Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Was sucht das illegale Halluzinogen DIMETHYLTRYPTAMIN an diesen Fenstern?

DIMETHYLTRYPTAMIN

Sobald es dunkel ist, erkennt man in den Fenstern des linken Gebäudes vor dem Dom, das Kilianihaus, die in neonblau illuminierten großen Lettern: DIMETHYLTRYPTAMIN. Laut Wikipedia ist DMT ein halluzinogenes Tryptamin-Alkaloid, das in etlichen Pflanzen, in den Hautdrüsensekreten der Aga-Kröte sowie auch in Spuren im Menschen zu finden ist. In Deutschland wird es im Betäubungsmittelgesetz unter „nicht verkaufsfähig“ geführt, der Umgang ohne Erlaubnis ist strafbar.

Pseudohalluzinationen

Konsumiert man DMT, führt das zu teils ausgeprägten Veränderungen visuellen Erlebens. Man bleibt sich wohl der Tatsache bewusst, dass man berauscht ist und unterliegt nicht wirklich einer halluzinierten Sinnestäuschung, wohl aber einer sogenannten Pseudohalluzination, die bei hoher Dosierung andere Wirklichkeiten „real“ erleben lässt. Etwas verblümter wird Dimethyltryptamin auch als „spiritual molecule“, das „Wahrnehmungsmolekül“ bezeichnet.

Drogen, Kirche, Kunst?

Worin besteht aber nun der Zusammenhang zwischen DMT, Würzburg und der Tatsache, dass es an Fenstern der Diözese Würzburg zu sehen ist? Aus einer Pressemitteilung des Bischöflichen Ordinariats geht hervor, dass es sich bei den illuminierten Buchstaben um eine von drei Installationen des schweizer Bildhauers Kerim Seiler handelt, die auf die Ausstellung  „Signalwege“ aufmerksam machen soll, die am 22. Mai im Rudolf-Virchow-Zentrum auf dem Gelände des Universitätsklinikums eröffnet wurde.

Kunst im Virchowzentrum und Innenstadt

Das bundesweit renommierte Projekt soll Kunst, Wissenschaft und Glaube verbinden. So trifft man auf kristallartige Formen im Atrium des Virchowzentrums. Bei genauem Hinsehen, soll man zellulare Signalwege und Proteinstrukturen (hier wohl auch die Verbindung zum DMT) künstlerisch dargestellt, erkennen.

 

Künstlerin Ulla von Brandenburg gestaltete im Rahmen des Kunstprojekts, zum Beispiel auch den historischen Hörsaal der Alten Chirurgie um.

Aber auch außerhalb des Klinikgeländes findet man Kunst, die zur Ausstellung gehört, wie zum Beispiel die bunt gestaltete Bank am Grab von Walther von der Vogelweide hinter dem Dom.

 

Organisiert und zum großen Teil finanziert hat die Ausstellung das Bistum Würzburg. Anlass ist das 50. Jubiläum des 2. vatikanischen Konzils.

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