Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Junge Liberale gegen Dresscode an Schulen

Einschränkung persönlicher Freiheit

„Die Einschränkung der persönlichen Freiheit darf kein Mittel der Wahl werden in Würzburg.“- Die Jungen Liberalen (JuLis) Würzburg kritisieren den am Deutschhaus-Gymnasium eingeführten Dresscode. Die Regelung sei eine Einschränkung der persönlichen Freiheit und setze die völlig falschen Signale. Die JuLis wenden sich gegen jede Einschränkungen der Persönlichkeit und fordern individuelle Lösungen statt kollektiven Zwang. „Verbotskultur als Vorbild? Nicht in einem freiheitlichen Land!“, so die JuLis.

Schule legt Kleiderordnung fest

Das Deutschhaus-Gymnasium hat für seine Schüler und Schülerinnen eine verbindliche Kleiderordnung festgelegt. Nach Angaben der Internetseite der Schule sind seit Anfang Mai damit Hotpants, transparente oder bauchfrei Oberteile, T-Shirts mit anstößigem Aufdruck sowie Kopfbedeckungen aller Art untersagt. Mehr Informationen findet Ihr hier.

Gefährliche Denkweise

Dazu findet der stellvertretende Vorsitzende der JuLis Würzburg Thomas Schuster, selbst ehemaliger Schüler am DHG, klare Worte : „Abgesehen davon, dass die Grenzen dieser Einschränkungen ziemlich wage sind, was letztlich zu willkürlicher Handhabung führen kann, liegt dem Dresscode eine gefährliche Denkweise zu Grunde : Wenn etwas nicht gut läuft oder sich ein paar Leute nicht an den Mainstream halten wollen, dann gibt es eben ein Verbot. In einem freiheitlichen Land wie Deutschland sollte eben so eine Denkweise nicht Schule machen. Die Schüler sollten selbst entscheiden dürfen wie sie sich anziehen wollen, auch wenn das nicht immer allen gefällt. Natürlich sind beispielsweise sexistische oder Gewalt provozierende Aufdrucke nicht akzeptabel, aber wer definiert das denn was alles anstößig ist? Ein Verbot von gewisser Kleidung ist schließlich ebenso sexistisch wie unnütz. Besser als ein Zwang sich umzuziehen und Strafsanktionen wäre ein persönliches Gespräch“, erklärt Schuster.

„Kollektivbestrafung als Pädagogik von gestern“

Ein weiterer Kritikpunkt der JuLis liegt in der Entstehungsgeschichte des Dresscodes : Offensichtlich hatten einige Schüler grob unangemessene Kleidung getragen, daraus folgt nun eine Kollektivbestrafung. „Damit symbolisiert der Dresscode genau das, was eine moderne Pädagogik verhindern will : Er basiert auf Zwang, Kollektivbestrafung, Einschränkung der persönlichen Freiheit und ist dazu auch noch Auslegungssache“, meint Schuster abschließend. Dem Aktionsbündnis gegen den Dresscode wünschen die JuLis vor allem Ausdauer in ihrem Anliegen, die man bei der Schulleitung wohl auch brauchen wird. „Allein die Tatsache, dass sich so ein großes Aktionsbündnis gebildet hat zeigt, dass es mitnichten einen Konsens pro Dresscode gab, wie nun aber propagiert wird. Für uns ist die Sache daher ganz klar : Der Dresscode muss wieder abgeschafft werden.“

Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung der Jungen Liberalen Würzburg.

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