Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Neue Ausstellung: Explore the Wild

Heimische Tiere

Heimische Tiere in ihren natürlichen Lebensräumen zeigt eine neue Ausstellung im Didaktikzentrum der Uni Würzburg. Konzipiert von Studierenden, wendet sie sich in erster Linie an angehende Biologielehrerinnen und –lehrer. Zu bestimmten Zeiten ist sie allerdings auch für alle Interessierten geöffnet.Die Ausstellung „Explore the Wild“ ist zu sehen im ersten Stock des Didaktik- und Sprachenzentrums der Universität Würzburg auf dem Campus Hubland Nord, Matthias-Lexer-Weg 25. Für alle Interessierten ist sie momentan und bis zum 31. August zu folgenden Zeiten geöffnet: Dienstag von 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr und Mittwoch von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr. Vom 1. September an ist sie zusätzlich zu den regulären Öffnungszeiten der M!ND-Ausstellung TouchScience@M!ND geöffnet: Mittwoch, Samstag und Sonntag von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Angehende Lehrkräfte

Die Ausbildung angehender Lehrkräfte verknüpfen mit einer gewissen Öffentlichkeitswirksamkeit: Diese Idee steckt nach den Worten von Dr. Thomas Heyne hinter der neuen Ausstellung „Explore the Wild“ der Fakultät für Biologie der Universität Würzburg. Heyne ist Leiter der Fachgruppe Didaktik Biologie, die für die Ausstellung verantwortlich zeichnet. Im Rahmen eines kleinen Festakts hat er jetzt zusammen mit der Projektverantwortlichen Dr. Sabine Gerstner die Ausstellung offiziell eröffnet.

Sieben Vitrinen

In insgesamt sieben großen Vitrinen können die Besucher dort in Deutschland heimische Tiere – von Biber und Fuchs über Bussard, Karpfen und Molch bis zum Regenwurm – in ihrer natürlichen Umgebung betrachten. Dargestellt sind dabei typische Lebensräume wie Feldrand, Wald, Auenlandschaft und Gewässer. Interaktive Touchscreens liefern zusätzliche Informationen zur jeweiligen Tierart, beispielsweise über Vorkommen, Jagdgewohnheiten, Paarungsverhalten und Gefährdung durch den Menschen. Fragen am Ende jedes Kapitels und ein Quiz bieten die Möglichkeit, das eigene Wissen zu testen.

Praktische Erfahrung

„‚Explore the Wild‘ richtet sich in erster Linie an Lehramtsstudierende der Universität Würzburg, die das Fach ‚Biologie‘ gewählt haben“, erklärt Sabine Gerstner. Wenn Schulklassen in den Lehr-Lern-Laboren des Didaktikzentrums zu Besuch sind, können die angehenden Lehrkräfte beispielsweise mit den Schülern Aufgaben in der Ausstellung bearbeiten und dabei wichtige praktische Erfahrungen für ihr späteres Berufsleben sammeln. Außerdem können sie die Touchscreens ständig mit neuen Informationen „füttern“ und sich dabei mit der Frage auseinandersetzen, wie sie bestimmte Themen pädagogisch adäquat aufbereiten.

Klassische Biologie

Als eine „Verschmelzung von neuen mit klassischen Medien der Biologie“ bezeichnet Gerstner das Konzept der Ausstellung, ausgestopfte Tierpräparate mit interaktiven Touchscreens zu kombinieren. Wer glaubt, dass solch präparierte Tiere im heutigen Unterricht nicht mehr zeitgemäß seien, irrt – erklärt Thomas Heyne. Schließlich legen die neuen kompetenzorientierten Lehrpläne Wert auf Themen wie Naturschutz, Umweltorientierung und Ökologie. Dies zeigt die Berechtigung und Wichtigkeit dieser Themen im Vergleich zu anderen Bereichen wie beispielsweise der Genetik und Mikrobiologie. Für Heyne lautet der Schluss aus dieser Gewichtung: „Wir müssen vor allem auch wieder die klassische Biologie vorantreiben“.

Projekt zweier Studierender

Im Wesentlichen zwei Studierenden ist die neue Ausstellung zu verdanken: Sina Schneeberger und Mark Wright. Die beiden studieren Biologie für das Lehramt am Gymnasium und haben für ihre Bachelorarbeit – die bis vor Kurzem noch Zulassungsarbeit hieß – sowohl die Vitrinen bestückt als auch die digitalen Informationen aufbereitet. Dabei haben sie in wochenlanger mühseliger Kleinarbeit „akribisch jeden Strohhalm einzeln per Hand in die Vitrinen eingesetzt“, wie Sabine Gerstner anerkennend betont.

Viel Akribie

Tatsächlich ist der Aufwand, den die beiden betrieben, kaum zu ermessen. Schließlich musste jedes Stück Natur sorgfältig präpariert werden, damit es in der Vitrine nicht schon nach kurzer Zeit verfault, verschimmelt oder zu Staub zerfällt. „Wir haben beispielsweise jedes Blatt einzeln vom Ast entfernt, in einem Herbarium getrocknet und anschließend mit Kleber wieder an dem Ast befestigt“, schildert Mark Wright die Arbeit. „Weil die meisten Pflanzen nach dem Trocknen aber deutlich an Farbe verloren hatten, mussten wir ihnen zusätzlich mit dem passenden Anstrich wieder ein natürliches Aussehen verleihen“, ergänzt Sina Schneeberger.
Und bisweilen mussten die beiden Studierenden auch zu einem Trick greifen: Die Regenwürmer, die der Maulwurf in seiner unterirdischen Vorratskammer sammelt, sind selbstverständlich keine ausgestopften Exemplare aus der Natur. „Die haben wir im Süßigkeiten-Regal entdeckt und mit ein wenig Sprühlack haltbar gemacht“, schildert Sina Schneeberger mit einem Lächeln.

Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung der Uni Würzburg.

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