Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Expertengespräch: Wie geht es weiter mit dem Würzburger Hauptbahnhof?

Der Wille ist da, das Geld fehlt

Der Wille ist da. Es fehlt aber am Geld. So lässt sich das Ergebnis eines Expertengesprächs mit dem bayerischen DB-Konzernbevollmächtigten Klaus-Dieter Josel, dem Bahnhofsmanager des Würzburger Hauptbahnhofs Elmar Hirsch sowie Mitgliedern der SPD-Stadtratsfraktion, SPD-Bundestagsabgeordnetem Bernd Rützel und SPD-Landtagsabgeordnetem Georg Rosenthal zusammenfassen. Die SPD-Politiker dringen darum mit Nachdruck auf ein Nachfolgeprogramm für das ab 2018 abgelaufende Förderprogramm für ein barrierefreies Bayern.

Barrierefreiheit ein wichtiges Thema

Bis 2018 stehen über 300 Millionen Euro vom Bund und 60 Millionen vom Freistaat zur Verfügung. „Wie es danach weitergeht, wird derzeit auch mit dem Freistaat Bayern besprochen“, so Josel. Die zuständige Tochtergesellschaft DB Station&Service erwirtschaftet Einnahmen lediglich in Höhe der nachgewiesenen Betriebskosten mit einer Art Maut (Stationsentgelte), die sich aus der Zahl der in einem Bahnhof einfahrenden Züge ergibt.

Für Josel ist die Barrierefreiheit ein „wichtiges Thema”. Von 1017 Stationen in Bayern seien derzeit mehr als ein Drittel barrierefrei, damit können bereits über 80 % der Reisenden barrierefrei zum Zug kommen. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand als Beispiel die seit Jahren diskutierte Situation am Rottendorfer Bahnhof. Hier, bestätigte Josel, habe eine neuerliche Prüfung der Bahn ergeben, dass an der bestehenden Unterführung ein barrierefreier Ausbau möglich sei.

Finanzierung noch ungeklärt

Bisher hieß es, dass nur ein deutlich teurerer Entwurf am nördlichen Gleisende in Frage komme. Auch erfülle der Bahnhof mit knapp unter 2000 Ein- und Ausstiegen die Förderkriterien. Allein, was derzeit fehlt, ist das nötige Geld: „Im Moment ist die Finanzierung noch nicht geklärt“, stellte er fest. Auch in den ebenfalls nicht-barrierefreien, großen Bahnhöfen in Main-Spessart, Lohr, Gemünden und Karlstadt, oder Würzburg-Süd ist nach Josel die Aussicht auf eine rasche Förderung zur Zeit nicht besser.

Einen Ausweg könnte eine stufenweise Umsetzung und eine Mischfinanzierung, möglicherweise mit Unterstützung der Gemeinde, darstellen. Sorgen bereiten der Bahn zudem die Fernbusse. So muss der Bus z.B. keine Maut und keine Energieabgaben zahlen und bietet seine Fahrten zu Niedrigstpreisen an. Das führt zu Abwanderungen vom Schienenverkehr. Ein Minus von über 100 Millionen Euro bei den Einnahmen habe die Bahn hart getroffen.

Bau eines Zentralen Omnibus-Bahnhofs

Von einer neuen doppelstöckigen IC-Generation mit einem deutlich ausgebauten Zug-Angebot erwartet sie neuen Auftrieb, auch Würzburg wird davon profitieren. Bis 2021 sind zudem neuartige Bremsen an den Güterzügen geplant, die den Zuglärm um 10 Dezibel verringern, was in der subjektiven Wahrnehmung einer Halbierung gleichkommt. Ein zentraler Punkt für die SPD-Stadträte ist der Bau eines Zentralen Omnibus-Bahnhofs (ZOB) in Würzburg.

„Derzeit haben wir ein Provisorium hoch drei“, kommentiert Rosenthal die Situation. Der Busbahnhof sei „auf Kante genäht“. Er und die örtliche SPD haben darum den Vorschlag eingebracht, den bestehenden Tunnel nach dem Aschaffenburger Vorbild auf die Nordseite zu verlängern und dort die kaum genutzten Flächen heranzuziehen. „Die Bahn muss unbedingt in die Gänge kommen”, betonte Rosenthal. Die SPD-Politiker befürchten, dass bei zu langem Zögern, vollendete Tatsachen geschaffen werden könnten und auf den zentral gelegenen Grundstücken Geschäftshäuser entstehen.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Abgeordnetenbüros Georg Rosenthal MdL

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