Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Ringvorlesung: Von Gold und Weihrauch

Blick auf himyarische Hauptstadt Zafar

„Arabien. Land von Gold und Weihrauch“: Unter dieser Überschrift steht in diesem Semester die Ringvorlesung des Würzburger Altertumswissenschaftlichen Zentrums. Am 11. Mai startet die Reihe mit einem Blick in die Vergangenheit und Zukunft der ḥimyarischen Hauptstadt Ẓafār. Die Vorträge finden statt jeweils montags im Toscanasaal im Südflügel der Residenz – mit Ausnahme des Vortrags am 6. Juli. Beginn ist jeweils um 18.15 Uhr.

Einblick in Grabungen vor Ort

„Arabia felix“ – die Zeiten sind lange vorbei, in denen man die Arabische Halbinsel ohne Zögern als glücklich bezeichnen konnte. Ab Mai findet in der Antikensammlung im Martin-von-Wagner-Museum der Universität Würzburg eine Ausstellung zum antiken Jemen statt. Mehr Informationen findet ihr hier. Begleitet und erweitert wird diese Austellung von einer Ringvorlesung, die sich dem vorislamischen Arabien widmet, vom zweiten Jahrtausend v. Chr. bis in die Spätantike. Führende Altertumswissenschaftler geben im Laufe des Sommersemesters Einblicke in Grabungen vor Ort, in die Kontakte Arabiens mit dem Mittelmeer, das Arabienbild der Römer und nicht zuletzt in die schon damals verwickelte politische Geschichte.

Das Programm

11. Mai: „Ẓafār – Vergangenheit und Zukunft“ (Prof. Dr. Paul Yule, Universität Leipzig) 
Von 1998 bis 2009 kartierte und untersuchte ein Team der Universität Heidelberg und des yemenitischen Antikendienstes die ḥimyarische Hauptstadt Ẓafār im al-Neǧud des Yemen. Die zwölfjährige Tätigkeit ergab reiche Funde an Skulpturen und Inschriften.
Im Anschluss daran gegen 19.30 Uhr: Eröffnung der Sonderausstellung im Martin-von-Wagner Museum „Zu Gast bei der Königin von Saba – Archäologische Funde und Forschungen im antiken Südarabien“. Ort: Antikensammlung des Martin-von-Wagner-Museums.

1. Juni: „Weihrauch, Gold und fliegende Schlangen: Was Römer über Arabien wussten“ (PD Dr. Silke Diederich, Universität Köln)
Eigentlich stand der römischen Welt infolge von Handelsbeziehungen, Entdeckungsfahrten und Feldzügen bereits relativ viel an Faktenwissen über Arabien zur Verfügung. Was aber von all diesen Informationen tatsächlich rezipiert wurde und ins öffentliche Bewusstsein drang, steht auf einem anderen Blatt. Ein Blick auf die einschlägigen Quellen, besonders Enzyklopädisten, Dichter und andere „Bildungsautoren“, verspricht Aufschluss über das Wissen und die Interessenlage der römischen Bildungseliten und wird zeigen, welches – zuweilen etwas bizarre – Bild man sich in Rom von diesem geheimnisvollen Land machte.

8. Juni: „Könige der Weihrauchstraße. Zur Geschichte Südarabiens und Äthiopiens im frühen ersten Jahrtausend v.Chr.“ (Prof. Dr. Norbert Nebes, Universität Jena)
Im achten und siebten Jahrhundert v. Chr. beherrschten die Sabäer von ihrer Metropole Marib aus weite Teile Südarabiens. Sie schickten ihre Karawanen auf der Weihrauchstraße nach Mesopotamien und ans Mittelmeer und errichteten ihren Göttern sakrale Monumentalbauten. Spektakuläre Inschriftenfunde der letzten Jahre geben nicht nur einen tieferen Einblick in die politische Landkarte Südarabiens zu jener Zeit, sondern belegen auch die frühe Expansion der Sabäer nach Westen über den Bab al-Mandab ins äthiopische Hochland.

6. Juli: „Nicht nur zur Weihrauchszeit: Ägypten und Arabien in vorislamischer Zeit“ (Dr. Gunnar Sperveslage, Universität Leipzig)
Im ersten Jahrtausend v. Chr. belieferte das Königreich von Saba den Vorderen Orient mit Weihrauch und Aromata entlang der sagenumwobenen Weihrauchstraße. Doch bereits im zweiten Jahrtausend waren auch die an der Weihrauchstraße gelegenen Oasensiedlungen im Nordwesten Arabiens wichtige Zentren gewesen, die in weitreichende Handels- und Kommunikationsnetzwerke eingebunden waren und mit Ägypten in Kontakt standen. Die archäologischen Forschungen der vergangenen Jahre haben reichhaltiges Fundmaterial erbracht, durch das die Beziehungen zwischen Ägypten und der Arabischen Halbinsel in Schlaglichtern beleuchtet werden können. Funde ägyptischer Objekte aus funerären und sakralen Kontexten, Importe und Nachahmungen reflektieren das Interesse an der ägyptischen Kultur und zeigen, daSS nicht nur Weihrauch im Zentrum der Kontakte stand. Eine Felsinschrift Ramses’ III. bei Tayma zeugt von der Anwesenheit einer ägyptischen Expedition, aber auch in Ägypten selbst haben die frühen Araber ihre Spuren hinterlassen. Hier: Hörsaal 127 der Neuen Universität, Sanderring 2

Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung der Uni Würzburg.

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