Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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IHK vergibt Universitäts-Förderpreis 2015

Bioabbaubare Biomaterialien

Seit über dreißig Jahren fördert die mainfränkische Wirtschaft innovative Forschungsprojekte an der Universität Würzburg. Ziel ist, Wissenschaft und Wirtschaft näher zusammen zu bringen und Innovationen zur Anwendung zu verhelfen. In diesem Jahr unterstützt die IHK Professor Dr. Robert Luxenhofer bei seinem Projekt: „Neue bioabbaubare Biomaterialien“.

35.000 Euro

IHK-Präsident Otto Kirchner überreichte Robert Luxenhofer, Inhaber der Professur für Polymere Funktionswerkstoffe am Lehrstuhl für Chemische Technologie der Materialsynthese in der Fakultät für Chemie und Pharmazie, im Beisein des Universitätspräsidenten Professor Dr. Alfred Forchel, des Kanzlers der Universität Dr. Uwe Klug, des Schriftführers des
Universitätsbundes Dr. Alfons Ledermann und des Schatzmeisters des Universitätsbundes Dr. Thomas Trenkle sowie des stellvertretenden IHK-Hauptgeschäftsführers Rudolf Trunk in der IHK in Würzburg einen Scheck über 35.000 Euro.

Großes Potenzial

Mit diesen Mitteln will Professor Luxenhofer mit seinem Team aus drei jungen Absolventen an der Universität Würzburg ein ökologisch und ökonomisch attraktives Syntheseverfahren für biobasierte Kunststoffe aufbauen. Hierfür unterstützt die IHK die Beschaffung von geeigneten
Reaktoren sowie Verbrauchs- und Hilfsstoffen. Darüber hinaus sollen ein Syntheseautomat sowie die notwendigen Reagenzien angeschafft werden. Mit diesem sollen hochwertigere Biomaterialien mit geringerem Aufwand hergestellt werden.

Neuartige Oberflächenbeschichtungen

Luxenhofer, der mit seinem Team bereits die Ausgründung einer Firma aus der Universität heraus plant, sieht großes Marktpotenzial für die Ergebnisse seiner Forschung. „Wir wollen die Machbarkeit einer ökologischen, biobasierten und hochflexiblen Herstellung für die Biomaterialien nachweisen.“ Endergebnis wären dann zum Beispiel neuartige Oberflächenbeschichtungen von Transplantaten, die Abstoßungsreaktionen durch den Körper verhindern oder neue Möglichkeiten in der Nanomedizin. Erste Anfragen aus der Industrie lägen bereits vor. „Wir arbeiten an einer innovativen Polymer-Biomaterialplattform, die – biobasiert, bioabbaubar und biokompatibel – großes Potenzial hat.“, so Luxenhofer. Die sogenannten Polypeptoide sind den natürlichen Polypeptiden, wie Enzymen und Proteinen,
strukturell sehr ähnlich und eignen sich sowohl für technische als auch für biomedizinische Anwendungen.

930.000 Euro in 33 Jahren

Wirtschaft und Gesellschaft sind laut IHK permanent auf neue Ideen und Technologien angewiesen. „Im besten Fall führen Innovationen zu neuen Produkten, vielleicht sogar zu neuen Unternehmen und damit zu Arbeitsplätzen.“, so IHK-Präsident Kirchner: „Innovative
Forschungsvorhaben, wie dieses, sichern den Erfolg unserer mittelständischen Wirtschaft langfristig. Professor Luxenhofers Projekt ist von Anfang an auf eine Ausgründung ausgelegt und passt hervorragend zu Mainfranken, das ein Zentrum europäischer Biomaterialforschung ist.“

90 Projekte profitieren

Der intensiveren Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft widmet sich die IHK Würzburg-Schweinfurt seit vielen Jahrzehnten. Aus diesem Grund rief die Wirtschaftskammer bereits 1982 eine Stiftung im Universitätsbund ins Leben, die innovative und technologieintensive Forschungsvorhaben an der Universität fördert. Die Stiftung verfügt heute über ein Stiftungskapital von rund 1,2 Millionen Euro, bis heute profitierten 90 Projekte von insgesamt 930.000 Euro.

Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung der IHK Würzburg-Schweinfurt.

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