Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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ERC-Grant für Martin Eilers

Krebsforschung

Tumoren des Nervensystems: Darum geht es in einem neuen Projekt des Würzburger Krebsforschers Martin Eilers. Der Europäische Forschungsrat hat ihm dafür einen „Advanced Grant“ in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro verliehen. Der Biochemiker Professor Martin Eilers (54) erforscht an der Universität Würzburg die Veränderungen, die normale Körperzellen zu aggressiven Krebszellen werden lassen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt seit Jahren auf den Myc-Proteinen: „Wir wissen, dass sie an der Entstehung fast aller Tumoren beteiligt sind“, sagt der Professor.

Myc-Proteine

In gesunden Zellen binden sich die Myc-Proteine ans Erbgut und aktivieren bestimmte Gene. In Tumorzellen aber liegen sie in einer „Überdosis“ vor und bringen die Verhältnisse aus den Fugen: Sie schalten dann ganz andere Gene an als in normalen Zellen – und das hat fatale Folgen, denn es befeuert das Wachstum der Krebszellen. Könnte man die Myc-Proteine bremsen oder ausschalten, würden sich daraus vielleicht neue Therapien für Krebspatienten ergeben. Ein Problem dabei: „Wir wissen bislang nicht, wie die Myc- Proteine genau funktionieren und warum gerade sie bei der Krebsentstehung eine so große Rolle spielen“, sagt Eilers.

Neues Projekt

In einem neuen Projekt konzentriert sich Eilers auf eine Untergruppe der Myc-Proteine, die neuronalen Myc-Proteine. Diese verursachen Tumoren des Nervensystems, zum Beispiel Neuroblastome – lebensgefährliche Geschwulste, die sich vor allem im Bauch entwickeln – oft bei sehr kleinen Kindern. Die neuronalen Myc-Proteine müssen sich erst mit einem anderen Protein (Aurora A) verbinden, um ihre unheilvolle Wirkung entfalten zu können. „Das Aurora-Protein lässt sich hemmen, man kennt entsprechende Wirkstoffe, die in den USA auch schon getestet werden“, sagt Eilers. Trotzdem weiß man immer noch nicht, warum die neuronalen Myc-Proteine Aurora als Partner brauchen. Genau das will der Professor herausfinden.

2,5 Millionen Euro

Sein Vorhaben kann Eilers mit einem „Advanced Grant“ des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC) in Angriff nehmen. Der ERC vergibt diese Grants nach einem strengen Auswahlverfahren an etablierte Spitzenwissenschaftler in Europa. Eilers bekommt für sein Projekt „AuroMyc“ 2,5 Millionen Euro. Damit werden auch drei neue Wissenschaftlerstellen in seinem Team finanziert. Als Partner hat der Würzburger Biochemiker Professor Richard Bayliss von der Universität Leicester (England) mit ins Boot geholt: „Die Kollegen dort sind Experten für Aurora, wir in Würzburg sind Experten für Myc.“

Renommierte Wissenschaftspreise

Die ERC-Grants sind die renommiertesten europäischen Wissenschaftspreise. Sie sind sehr hoch dotiert und ermöglichen es den Preisträgern, aufwändige Projekte anzugehen. Der Forschungsrat vergibt die Grants seit 2008 in verschiedenen Kategorien. Für „aussichtsreiche Nachwuchsforscher“ gibt es die Starting Grants, für „besonders aussichtsreiche Forschungstalente“ die Consolidator Grants und für „etablierte Spitzenwissenschaftler“ die Advanced Grants.

Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung der Uni Würzburg.

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