Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Arbeitsmarkt April 2015

Günstige Entwicklung setzt sich fort

Der regionale Arbeitsmarkt läuft weiter rund. Der jährliche Frühjahrsaufschwung und die robuste Konjunktur haben auch im April zu einer fortgesetzten Belebung geführt. Insgesamt waren 8.430 Frauen und Männer arbeitslos. Das waren 510 weniger als im März und 560 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote verringerte sich gegenüber Vormonat und Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte auf genau drei Prozent. Weniger Arbeitslose in einem April wurden zuletzt im Jahr 1992 gezählt.

Keine Überraschung

Die Entwicklung ist nicht ganz überraschend, da zuletzt viel Optimismus versprüht wurde. Die führenden Wirtschaftsinstitute und die Bundesregierung korrigierten ihre Jahresprognosen nach oben, der Ifo Geschäftsklimaindex legte weiter zu, der Konsumklimaindex erreichte den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung und die Geschäftslage im unterfränkischen Handwerk wurde in den ersten Monaten des Jahres als glänzend bewertet.

Positive Duftmarken

Eugen Hain, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Würzburg, mit einer Einschätzung der jüngsten Entwicklung: „Es riecht aktuell nicht nur nach Frühling, auch der heimische Arbeitsmarkt verströmt derzeit nur positive Duftmarken. Es ist eigentlich jetzt die beste Gelegenheit, Strategien zu überdenken. Für den Arbeitsmarkt bzw. für die Personalrekrutierung bedeutet dies, die Frage nach der betrieblichen „Fachkräftesicherung“ auf den Prüfstand zu stellen. Jenseits aller globalen Überlegungen wie Einwanderungspolitik, verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf etc. gilt es, das vorhandene Arbeitskräftepotential besser auszuschöpfen.

Und hier gibt es Potentiale, die vom Höhenflug des Arbeitsmarkts in den letzten Jahren allenfalls bescheiden profitiert haben. Beispielhaft seien hier arbeitslose Menschen mit einer Behinderung genannt. Obwohl sie mehrheitlich eine abgeschlossene Berufsausbildung, Berufspraxis vorweisen können und ihnen von allen Seiten eine hohe Motivation bescheinigt wird, bleibt ihnen die dauerhafte Teilhabe am ersten Arbeitsmarkt viel zu oft verwehrt. Das können wir ändern. Und das müssen wir ändern.“

Zu- und Abgänge

Im April haben sich 2.880 Personen arbeitslos gemeldet. Hiervon haben 1.170 zuvor eine Erwerbstätigkeit ausgeübt. Das waren 60 mehr als im März und 100 mehr als vor einem Jahr. Im Gegenzug haben 3.390 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit beendet. Eine Beschäftigung, Ausbildung oder selbständige Tätigkeit haben davon 1.510 aufgenommen.

Entwicklung der Personengruppen

Der Bestand der Arbeitslosen hat sich in den zurückliegenden zwölf Monaten um 560 oder knapp über sechs Prozent verringert. Bei der Betrachtung einzelner Personengruppen wurden bei den Langzeitarbeitslosen mit rund acht Prozent und den über 55-Jährigen mit knapp neun Prozent überdurchschnittliche Rückgänge verzeichnet. Unter dem Referenzwert blieb dagegen der Bestand der unter 25-Jährigen mit einem Minus von circa vier Prozent und der der Schwerbehinderten mit annähernd fünf Prozent. Deutlich ungünstiger und entgegen dem allgemeinen Trend stieg die Arbeitslosigkeit von Ausländern. Sie übertrifft mit 1.460 Personen (Anteil an Arbeitslosen: 17 Prozent) inzwischen das Vorjahresniveau um fast 14 Prozent. Der Anteil Langzeitarbeitsloser (bezogen auf den Gesamtbestand) lag bei 27 Prozent (2.260). Der Anteil Älterer bei 23 Prozent (1.960), Jüngerer bei neun Prozent (760) und Schwerbehinderter bei zehn Prozent (810).

Stellensituation

Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften war ähnlich hoch wie im März und übertraf das Vorjahresergebnis um rund zwölf Prozent. Im April sind 1.200 (sozialversicherungspflichtige) Arbeitsstellen zugegangen, 110 mehr als vor einem Jahr. Im Bestand wurden 3.190 Stellen gezählt. Er ist damit um 25 Prozent in den zurückliegenden zwölf Monaten angewachsen. Besonders gesucht wurden Fachkräfte im Metallbau, in der Maschinen- und Fahrzeugtechnik sowie in der Mechatronik und Elektronik. Darüber hinaus wurde vermehrt Personal in medizinischen Gesundheitsberufen, im Bereich Verkehr und Logistik sowie im Verkauf benötigt.

Entwicklung in den Regionen

Die Zahl der Arbeitsuchenden entwickelte sich in den Regionen des Agenturbezirkes uneinheitlich. Die Landkreise Würzburg und Main-Spessart verbuchten mit einem Rückgang um jeweils rund elf Prozent die deutlichsten Veränderungen. In der Stadt Würzburg lag das Minus bei knapp über zwei Prozent und der Landkreis Kitzingen verharrte nahezu auf dem Vorjahresniveau.

Arbeitslosenquote

Bei der Arbeitslosenquote lag erneut der Landkreis Main-Spessart mit 2,3 Prozent an der Spitze (1. 660 Arbeitslose). Für den Landkreis Würzburg wurde eine Quote von 2,4 Prozent (2.130 Arbeitslose) und für den Landkreis Kitzingen von 3,1 Prozent (1.550 Arbeitslose) ermittelt. Schlusslicht war das Stadtgebiet mit 4,4 Prozent (3.090 Arbeitslose). Im Vormonatsvergleich ist die Arbeitslosenquote in den drei Landkreisen um jeweils 0,2 Prozentpunkte gesunken, während sie im Stadtgebiet unverändert blieb. In den Landkreisen Main-Spessart und Würzburg ist die Quote gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte gesunken. Im Stadtgebiet Würzburg um 0,2 und im Landkreis Kitzingen –trotz marginaler absoluter Veränderung- um 0,1 Prozentpunkte.

Entwicklung in den Rechtskreisen

In den Arbeitsagenturen Würzburg, Kitzingen und Lohr waren 4.320 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. In den vier Jobcentern des Agenturbezirks wurden 4.120 arbeitslose erwerbfähige Leistungsberechtigte betreut. Im Vormonatsvergleich waren in der Arbeitslo-senversicherung 540 Personen weniger (-11 Prozent) und in der Grundsicherung 30 Personen (+1 Prozent) mehr gemeldet. Gegenüber April des Vorjahres ist der Arbeitslosenbestand in der Arbeitslosenversicherung um 460 Arbeitslose (-10 Prozent) und in der Grundsicherung um 100 Arbeitslose (-2 Prozent) gesunken.

Ausbildungsmarkt

Die Zahl der Bewerber, die für den Herbst 2015 eine betriebliche Ausbildung anstreben und sich von Oktober 2014 bis April 2015 bei der Ausbildungsvermittlung gemeldet haben, fiel mit 3.210 um 80 höher aus als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der gemeldeten Berufsaus-bildungsstellen ist im gleichen Zeitraum um 150 auf 3.550 gestiegen. Rein rechnerisch ergaben sich damit je Bewerber 1,1 Stellen.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Würzburg.

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