Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

„Wir sind keine Modepolizei“ – Doch kein Hotpants-Verbot am Deutschhaus?

Viel Diskussion in der Öffentlichkeit

Für viel Diskussion und eine große Aufmerksamkeit der Medien sorgte das angebliche Hotpants-Verbot am Deutschhaus Gymnasium Würzburg. Wie bereits berichtet, gibt es an der Schule nun einen Dresscode. Wir haben bei den Schülersprechern der SMV nachgefragt, was es mit dem Dresscode eigentlich auf sich hat, wie die Reaktionen der Schüler sind und wer hinter dem Aktionsbündnis „Der Dresscode muss weg“ steht.

„Es gibt gar keine Kleiderordnung“

Die Schülersprecher der SMV betonen, dass es sich bei dem Dresscode keineswegs um eine Kleiderordnung handelt. Vielmehr sei der Dresscode eine Orientierungshilfe und zeige Styling-Tipps und modische No-Gos. „Wir schreiben niemandem vor, wie er sich anzuziehen hat. Jeder kann tragen was er möchte. Wir sind keine Modepolzei“.

Extremfälle verhindern

Es gehe viel mehr darum Extremfälle zu verhindern und den Schülerinnen und Schülern zu verdeutlichen, dass übertrieben knappe Kleidungsstücke und Kleidung mit rassistischen oder gewaltverherrlichenden Aufdrucken in der Schule nicht angebracht sind. Hotpants oder kurze Hosen seien also gar nicht verboten. Diese verstoßen nur gegen den Dresscode, wenn sie so knapp sind, dass der Po oder die Unterwäsche sichtbar ist, ansonsten spricht nichts gegen Hotpants, erklären die Schülersprecher der SMV. „Wir schränken die Individualität des Einzelnen durch diesen Dresscode auf keinen Fall ein. Wir möchten nur zeigen wo die Grenzen sind“. Die SMV erklärt zudem dass es ähnliche Vorschriften auch an anderen Schulen gebe.

Dresscode in jedem Klassenzimmer angebracht

In Form eines selbstgestalteten Plaketes werden die modischen No-Gos veranschaulicht. Diese Plakate seien in jedem Klassenzimmer angebracht und erinnern die Schülerinnen und Schüler an die Richtlinien. Diese sind übrigens nicht nur an die Mädchen gerichtet. Auch Jungs sollten sich am Dresscode orientieren.

Damit Ihr Euch ein besseres Bild des Dresscodes am Deutschhaus Gymnasium machen könnt, haben wir hier ein paar dieser Richtlinien wie sie auf dem Plakat niedergeschrieben sind für Euch zusammengetragen:

  • „Oberteile mit Aufschriften oder Abbildungen, die Drogen, Gewalt, Alkohol oder Ähnliches verherrlichen bzw. rassistische, sexistische oder diskriminierende Botschaften aufweisen, sind ein absolutes No-Go!“
  • „Verzichte auf Transparente Oberteile, es sei denn du trägst eine Art T-Shirt darunter.“
  • „Beim Tragen eines Rockes oder einer Hose solltest du darauf achten, dass du dich unbeschwert bücken oder hinsetzen kannst, ohne zu tiefe Einblicke zu gewähren!“

Ohne Sanktion, braucht man keine Regel

Der Wunsch einen Dresscode am Deutschhaus-Gymnasium einzuführen kam von den Klassenelternsprechern. Nach demokratischer Abstimmung und Planungsarbeiten setzte sich diese Idee nun durch. „Eigentlich war es nicht vorgesehen bei Verstoß gegen den Dresscode Sanktionen einzuleiten. Jedoch machten uns die Schüler selbst darauf aufmerksam, dass man ohne Sanktion keine Regel braucht.“, erklärt die SMV. So bekommen Schülerinnen und Schüler, die in extremer Weise gegen die Richtlinien verstoßen ein Schul-Shirt, dass sie drüber ziehen können. Bisher sei es noch nicht soweit gekommen. Deswegen sind die Schülersprecher der SMV auch etwas über das Aktionsbündnis verwundert, das von ehemaligen Schülern und momentanen Schülern ausgeht. Die SMV sei jederzeit für ein Gespräch und konstruktive Kritik offen.

Verbesserungsvorschläge des Aktionsbündnisses

Zwischen dem Aktionbündnis „Der Dresscode muss weg“ und der Schulleitung fand mittlerweile ein Gespräch statt. Das Aktionsbündnis schlägt nun vor, die Plakate „die auf den T-Shirt-Zwang“ hinweisen abzuhängen und durch ein Schild zu ersetzen, auf dem folgender Satz steht: „Die Regelungen sollen die Schüler nicht in ihrer Persönlichkeitsentfaltung einschränken, sondern nur aufzeigen, was auch die Schülerinnen und Schüler selbst als unpassend empfinden.“ Dieser Satz findet sich zwar auf der Homepage der Schule, nicht aber auf den Plakaten, die in den Klassenräumen hängen, kritisiert das Aktionsbündnis. Zudem empfindet das Aktionsbündnis die Definition von „Extremfällen“ und „groben Verstößen“ zu subjektiv und undeutlich, da dies vom persönlichen Geschmack des Einzelnen abhinge. Im Fall von sexistischen Sprüchen auf Kleidung fordert die Gruppe von (ehemaligen) Schüler/innen pädagogische Gespräche statt einer „Bestrafung“. Damit könne man viel mehr erreichen.

 

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