Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Würzburg – eine Stadt mit Herz

Ein Gastbeitrag von Manuel

Waschmaschine kaputt, Rente zu gering

Eines späten Abends Ende April trat ein Rentner aus dem Würzburger Stadtteil Grombühl in der Facebook-Gruppe „Fair-Teiler Würzburg“ wegen einer Notsituation mit der Würzburger Community in Kontakt. Er hat eine sehr geringe Rente und seine Waschmaschine hatte leider den Geist aufgegeben. Er bat die Würzburger Community daher um Rat und Unterstützung, eine gebrauchte und günstige Waschmaschine aufzutreiben, doch was dann folgte ist unglaublich.

„Eine Waschmaschine für Camillo

Bereits 12 Stunden später, nach etlichen Vorschlägen eine neue oder gebrauchte Waschmaschine zu finden, die im Budget des Rentners liegt, schlug ein Mitglied des Fair-Teilers vor, einen Zehner beizusteuern. Diesen Vorschlag fanden auch einige weitere User sinnvoll und wollten mit einer kleinen Spende Hilfe leisten. 24 Stunden nach dem „Hilferuf“ des Rentners wurde zu diesem Zweck vom Fair-Teiler-Mitglied „Chili Head“ die Spendengruppe „Eine Waschmaschine für Camillo“ ins Leben gerufen, in welcher sich binnen einer Woche insgesamt 32 Würzburger bereit erklärten, dem Rentner bei der Beschaffung einer neuen Waschmaschine finanziell auszuhelfen.

Damit der Rentner während der Dauer der Spendenaktion noch waschen konnte, wurde die alte Waschmaschine zunächst vom Initiator und Organisator der Spendenaktion an der Ursache repariert. Es war aber klar, dass dies keine endgültige Lösung darstellen konnte. Im Laufe des Monats Mai wurden die Gelder gesammelt und verwaltet. Zudem kamen noch vier weitere Spender in die Gruppe und leisteten ihren Beitrag zur Mithilfe. Letztendlich konnte ein Betrag von 295€ für eine neue Waschmaschine gesammelt werden. Anfang Juni wurde dann zu guter letzt eifrig nach einer günstigen neuen Waschmaschine gesucht, welche in Qualität und Leistung den Wünschen und Ansprüchen entsprach und so konnte der Kauf der neuen Waschmaschine schließlich letzte Woche in die Tat umgesetzt werden. Der Rentner bedankte sich in der Spendengruppe herzlichst für die Unterstützung von 36 helfenden und spendenden Menschen.

Rentner Karl-Heinz bedankt sich bei allen Beteiligten

Zitat von Karl-Heinz: „Ich möchte mich herzlichst bei Allen für Eure Mithilfe und Unterstützung bedanken, dass ich wieder waschen kann. Auch für das Organisieren, dass alles reibungslos ablief, möchte ich mich bei Chili und Uwe bedanken. Ich bin glücklich und schön, dass es Euch gibt.“

Diese Offenherzigkeit kann wirklich ein Beweis dafür sein, dass es in Würzburg an Hilfsbereitschaft nicht mangelt und Würzburg somit zu Recht eine „Stadt mit Herz“ ist.

Fragen an Uwe

Wie lief diese Spendenaktion ab? Ich habe dem Fotografen und Mitverantwortlichen der Spendenaktion – Uwe Diezel – einige Fragen gestellt.

Manu: Wie kam es zu der Idee eine Spendenaktion ins Leben zu rufen?

Uwe: Karl-Heinz hatte [Ende April] ein Problem mit seiner Waschmaschine in den Fair-Teiler Würzburg gestellt und nach etlichen Hilfen ist dann Chili mal bei ihm vorbeigefahren. Das Problem war dann eigentlich nicht die Waschmaschine selbst, sondern die Steckdose an der diese angeschlossen war. Chili hat dann aber festgestellt, dass die Waschmaschine schon uralt und ein Strom- und Wasserfresser ist und dann ist die Sache irgendwie angelaufen. Sozusagen ein Selbstläufer, aus der sich dann die Gruppe „Eine Waschmaschine für Camillo“ gebildet hat.

Manu: Wie beziehungsweise wo wurde auf diese Spendenaktion aufmerksam gemacht?

Uwe: Soweit ich mich erinnern kann wurde die Gruppe von Chili gegründet und im Fair-Teiler Würzburg veröffentlicht.

Manu: Wie war der zeitliche Verlauf der Spendenaktion?

Uwe: Lange. Alles in allem sechs bis acht Wochen, glaube ich.

Manu: Wie/wo/wann wurde die Waschmaschine ausgesucht, wer hat diese angeschlossen, was ist mit der Alten passiert?

Uwe: In der Spendengruppe sind über den ganzen Zeitraum ein paar Angebote gekommen. Ausschlaggebend war, dass ich am 18.06. eine Anzeige gesehen und einen Screenshot der Waschmaschine in die Spendengruppe online gestellt habe. Da es sich dabei um eine Markenmaschine gehandelt hat, haben wir dann Nägel mit Köpfen gemacht. Chili hat diese dann in der Filiale in der Domstraße telefonisch reservieren lassen und ich habe die Waschmaschine in Lengfeld abgeholt und bezahlt. Chili und ich haben uns dann noch für denselben Tag verabredet und sind zu Karl-Heinz nach Grombühl gefahren. Dann haben wir die alte Maschine demontiert und auslaufen lassen, die Neue aufgestellt, angeschlossen und Probe laufen lassen. Die alte Waschmaschine habe ich dann mitgenommen und am nächsten Tag zur Entsorgung in die Gattingerstraße gebracht.

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen oder sogar anstacheln – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@wuerzburgerleben.de.

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