Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Mahnwache: „Trauer auf die Straße tragen“

„Mehr als 16a – Asylpolitische Aktion und Diskussion“

Am Mittwoch, 22. April, fand in Würzburg von 18 bis 19 Uhr am Kürschnerhof (Ecke Oberer Markt) eine Mahnwache mit über 200 Teilnehmenden statt. Organisiert wurde die Mahnwache von der Gruppe „Mehr als 16a – Asylpolitische Aktion und Diskussion“. Es wurde eine ca. 5 Minuten lange Rede gehalten. Danach schrieben die Anwesenden ihre Gedanken und Gefühle auf Pappkartons, um diese in der Stadt zu verteilen.

Trauer und Wut einen Raum geben

Die Mahnwache fand unter dem Titel „Trauer auf die Straße tragen“ statt und sollte allen Trauernden und Wütenden einen Raum geben, um den tausenden Menschen zu gedenken, die an den EU-Außengrenzen ihr Leben lassen. Trauer darüber, dass seit Beginn des Jahres 2015 über 1600 Menschen im Mittelmeer ertranken. Allein in der Nacht vom letzten Sonntag, 19. April, starben über 700 Menschen beim Versuch die Festung Europa zu erreichen.

Wut, weil die Europäische Union seit Jahren tatenlos zusehe, wie immer mehr Menschen vor den Toren Europas sterben. Es gebe Mittel und Möglichkeiten, in Seenot geratene Geflüchtete im Mittelmeer zu retten, aber die EU-Politik lasse die Menschen dennoch ertrinken, so Melchor Krug, Sprecher der Gruppe „Mehr als 16a – Asylpolitische Aktion und Diskussion“. Die EU hat sich bewusst gegen das Retten von in Seenot geratenen Geflüchteten im Mittelmeer entschieden, denn die Rettung passt nicht zu der Logik, die hinter der Festung Europa steht“, schreibt Krug in einer Pressemitteilung.

Körperumrisse auf den Boden gemalt

Der Tod von Menschen an den Europäischen Außengrenzen werde laut Krug hingenommen, denn er solle abschreckend auf andere Fliehende wirken und sie von der Flucht abhalten. „Solange die Festung Europa Bestand hat, solange werden Menschen an ihren Mauern sterben“, kritisiert der Gruppensprecher weiter.

Bereits im Vorfeld der Mahnwache wurden ab 16 Uhr, im Rahmen eines Flashmobs, Körperumrisse mit Straßenmalkreide in der Innenstadt auf den Boden gemalt. Mit dieser Aktion wird auf das Massensterben im Mittelmeer aufmerksam gemacht

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Sprechers Melchor Krug der Gruppe „Mehr als 16a – Asylpolitische Aktion und Diskussion“

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