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Hochschulwahlen – Tausende Studierende zeigen Desinteresse

Elite von morgen hat keine Lust zu wählen

27.955 Studierende der Uni Würzburg haben das Recht ihre Interessen mitzuteilen. Etwa 24.000 werden voraussichtlich – betrachtet man die Wahlbeteiligung der letzten Jahre – lieber darauf verzichten. Sie sitzen tagtäglich in Vorlesungssälen, lernen, forschen, verbringen die meiste Zeit in den Räumen der Universität. Sie sind danach bestrebt die Elite von morgen zu werden und unterliegen dabei den Beschlüssen des Senats. Trotzdem haben Studierende von heute scheinbar keine Lust ihren Willen zu äußern und mitzubestimmen, wer ihre Interessen im Senat vertreten soll.

Wahlbeteiligung liegt bei 15 Prozent

Lediglich um die 15 Prozent betrug die Wahlbeteiligung der Studierenden bei den Hochschulwahlen in den letzten Jahren, 2013 nutzten sogar nur 13,8 Prozent ihr Wahlrecht. Dabei geht es doch eigentlich nur darum die eigene Stimme in Form eines Kreuzchens auf dem Wahlzettel abzugeben. Aber wieso nehmen dann eigentlich so wenige Studierende an den Wahlen teil? Viele scheint es entweder nicht zu interessieren, wer ihre Interessen vertritt und repräsentiert oder sie sind der Meinung, Hochschulwahlen bringen sowieso nichts. Anderen wiederum ist die Wahl zu umständlich. Überraschend ist auch, dass einige einfach zu wenig informiert über die Wahlen und generell über die Hochschulpolitik sind.

Keine Infos? Wenig Einfluss?

„Ich werde wahrscheinlich nicht wählen. Ich wusste auch gar nicht, dass es das gibt“, antwortet eine Studentin der Zahnmedizin im 2. Semester auf unsere Frage, ob sie denn dieses Jahr an den Hochschulwahlen teilnehmen wird. Sie habe sich nicht damit beschäftigt. Auch ein Würzburger Chemiestudent sagt deutlich „nein“. „Ich habe mich nicht ausreichend informiert, obwohl ich es vielleicht tun sollte“, lautet seine Antwort. Eva Tina Woll, die bisherige Vertreterin der Studierenden im Senat ist der Meinung, dass es mehr Gelegenheit für Studierende geben sollte, sich informieren zu können, sei es durch Info-Stände oder durch Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen in der StuV.

„Ich persönlich finde es sehr schade, dass so viele Studierende auf ihr Wahlrecht verzichten. Ich bin davon überzeugt, dass mit einer höheren Wahlbeteiligung die konstruktiven Kräfte und damit die politische Mitte der Studierenden besser vertreten werden könnte“, bedauert die Studierendenvertreterin und begründet die geringe Wahlbeteiligung aus ihrer Sicht:

„Meine naheliegenste Vermutung ist, dass dies auf eine gewisse Hochschulpolitikverdrossenheit zurückzuführen ist. Diese resultiert möglicherweise daraus, dass zum einen zu wenig des hochschulpolitischen Geschehens dem Großteil der Studierenden zur Kenntnis gelangt und zum anderen unserer Studierendenparlament (d.h. der Studentische Konvent) und unsere Studierendenvertretung insgesamt im Allgemeinen nur verhältnismäßig wenig ‚Macht‘ und Einfluss auf das tatsächliche Geschehen hat. Zudem muss der Zeitfaktor bedacht werden. Die Hochschulwahlen sind zumindest dieses Jahr Ende Juni, also bereits in einem Zeitraum, in welchem viele Studierende in der Lernphase für ihre Klausuren sind und deshalb auch wenig Nerven für die Hochschulwahl haben.“

Zwei vertreten Meinung von 28.000

Dass es im Senat lediglich zwei Sitze für die Vertreter der Studierenden gibt ist die eine Sache. Die andere ist, dass es diese zwei Vertreter – wie im vergangenen Jahr – aufgrund der geringen Wahlbeteiligung mit nur ca. 1.000 Stimmen in den Senat schaffen und somit während der Amtszeit die Interessen von 25.000 Studierenden (im letzten Jahr) vertreten, obwohl sie von nur 4 Prozent der Wahlberechtigten aktiv unterstützt werden. Ob das repräsentativ ist, braucht man sich an dieser Stelle gar nicht fragen. Wer jedoch nicht wählen geht, darf sich natürlich auch nicht wundern, dass ihm Beschlüsse und Entscheidungen, die im Senat getroffen werden nicht immer schmecken.

Senat, Fakultätsräte & Co.

Am 30. Juni 2015 finden die nächsten Hochschulwahlen statt. Zum einen wird gewählt, wer in den Senat kommt. Der Senat ist neben dem Universitätsrat das wichtigste Gremium der universitären Selbstverwaltung und besteht aus insgesamt 10 Mitgliedern. Sechs der Mitglieder sind gewählte Professoren, zwei Sitze gibt es für die Vertreter der Studierenden und jeweils einen für einen Vertreter der Wissenschaftlichen Mitarbeiter und der sonstigen Beschäftigten. Außerdem werden Fakultätsräte, Fachschaftsvertretungen sowie der Studentische Konvent neubesetzt.

Vor Ort oder per Briefwahl

Mal sehen, ob sich dieses Jahr ein paar Studenten mehr in die Wahllokale begeben werden, die übrigens hier zu finden sind. Für alle, die am 30. Juni aus diversen Gründen verhindert sein sollten, gibt es dieses Jahr zudem die Möglichkeit der Briefwahl. Den Antrag auf die Übersendung der Unterlagen sollte bis zum 16. Juni 2015 um 16 Uhr beim Wahlleiter eingehen. Nehmt Ihr die Wahlunterlagen persönlich entgegen, könnt Ihr den Antrag auf Briefwahl bis zum 23. Juni 2015 um 16 Uhr stellen. Der Wahlbrief sollte den Wahlleiter dann spätestens am 30. Juni 2015 um 17.30 Uhr erreichen. Mehr dazu erfahrt ihr hier.

Service für Studis

Alles rundum die Uni Würzburg bekommen Studierende übrigens in der Uni Würzburg Facebook-Gruppe mit. Hier könnt Ihr Euch mit Kommilitonen, aber auch mit Studierenden anderer Studiengänge austauschen. Außerdem halten wir Euch über aktuelle News aus dem Campus auf dem Laufenden.

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