Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Zu viele Optionen – das Luxusproblem einer Generation?

Ein Gastbeitrag von Jasmin

Ungewisse Zukunft

Kindergarten, Grundschule, Schulabschluss – Der Werdegang eines jeden Einzelnen scheint in gewisser Weise bereits von Geburt an festgelegt zu sein. Jedenfalls bis zu einem gewissen Punkt. Ist dieser Punkt – in meinem Fall das Abitur – dann irgendwann erreicht, finden sich viele mit der Frage nach dem „Was nun?“ wieder.

Nie hätte man sich erträumt, dass das so lange ersehnte Abitur – das eigentliche Endziel – welches doch immer noch Welten, ja wenn nicht sogar Galaxien entfernt lag, so plötzlich erreicht ist und einem die eigene, planlose Zukunft hämisch ins Gesicht grinst. Zu viele Optionen – das scheint nach wie vor das Luxusproblem unserer Generation zu sein. Die Welt liegt uns zu Füßen und scheint uns orientierungslosen Abiturienten ins Schienbein zu treten.

Traumjob schon gefunden?

Das Abitur, diese absurd große Hürde, die man während den Prüfungen am liebsten zu Kleinholz verarbeitet hätte, hat vielen die Sicht auf das Danach versperrt. Nun gehöre auch ich leider nicht zu den einigen wenigen, glücklichen, gesegneten, auserwählten Menschen, die schon im Alter von 8 Jahren den Fakt, dass sie später einmal Ärztin, Lehrerin, etc. werden wollen in jeglichen Freundschaftsbüchern der Klasse verbreiten und an diesem Wunsch auch noch nach der Überwindung ihrer Pubertät festhalten.

Auf meiner Liste diesbezüglich kann man den einzelnen Phasen meines Lebens eher die unmöglichsten Berufswünsche zuordnen. Um nur ein absurdes Beispiel anzubringen: Nach dem Besuch eines Naturkundemuseums und dem Anblick vieler schöner, glitzernder Steine, setzte ich mir doch tatsächlich in den Kopf Steinforscherin zu werden und war auch ganze 2 Wochen davon überzeugt, diesen Beruf(?) später einmal aufzugreifen. Noch heute darf ich mich stolze Besitzerin eines kleinen, rosa Glitzersteins nennen, den ich damals voller Freude entgegennahm. Um wieder die Kurve zum Abitur zu „kratzen“: Genau dieser leistete mir auf meiner gesamten Schullaufbahn gute Dienste als Glücksbringer mitten im Stifte-Wirrwarr meines Mäppchens. Vielleicht war der Besuch im Museum also doch noch zu etwas gut! Mein Abitur habe ich jedenfalls bestanden… Wobei wir also wieder beim Thema wären, wuhu!

Es dreht sich nur um das Eine: Den Werdegang

Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel, alle schienen ab Ende Juni letzten Jahres nur noch ein Thema zu kennen: meinen weiteren Lebensweg. Als gäbe es zwischen Krieg und Hunger auf der Welt nichts Wichtigeres. Natürlich könnte man diesen Fragen, die einem ja auch ohnehin schon selbst quälend im Kopf umherjagen, ganz einfach mit Onlinerecherchen, Beratungsgesprächen und Unibesuchen den Kampf ansagen. Oder man flieht eben. So wie ich. Ans andere Ende der Welt. Wieso auch nicht. Wenn schon, dennschon.

Vielleicht bringt Down Under, der Kontinent auf dem die Welt Kopf steht, auch mir den nötigen Denkanstoß.
Natürlich war dem nicht so. Auch diese aufregenden, glücklichen 6 Monate brachten nicht die erhoffte Erleuchtung. Die „school of life“ ließ unglücklicher Weise nicht den für mich perfekten Studiengang oder die passende Ausbildungsstelle in klaren, himmelblauen Buchstaben am erweiterten Horizont aufleuchten.

Das Kreuzfahrtschiff – Ihr seid nicht allein!

Mir wurde aber unter anderem bewusst, dass ich mit so vielen anderen im selben Boot sitze, dass es sich schon um ein Kreuzfahrtschiff handeln muss, was einer der Gründe ist, wieso ich mich entschieden habe diesen Artikel hier zu verfassen! Ihr seid nicht allein, Leute!

Bis zum heutigen Tag, bin ich mir nicht sicher, wo mich das Leben einmal hinführen wird. Aber möglicher Weise ist gerade das auch das Spannende, der Kick des Ungewissen. Vielleicht entscheide ich mich ja nach dem Verfassen dieses Textes, Journalismus zu studieren und werde die nächste Carrie Bradshaw. Wer weiß das schon?

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen oder sogar anstacheln – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@wuerzburgerleben.de.

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