Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Als Würzburgerin im Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Ein Gastbeitrag von Sophia

Vier Wochen USA

Da man als fauler Student in den Semesterferien ja ohnehin nichts zu tun hat, verabschiede ich mich dieses Jahr für vier Wochen in die USA – das erste Mal zurück im Land der unbegrenzten Möglichkeiten seit meinem Au Pair-Jahr 2010 in Seattle. Meine Gastfamilie ist mittlerweile nach Madison, Wisconsin umgezogen, daher heißt mein erster Stopp Chicago. Ich werde von strahlend blauem Himmel und klirrenden -16 Grad empfangen, aber im Gegensatz zu den verrückten Menschen dort mache ich meine Jacke zu und ziehe mir den Schal über die Nase. Spätestens jetzt wissen alle, dass ich hier nur zu Besuch bin.

Windy City

Mein Bus nach Madison fährt schon einen Tag nach meiner Ankunft, Sightseeing beschränkt sich also auf meine Lieblingsplätze in der „Windy City“: Millenium Park mit der Bean (eigtl. Cloud Gate), Riverwalk, Navy Pier am Lake Michigan, Magnificent Mile auf der Michigan Avenue und eine Rundfahrt mit der Bahn um den Loop, den Downtown-Bereich von Chicago. Kaum bin ich in Madison angekommen, setzt auch schon die erste „Hitzewelle“ des Jahres ein. Temperaturen von bis zu 20 Grad, nach vier Tagen ist der ganze Schnee weg.

Ein bisschen Heimat im Rathskeller

Knapp zwei Wochen verbringe ich bei meiner Gastfamilie. Bei einem Besuch in der Universität von Wisconsin läuft mir dann ein Stück Heimat über den Weg: ein Restaurant namens Rathskeller sieht aus wie ein deutsches Bierhaus, inklusive guter Ratschläge auf Deutsch an den Wänden („Bier auf Wein, das lass sein – Wein auf Bier, das rat ich dir“). Direkt daneben findet man auch das Getränkeangebot mit Münchner, Pilsner und !WÜRZBURGER! was aber leider nur Dekoration zu sein scheint.

Must-sees in Seattle

Nach zwei Wochen Sonnenschein geht’s dann in die beste Stadt der USA: Seattle! Okay, ich bin etwas voreingenommen, aber nicht umsonst wurde Seattle schon mehrfach zur lebenswertesten Stadt der USA gewählt. Viel Grün, viel Wasser und mit dem Mount Rainier National Park hat man auch die Berge vor der Tür. Auch die Stadt selbst hat einiges zu bieten: Pike Place Market, der älteste Bauernmarkt der USA, Seattle Center mit der Space Needle und die Waterfront sind absolute Must-Sees und auch bei bedecktem Himmel richtig schön. Wer nicht direkt als Tourist entlarvt werden möchte, lässt den Regenschirm aber besser stecken. Wetterfeste Jacke und eine Baseball Cap sind völlig ausreichend.

Wie auf einem anderen Planeten

Mit Freunden steht dann noch ein Wochenendsausflug in den Regenwald auf der Olympischen Halbinsel an. Man kommt sich fast vor wie auf einem anderen Planeten, alles ist von Moos bewachsen und die Bäume sind riesig. Durch die ständige Feuchtigkeit wachsen die Bäume zwar wahnsinnig schnell, werden aber oft „nur“ 300 Jahre alt und fallen um, weil sie von innen heraus verfaulen. Die umgefallenen Bäume werden aber einfach liegen gelassen, da sie als Nahrungsquelle (sog. „nurse logs“) für junge Bäume dienen. Die zwei Tage im Regenwald sind schnell vorbei und es geht weiter in den Süden.

Polizei unterwegs auf Pferden

Mein nächster Stopp ist New Orleans, wo ich mir bei 27 Grad auch direkt den ersten Sonnenbrand des Jahres abhole. Im French Quarter ist zu jeder Tages- und Nachtzeit etwas los und an jeder zweiten Straßenecke spielt eine Jazzband. Abends wird die berüchtigte Bourbon Street dann so voll, dass die Polizei auf Pferden unterwegs ist – besserer Überblick und die Tiere haben bei den meisten Menschen ein positiveres Image als ein Polizeiwagen. Besonders gut gefällt mir der Garden District mit seinen historischen Häusern. Wer hier wohnen möchte, muss meist mehrere Millionen Dollar hinlegen, befindet sich dann aber in nächster Nähe zu Hollywoodstars wie Sandra Bullock und Nicolas Cage.

Letztes Ziel: Savannah

Das letzte Ziel meiner Reise ist Savannah im Bundesstaat Georgia. Savannah ist die älteste Stadt von Georgia und ein echtes Juwel. Die Altstadt ist geprägt von hübschen restaurierten Häusern und 22 Plätzen, von denen jeder wie ein kleiner Park ist, perfekt also um das schöne Wetter zu genießen. Man kennt Savannah aber auch aus Forrest Gump, da hier unter anderem die Szenen auf der Bank gedreht wurden. Besagte Bank steht aber mittlerweile in einem Museum, da die Touristenansammlungen um das gute Stück regelmäßig den Verkehr behindert hatten. Zu guter Letzt noch ein Fun Fact: Die River Street am Savannah River ist einer der wenigen Orte in den USA, an denen Alkoholkonsum auf der Straße erlaubt ist.

Was mir fehlte…

Die vier Wochen sind wirklich schnell vorbei, aber ich freue mich schon sehr auf den Sommer in der schönsten Stadt am Main – welche das ist muss man ja wohl nicht extra erwähnen, oder?  Gefehlt haben mir der Würzburger Flair mit der Festung, der Residenz usw., solche Gebäude gibt’s in den USA in dem Umfang einfach nicht. Außerdem habe ich gutes Essen, wie z. B. Pizza von der L’Ocanda, Bratwurst vom Marktplatz, Frühstück beim Brückenbäck oder Abendessen in der alten Mainmühle vermisst.

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen oder sogar anstacheln – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@wuerzburgerleben.de.

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