Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Wohnen und helfen: Eine Alternative zu WG, Wohnheim und Co.

Was ist Wohnen für Hilfe?

Bei dem Projekt „Wohnen für Hilfe“ bieten Senioren oder Familien ihren freien Wohnraum Studierenden an. Diese wohnen mietfrei oder mietgemindert bei ihren Vermietern, nur die Nebenkosten müssen selbst gezahlt werden. Als Gegenleistung unterstützen die Studierenden ihre Vermieter bei alltäglichen Aufgaben. Die Studentin Lena lebt seit Oktober 2014 in einer solchen Wohngemeinschaft und hat ihre Erfahrungen mit uns geteilt.

Interview

Würzburg Erleben: Wie bist Du auf das Projekt aufmerksam geworden?
Lena: Bekannte haben mir von dem Projekt erzählt und ich fand die Idee von Anfang an gut. Allerdings habe ich zu dieser Zeit noch keine Wohnung gesucht, da ich vor dem Studium noch ein Auslandsjahr eingeplant hatte. Als ich mich dann nach dem Auslandsaufenthalt auf Wohnungssuche in Würzburg gemacht habe, bin ich über die Homepage des Studentenwerks wieder auf das Projekt gestoßen, habe mich noch etwas genauer darüber informiert und direkt beworben.

WE: Bei wem wohnst Du? Eine Familie? Senioren?
Lena: Ich wohne bei einer jungen alleinerziehenden Mutter mit ihrem fünfjährigen Sohn.

WE: Wie groß ist Dein Zimmer? Werden Badezimmer und Küche gemeinsam genutzt oder hast Du einen eigenen Bereich?
Lena: Wir wohnen zusammen in einer Dreizimmer-Wohnung mit gemeinsamem Badezimmer und gemeinsamer Küche mit Wohnraum. Jeder von uns hat sein eigenes Zimmer, meines ist 12 qm groß, den Rest nutzen wir gemeinsam.

WE: Welche Aufgaben hast Du? Wie viel Stunden pro Woche/Monat musst Du helfen?
Lena: Zu meinen hauptsächlichen Aufgaben zählt, dass ich den Jungen zweimal wöchentlich in den Kindergarten bringe, weil seine Mutter bereits früh auf der Arbeit sein muss. Dazu gehört auch das Wecken, Frühstückmachen, Helfen beim Anziehen, usw. Sonst passe ich, nach Absprache mit meiner Mitbewohnerin, an manchen Abenden bzw. über die Nacht auf ihren Sohn auf, so dass sie ab und an „freie Abende“ hat. Außerdem haben wir ausgemacht, dass ich bei Bedarf das Fensterputzen übernehme. Eine genau festgelegte Stundenanzahl, die ich pro Woche oder Monat helfen muss, gibt es nicht. Wichtig ist nur, dass ich an den Tagen, an denen die Mutter früh arbeiten muss, das Kind in den Kindergarten bringen kann. Sonst regeln wir alles in gegenseitiger Absprache miteinander.

WE: Fallen trotzdem noch Kosten für Strom, Wasser, etc. an? 
Lena: Ja, ich bezahle die Nebenkosten.

WE: Wie verstehst Du Dich mit Deiner Vermieterin?
Lena: Den Begriff „Mitbewohner“ statt „Vermieter“ fände ich passender. Meine Mitbewohnerin, ihr Sohn und ich verstehen uns super. Es ist eine tolle Wohnatmosphäre bei uns entstanden, wir leben „miteinander“ und nicht „nebeneinander her“ oder „aneinander vorbei“, wir können über alles offen reden und es wird nie langweilig bei uns!

WE: Wie gefällt es Dir bis jetzt?  
Lena: Wie man bereits aus der vorherigen Antwort schließen kann, gefällt es mir super gut. Ich fühle mich sehr wohl in der „Wohngemeinschaft“ und „helfe“ gerne.

WE: Würdest Du es wieder machen? Kannst Du es weiterempfehlen?
Lena: Da alles so toll klappt, würde ich es jederzeit wieder machen und kann es nur weiterempfehlen. Wenn man offen für Neues ist, gerne mit anderen Menschen zusammenwohnt, Zeit mit ihnen verbringen und ihnen dabei auch noch helfen möchte, ist das Projekt Wohnen für Hilfe eine tolle Wohnalternative zu WGs, Studentenwohnheimen, etc.

Wohnen in Würzburg

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