Kinderklinik gebracht.

Wohl aus Scham erfanden die beiden Mädchen dann die angebliche Erklärung für ihren Zustand. Auch der Polizei gegenüber wiederholten sie ihre Version von den KO-Tropfen, die ihnen ein Fremder in ihre antialkoholischen Getränke geträufelt habe.

Ermittlungsarbeit der Polizei in Gang gesetzt

Erst am Donnerstag gab eines der Mädchen in einer Vernehmung schließlich zu, dass sie und ihre Freundin gelogen hatten. Da die beiden auch die Polizei lange getäuscht hatten, erwartet die Jugendlichen neben einem Strafverfahren wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz nun auch ein weiteres wegen Vortäuschens einer Straftat.

Durch ihre falschen Angaben hatten die beiden Mädchen nicht nur eine enorme Ermittlungsarbeit der Polizei in Gang gesetzt, sondern auch eine teilweise Verunsicherung dahingehend ausgelöst, dass Unbekannte auf dem Volksfest KO-Tropfen in Gläser von Jugendlichen gegeben hätten.

Die Unterfränkische Polizei nimmt den Vorfall zum Anlass, erneut vor der unberechenbaren und gefährlichen Wirkung von Betäubungsmitteln und insbesondere auch Ecstasy zu warnen. Neben Angstzuständen und depressiven Stimmungen kann es auch bereits bei kleinster Dosis schon zu schwerwiegenden Komplikationen wie Herzversagen, Kreislaufkollaps oder Schlimmerem kommen.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Unterfranken.

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