Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Krebsexperten informieren Würzburger Schüler

Topaktuelles Wissen über Krebserkrankungen

Topaktuelles Wissen aus dem weiten Feld der Onkologie gab es am 17. April 2015 für 150 Schülerinnen und Schüler des Würzburger Deutschhaus-Gymnasiums. Sie waren einen Vormittag lang zu Gast am Uniklinikum Würzburg, wo sie von anerkannten Spezialisten über die Hintergründe der Krebserkrankungen, neue Therapiemöglichkeiten und ärztliche Berufsbilder informiert wurden.

Hochkarätig besetzte Sonderveranstaltung

„Bis jetzt hatte ich keine Informationen zum Thema Krebs. Ich wusste nicht, dass es so effektive Heilmethoden gibt!“ Dies war das Fazit von Linus, einem von 150 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangstufen 9 und 11 des Deutschhaus-Gymnasiums (DHG), für die das Uniklinikum Würzburg (UKW) am Freitag, den 17. April 2015, eine hochkarätig besetzte Sonderveranstaltung auf die Beine stellte. Vier Krebsexperten des Klinikums referierten vor dem interessierten Auditorium im vollbesetzten Hörsaal II des Zentrums für Innere Medizin. Dabei standen die Mediziner auch Rede und Antwort auf die zahlreichen Fragen der Jugendlichen.

Hintergrundwissen für Benefizaktion

Die Informationsveranstaltung war auch eine Begleit- und Hintergrundveranstaltung zum „DHG-Lebenslauf“. Bei dem schulinternen Benefiz-Lauf am 15. Mai dieses Jahres werden die Anstrengungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Sponsoren mit einem „Kilometergeld“ belohnt. Mit dem diesjährigen Erlös wird das Deutschhaus-Gymnasium unter anderem den Würzburger Verein „Hilfe im Kampf gegen den Krebs“ unterstützen. Andreas Weiermann, einer der Lehrer, die den DHG-Lebenslauf organisieren, erläutert: „Aus pädagogischer Sicht ist uns wichtig, die Schülerinnen und Schüler für soziales Engagement zu sensibilisieren und ihnen Einblicke in die außerordentlichen Chancen der Krebsforschung zu bieten. Mit der bei den Vorträgen am UKW gewonnenen Zuversicht, dass mit den Spenden vielversprechende Forschungsvorhaben unterstützt werden, müssten wir das Motto unseres Spendenlaufs ‚Spaß – Sport – Spende‘ eigentlich noch um den Begriff ‚Hoffnung‘ erweitern.“

Herausforderungen und Lichtblicke

Viele überraschte und erschütterte die Aussagen von Prof. Hermann Einsele, dass Krebserkrankungen in wenigen Jahren auch in den Deutschland die häufigste Todesursache sein werden – wie sie es schon heute in den USA sind. Der Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des UKW konnte in seinem Einleitungsvortrag aber auch hoffnungsvolle Gegenentwicklungen aufzeigen. So habe sich bei einzelnen onkologischen Erkrankungen insbesondere durch die interdisziplinäre Behandlung die Prognose deutlich verbessert. „Die derzeit wahrscheinlich erfolgversprechendste Behandlungsstrategie für Krebserkrankungen ist die Immuntherapie. Sie zielt auf unterschiedlichen Wegen darauf ab, das körpereigene Immunsystem gegen den Tumor zu aktivieren“, schilderte Prof. Einsele.

Arbeiten mit dem Immunsystem

Beispiele für entsprechende Therapieansätze lieferten anschließend zwei renommierte Krebsforscher aus dem Team von Prof. Einsele. „Wir haben ein Antikörpersystem entwickelt, das das eigene Immunsystem des Patienten zielgenau an den Tumor heranführt“, berichtete Dr. Thomas Bumm. Laut dem Wissenschaftler zerstören die Immunzellen dann den Tumor. Auf eine belastende Chemotherapie könne so komplett verzichtet werden. Zu den stärksten Waffen der körpereigenen Immunabwehr zählen die T-Zellen. „Nur leider können diese Killer in der Regel Krebszellen nicht von gesunden Zellen unterscheiden und greifen sie deshalb auch nicht an“, erläuterte Dr. Michael Hudecek. Der Forscher arbeitet deshalb daran mit, die T-Zellen mit einem synthetischen Antigenrezeptor auszustatten. „Mit dieser gentechnischen Verbesserung werden die T-Zellen in die Lage versetzt, Tumorzellen im Körper aufzuspüren und zu eliminieren“, erläuterte Dr. Hudecek.

Traumberuf Frauenarzt

Ein aussichtsreiches Einsatzgebiet des letztgenannten Therapieansatzes ist die Behandlung von Brustkrebs. Das Mammakarzinom ist mit jährlich rund 70.000 Neuerkrankungen die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Prof. Achim Wöckel, der Direktor der Würzburger Universitätsfrauenklinik, nutze das „volle Haus“, um für das Berufsfeld Frauenheilkunde und Geburtsmedizin zu werben: „Die Begleitung in allen Lebensphasen und Altersstufen der Frau macht das Thema Frauengesundheit in der Medizin besonders interessant.“ Dabei sei der Tätigkeitsbereich des Frauenarztes sehr vielschichtig. „Neben Tätigkeiten aus dem Bereich der Inneren Medizin und der Endokrinologie sind vor allem chirurgische Fähigkeiten und das Interesse an der Geburts- und Pränatalmedizin gefragt“, verdeutlichte der Klinikdirektor.

Viel Applaus und lobende Worte

Alle Vorträge wurden von den Schülerinnen und Schülern mit sichtbarem Interesse verfolgt und am Ende mit großem Applaus belohnt. Auch Christian Dettmar, einer der begleitenden Lehrer, lobte: „Mit einem Wort: Sensationell! Vielen Dank an das Uniklinikum, das uns mit großem Engagement ein derart außergewöhnliches Programm lieferte! Die bemerkenswerten Vorträge führten deutlich vor Augen, dass in unserer Stadt wegweisende Forschung betrieben wird. Darauf kann man auch ein bisschen stolz sein!“

Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung Universitätsklinikum Würzburg.

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