Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Botschafter für fairen Kaffee besucht Würzburg

Neue Ideen und Impulse

„Es war wie eine Studienreise. Ich nehme neue Ideen und neue Impulse mit nach Hause“, sagt Pfarrer Lukas Komba aus dem tansanischen Partnerbistum Mbinga über seinen Aufenthalt in Deutschland. Als Kontaktmann der Kaffeekooperative Mahenge, die den fair gehandelten Würzburger Partnerkaffee liefert, reiste er in den vergangenen drei Wochen quer durch Deutschland, um Vorträge zu halten, Kontakte zu pflegen und mit potenziellen neuen Kunden zu sprechen.

Besuch in der Kaffeerösterei Brau

„Ich sehe, dass wir in allen Bereichen Fortschritte gemacht haben, sowohl beim Kaffee als auch in der Partnerschaft. Viele Menschen interessieren sich sehr für Tansania“, fasst Komba seine Eindrücke zusammen. Er ist Pfarrer der Gemeinde Utiri, Leiter der Berufsschule in Mbinga und zusätzlich auch Beauftragter für die Partnerschaft der Diözesen Mbinga und Würzburg.

Auf Vorträgen im Raum Aschaffenburg, aber auch in Neckargmünd, Leipzig oder Lübeck berichtete Komba von der Arbeit der Kaffeebauern der Kooperative Mahenge und machte Werbung für den von ihnen erzeugten, mit dem „Fairtrade“-Siegel zertifizierten Kaffee. „Es klingt besser, wenn jemand direkt von den Bauern kommt und berichtet“, ist seine Erfahrung. Auch ein Besuch in der Kaffeerösterei Braun in Mainaschaff, in der der Würzburger Partnerkaffee geröstet wird, stand auf dem Programm.

Kaffeetrinken – eine Zeremonie

Es habe ihn fast ein wenig überrascht, wie viel Kaffee in Deutschland getrunken werde, sagt Komba. In Leipzig habe er auch ein Kaffeehaus besucht. „Es ist eine Zeremonie, Kaffee zu trinken. Kaffee ist etwas Besonderes, und darauf müssen wir auch in Afrika Wert legen,“ so Komba. Bislang werde Kaffee als eine Nutzpflanze unter vielen betrachtet. Auch die steigende Nachfrage nach Biolebensmitteln fiel ihm auf: „Viele Menschen in Deutschland fragen nach Biokaffee. Wir müssen mehr in Richtung Bioanbau gehen.“ Wie Klaus Veeh, Geschäftsführer des Würzburger Partnerkaffee, ergänzt, arbeite in der Kooperative Mahenge die Mehrheit der Kaffeebauern bereits ohne synthetische Pflanzenschutzmittel.

„In Afrika trinken die meisten Tee“

Ein Schwerpunkt der Reise lag darauf, Kontakte zu potenziellen Abnehmern zu knüpfen. Bislang sei die Kooperative Mahenge ein Pilotprojekt, an dem sich mehr als 100 Familien beteiligen, erzählt Komba: „Wir würden das Projekt gerne auf andere Kooperativen erweitern.“ Für die Kaffeebauern biete das viele Vorteile. Zum einen erziele der zertifizierte Kaffee der Genossenschaft auf dem Markt höhere Preise. Die Zertifizierung wiederum wirke sich positiv auf die Qualität des Kaffees aus.

Zum anderen sei für die Mitglieder vor zwei Jahren ein Krankenversicherungssystem eingeführt worden. Dieses finanziere sich zum einen durch Beiträge der Mitglieder, zusätzlich überweist der Verein Würzburger Partnerkaffee Mittel aus dem Solidaritätsbeitrag, der im Kaffeepreis enthalten ist. Auch im eigenen Land möchte Komba den fair gehandelten Kaffee bekannter machen. „In Afrika trinken die meisten Menschen Tee“, erklärt er. Eine seiner Ideen ist, in der Stadt Mbinga mit ihren rund 30.000 Einwohnern ein Café zu eröffnen.

20 Prozent des Kaffeepreises sind Steuern

„Bislang bauen wir nur für den Export an. Mit einem eigenen Café könnten wir die Menschen davon überzeugen, auch Kaffee zu trinken. Das wäre auch eine zusätzliche Einnahmequelle für die Kooperative,“ so Komba. Zugleich müssen die Kaffeebauern seiner Ansicht nach mehr Lobbyarbeit in eigener Sache betreiben. „Fast 20 Prozent des Kaffeepreises sind Steuern“, nennt er ein Beispiel. Hier müssten sich die Erzeuger dafür einsetzen, dass die Steuern gesenkt werden.

Auch zwei Wünsche, die nichts mit Kaffee zu tun haben, haben sich für Komba bei dieser Reise erfüllt. So nahm er vier Tage „Kurzurlaub“, um in Portugal den Wallfahrtsort Fátima zu besuchen. „Es war mein Traum, einmal in Fátima zu sein und dort zu beten. Ich bin dankbar, dass das möglich war,“ sagt Komba. Und für seine Pfarrei Utiri, die bislang keine Glocken hatte, konnten auf Vermittlung von Katja Engert, Glockensachverständige der Diözese Würzburg, zwei Glocken organisiert werden. Sie stammen aus der Pfarrei Sankt Josef der Bräutigam in Rottenbauer, deren neue Glocken im März geweiht wurden.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Bistums Würzburg 

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