Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Fruktoseintoleranz – Welche Zuckerarten sind verträglich?

Zuckerfrei nicht gleich fruktosefrei

Ist Euch beim Einkaufen im Supermarkt auch schon aufgefallen, dass immer mehr Produkte damit werben, zuckerfrei zu sein? Egal ob Joghurt, Müsliriegel oder Süßgetränke, überall steht fett gedruckt „Ohne Zusatz von Zucker“ drauf. Stattdessen enthalten diese Lebensmittel Isomalt, Cyclamat, Xylit und andere mysteriöse Stoffe. Wer an einer Intoleranz oder Allergie leidet, ist es bereits gewohnt, bei jedem Produkt die Inhaltsstoffe zu checken, bevor es im Einkaufskorb landet. Wer an einer Laktoseintoleranz leidet, sollte den in Milch enthaltenen Zucker Laktose vermeiden. Komplizierter wird es dagegen bei einer Fruktoseintoleranz. Welche Süßungsmittel bei dieser Art von Unverträglichkeit gut bzw. weniger gut geeignet sind, welche Alternativen es gibt und wo Ihr diese in Würzburg finden könnt, stellen wir Euch hier vor.

Auf normalen Zucker verzichten

Die wohl bekannteste Zuckerart ist Saccharose. Gemeint ist der ganze normale Zucker, wie man ihn in jedem Haushalt findet. Dieser wird aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr gewonnen. Haushaltszucker besteht zu gleichen Teilen aus Glukose und Fruktose, also Traubenzucker und Fruchtzucker. Wer an einer Fruktoseintoleranz leidet, sollte Zucker weitgehend vermeiden, wobei die Toleranzgrenze bei jedem anders ist. Das Problem: Zucker ist in sehr vielen industriell hergestellten Lebensmitteln enthalten, auch da wo wir es oft gar nicht vermuten. Meist hilft nur eine radikale Umstellung der Ernährung.

Traubenzucker – Eine gute Alternative

Traubenzucker, auch Glukose oder Dextrose genannt, ist ein Monosaccharid und enthält keinerlei Fruktose. Dadurch bietet er eine gute Alternative zum normalen Zucker. Bei der Zubereitung von Süßspeisen oder süßen Backwaren könnt Ihr den normalen Zucker ganz einfach durch Traubenzucker ersetzen. Dabei müsst Ihr allerdings beachten, dass Glukose von Natur aus eine geringere Süßkraft hat. Das Verhältnis liegt bei etwa 1 zu 3. Sind also im Rezept 100 Gramm Zucker angegeben, solltet Ihr etwa 140 Gramm Traubenzucker verwenden, um die gleiche Süßkraft zu erreichen. Traubenzucker findet Ihr in praktischen 500 Gramm-Packungen in fast allen Supermärkten in Würzburg (zum Beispiel im Edeka, Tegut oder Kupsch).

Reissirup – Milde Süße

Reissirup sieht aus wie Honig und wird, wie der Name schon sagt, aus Reis gewonnen. Dazu wird Reismehl gekocht und zu Sirup eingedickt. Im Gegensatz zu anderen Siruparten wie z.B. Ahornsirup ist Reissirup fruktosefrei und damit bei einer Unverträglichkeit gut zum Süßen geeignet. Er hat ein mildes Aroma und schmeckt nicht so pappsüß wie andere Siruparten. Dadurch kann man ihn gut zum Backen und Kochen verwenden. Wie auch beim Traubenzucker sollte hier auf das Verhältnis geachtet werden, denn Reissirup hat nur etwa 50 Prozent der Süßkraft von normalem Zucker. Für die gleiche Süße werden bei 100 Gramm Zucker also 200 Gramm Reissirup benötigt. Den Sirup bekommt Ihr im Reformhaus in Würzburg, in einigen Bioläden, aber auch bei der Drogerie Müller.

Aspartam, Cyclamat und Co.

In der Lebensmittelindustrie werden Süßstoffe immer häufiger eingesetzt, da sie quasi keine Kalorien haben, aber trotzdem eine hohe Süßkraft besitzen. Süßstoffe werden beispielsweise in vielen Light- und Zero-Getränken verwendet. Bei einer Fruktoseintoleranz sind Süßstoffe in der Regel gut verträglich, allerdings gibt es die meisten nicht einfach so im Laden zu kaufen, sondern stecken in vielen Nahrungsmitteln. Damit Ihr beim nächsten Einkauf wisst, was hinter den Begriffen steckt, hier eine kleine Übersicht der wichtigsten Süßstoffe:

  • Acesulfam (130 bis 200-fache Süßkraft von Zucker (v.Z.)
  • Aspartam (200-fache Süßkraft v.Z.)
  • Cyclamat (30 bis 50-fache Süßkraft v.Z.)
  • Saccharin (300 bis 500-fache Süßkraft v.Z.)
  • Sucralose (600-fache Süßkraft v.Z.)
  • Thaumatin (2.000 bis 3.000-fache Süßkraft v.Z.)

Die Wunderpflanze Stevia

Stevia ist eine süß schmeckende Pflanze aus Südamerika, die weltweit als Süßungsmittel eingesetzt wird. Der Süßstoff ist 300-mal süßer als normaler Zucker und hat trotzdem kaum Kalorien. Zudem ist Stevia von Natur aus fruktosefrei! Lediglich der Geschmack ist etwas gewöhnungsbedürftig. Wenn Ihr Stevia zum Kochen oder Backen verwendet, solltet Ihr jedoch gut aufpassen bei der Dosierung, denn 100 Gramm Zucker lassen sich durch nur 0,3 Gramm konzentriertes Steviosidpulver ersetzen – also am besten mit der Messerspitze dosieren! Stevia gibt es glücklicherweise mittlerweile auch in Würzburg in fast allen größeren Supermärkten zu kaufen, zum Beispiel bei Tegut, Edeka oder Rewe.

Zuckeraustauschstoffe meiden

Zuckeraustauschstoffe werden auch als Zuckeralkohole bezeichnet. Sie sind in vielen industriell hergestellten Produkten enthalten, die als zuckerfrei gekennzeichnet sind. So zum Beispiel in Kaugummis und Zahnpasta! Menschen mit einer Fruktoseintoleranz sollten von Lebensmitteln mit Zuckeraustausstoffen besser die Finger lassen, denn sie hemmen die Aufnahme von Fruchtzucker noch weiter.

Zuckeraustauschstoffe

Die wichtigsten Zuckeraustauschstoffe sind:

- ANZEIGE -