Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Infoveranstaltung: „Was man über den Islam wissen sollte“

„Der Islam gehört zu Deutschland“

„Der Islam gehört zu Deutschland. Spätestens mit dem Zuzug von Gastarbeitern seit den 1960er Jahren ist dem so“, schreibt der SPD-Landtagsabgeordnete Georg Rosenthal in einer Pressemitteilung. Doch damit sei es nicht getan. Vielmehr herrsche in der deutschen Mehrheitsgesellschaft noch immer breites Unwissen über die Religion aus dem Nahen Osten.

Vorurteilsbeladenes Denken

„Wir haben zuletzt bei den Demonstrationen des Pegida-Ablegers Wügida deutlich gesehen, wie wichtig es ist, Ressentiments und Fehlinformationen entgegenzuwirken“, stellte der SPD-Landtagsabgeordnete Georg Rosenthal zu Beginn der Informationsveranstaltung „Was man über den Islam wissen sollte“ mit der Würzburger Religionswissenschaftlerin Dagmar Fügmann fest.

Von den antiislamischen Demonstrationen rede heute keiner mehr, ergänzte Rosenthal vor gut 150 interessierten Bürgern in der Sing- und Musikschule Rottendorf. Allerdings sei das vorurteilsbeladene Denken der Unterstützer weiterhin in der Bevölkerung präsent. Die Veranstaltung, zu der Rosenthal eingeladen hatte, ging auf eine Initiative des SPD-Ortsvereins Rottendorf zurück.

Klare Grenzen

In ihrem Vortrag trat Dagmar Fügmann in der Bevölkerung verbreitetem, aber gefährlichem Halbwissen entgegen, betonte aber auch, wie wichtig es ist, mit Muslimen über den Islam zu sprechen. Sie habe selber gute Erfahrungen damit gesammelt, statt „Wischi-Waschi-Diskutierereien“ zu führen, auch mal „klare Grenzen“ zu ziehen. „Beide Seiten, Muslime wie Nicht-Muslime, kommen damit oft besser zurecht“, sagte sie.

Fügmann legte einen Schwerpunkt auf die Klärung von Begriffen, die in der öffentlichen Diskussion zum Thema Islam im Mittelpunkt stehen, aber häufig missverständlich verwendet werden, wie etwa Scharia oder Dschihad. Dabei stellte sie fest, dass es im Islam eine lange Tradition der Auslegung des Koran gibt.

Die Frau als eigenständiges Rechtssubjekt

Diese zu ignorieren und wissenschaftliche Formen der Textauslegung auszublenden, sei eine der Quellen für radikale Strömungen des Islam. Besonders verblüffte das Publikum, dass bereits im siebten Jahrhundert die Frau als eigenständiges Rechtssubjekt erscheint. Für das christliche Abendland sei dies noch lange nicht selbstverständlich gewesen.

Der integrationspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Arif Tasdelen, selber aufgewachsen an der syrischen Grenze in der Türkei, verwies auf ein Integrationsgesetz, das die Landtagsfraktion im Parlament auf den Weg gebracht hat. Auch betrachtet er die Abschaffung der Sargpflicht auf bayerischen Friedhöfen aus Rücksichtnahme auf die religiösen Gefühle und Regeln der Muslime als eine vordringliche Aufgabe.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Abgeordnetenbüros von Georg Rosenthal MdL

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