Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Auch die „Cloud“ ist kein rechtsfreier Raum

Datenspeicherung

Das „Internet der Dinge“, „Industrie 4.0“ und ähnliche Konzepte haben gemein, dass große Mengen von sensiblen Daten dezentral im Internet, in der so genannten „Cloud“ gespeichert und verarbeitet werden. Die rechtlichen Herausforderungen und mögliche Lösungen loten nun Würzburger Juristen aus. Der Begriff Cloud Computing umschreibt eine große Menge an Dienstleistungen und Produkten. Viele davon nutzen Privatpersonen und Unternehmen bereits täglich ¬– oft sogar, ohne es zu wissen. Allgemein versteht man darunter das Speichern von Daten in einem entfernten Rechenzentrum, aber auch die Ausführung und Nutzung von Softwareprogrammen, die nicht auf dem lokalen PC, sondern eben entfernt in der Cloud vorhanden sind.

250.000 Euro Projekt

Bei der Nutzung dieser Dienste ergeben sich eine Vielzahl von rechtlichen Fragen. Es geht dabei um Datenschutz und Speicherorte, strafrechtliche Aspekte und in Teilen auch um das Wettbewerbsrecht. Viel bedeutender aber: Aufgrund der internationalen Datenverbindungen und verschiedener rechtlicher Rahmenbedingungen in einzelnen Ländern kann es zu Konflikten kommen. Diese Konflikte vorauszusehen und juristisch Lösungen zu erarbeiten, bevor es zu spät ist: das ist das Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 250.000 Euro geförderten Projekts „Sicheres Cloud Computing – Rechtliche Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten (SCC-jur)“. Es ist angegliedert an die Forschungsstelle „Robotrecht“ von Professor Eric Hilgendorf, Lehrstuhlinhaber für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtstheorie, Informationsrecht und Rechtsinformatik.

Begutachtung und Zertifizierung

In einem ersten Schritt begutachtet Hilgendorf, der gemeinsam mit Professor Frank Schuster vom Lehrstuhl für Strafrecht das Projekt leitet, die bestehenden technischen Ideen: Gibt es bei den Dienstleistungen und Produkten Punkte, die nicht mehr rechtskonform sind oder haftungsrechtliche und datenschutzrechtliche Aspekte tangieren? „Wir sind sozusagen beauftragt, in die Zukunft zu blicken: Wo könnten später einmal Probleme entstehen und was könnten Lösungsvorschläge sein“, sagt Jurist Hilgendorf. Diese Begutachtung soll zudem zur Entstehung einer Art Checkliste mit relevanten juristischen Fragen führen, anhand derer Unternehmen zukünftige Projekte leicht überprüfen können. Dies könnte auch in eine Zertifizierung münden.

Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung der Uni Würzburg.

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