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Ringvorlesung: „Kulturen der Pornographie“

Porno in der Uni ?

Überall ist Porno – und jetzt sogar auch an der Uni? Nein, keine Sorge: Die Sittlichkeit der akademischen Welt bleibt gewahrt. In einer neuen Ringvorlesung der Uni Würzburg beleuchten Forscher das Phänomen aus dem Blickwinkel verschiedener Fachdisziplinen – und natürlich streng wissenschaftlich. Pornographie, so scheint es, ist heute präsenter als je zuvor. Im Web 2.0 und in sozialen Netzwerken ist sie nicht nur ständig verfügbar, sondern äußert sich insbesondere durch interaktive Formen. Die Rollen von Produzenten, Akteuren und Konsumenten sind dabei vermeintlich fließend geworden.

Pornographie im kulturellen Diskurs weiterhin marginalisiert

Trotz ihrer Präsenz in unterschiedlichen Medien und damit im Alltag westlicher Kulturen bleibt Pornographie doch schwer fassbar. Schätzungen über den weltweiten Umsatz mit Pornographie liegen zwischen einer und 97 Milliarden US-Dollar. Diese enorme Bandbreite macht einerseits deutlich, dass keine gesicherten Zahlen vorliegen und zeigt andererseits, wie scheu die Industrie sich immer noch gibt und wie wenig über ihre Mechanismen tatsächlich bekannt ist. Während Pornographie so gewichtig wie nie zu sein scheint, wird sie im kulturellen Diskurs weiterhin oft marginalisiert. Gleichwohl wächst das wissenschaftliche Interesse am Thema Pornographie, wie die kontroverse Gründung der wissenschaftlichen Zeitschrift Porn Studies vor einem Jahr zeigt.

Thema: Gegenwärtiges Verständnis von Pornographie

Die Ringvorlesung „Kulturen der Pornographie“ zielt darauf ab, sich dem Phänomen aus unterschiedlichen Perspektiven zu nähern. Zum einen sollen gezielt kulturhistorische Konzeptionen von und Umgangsweisen mit Pornographie exemplarisch vorgestellt und diskutiert werden. Zum anderen möchte die Ringvorlesung das gegenwärtige Verständnis von Pornographie thematisieren und mögliche Veränderungen in der Konzeption des Phänomens im Vergleich zu früheren Jahrhunderte erörtern. Aus diesem Grund ist die Ringvorlesung multidisziplinär ausgerichtet.

Wo und Wann ?

Die Vorträge finden jeweils dienstags im Audimax (Hörsaal 216) an der Neuen Universität am Sanderring statt, Beginn ist um 20 Uhr. Ausnahme: Die Vorlesung nach Pfingsten findet am Mittwoch, 27.Mai, statt. Der Eintritt ist frei; Gäste sind willkommen.
Organisiert wird die Vorlesungsreihe von Dr. Andrea Stiebritz und Daniel Schulze (beide Lehrstuhl für Englische Literatur und Kulturwissenschaft); der Universitätsbund Würzburg, die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Universität, unterstützt sie finanziell.

Die Vorträge

  •  21. April: „Verführte Körper, reversible Gaben – Der pornographische Diskurs als Mythos und semiurgische Herausforderung“
Ralph Pordzik, Lehrstuhl für englische Literatur- und Kulturwissenschaft, Würzburg
  •  28. April: „Oversexed? Eine medienpsychologische Betrachtung”
Frank Schwab, Astrid Carolus, Lehrstuhl für Medienpsychologie, Würzburg
  • 5. Mai: „Die moderne Gesellschaft und ihre Pornographie. Zum Verhältnis von Gesellschaft, Pornographie und moderner Sexualität”
Sven Lewandowski, Institut für Politikwissenschaft und Soziologie, Würzburg
  •  12. Mai: „Pornos mit Handlung: Die Porn Parody im Feld der Adaptionsforschung”‘
Wieland Schwanebeck, Institut für Anglistik und Amerikanistik, Dresden
  •  19. Mai: „PorNo 2015 – Die strafrechtlichen Pornographieverbote nach dem Fall Edathy” Klaus Laubenthal, Lehrstuhl für Kriminologie und Strafrecht, Würzburg
  •  27. Mai (Mittwoch): „Fuck me for the Revolution! – Praktiken der Transgression und Subversion im Queer Alt Porn“
Philip Jacobi, Lehrstuhl für Englische Literatur und Kultur, Passau, und Matthias Fuchs, Graduiertenkolleg Automatismen, Paderborn
  •  2. Juni: „Das Gebetskissen aus Fleisch: Der chinesische pornographische Roman 1580 – 1730“
Roland Altenburger, Lehrstuhl für Kulturgeschichte Ostasiens, Würzburg
  •  9. Juni: „Formen und Funktionen pornographischer Szenen in Baise-Moi und 9 Songs“
Désirée Kriesch, Institut für Anglistik, Innsbruck
  •  16. Juni: „Der Pornostar als Vorbild? Aufwachsen im Zeitalter digitaler Pornographie”
Matthias Weber, Institut für Publizistik, Mainz
  •  23. Juni: „Suce mes boules, salope! – Pornographie und Obszönität in der französischen TV-Serie Xanadu.“
Julien Bobineau, Lehrstuhl für Französische und Italienische Literaturwissenschaft, Würzburg
  •  30. Juni: „Cunning Linguists: Sprache der Pornographie/Pornographische Sprache“
Matthias Krebs, Lehrstuhl für englische Sprachwissenschaft, Würzburg
  •  7. Juli: „Pop & Porno: Wider den weißen männlichen Blick. Von Beyoncé bis Viktoria Modesta“
Jennifer Leetsch, Lehrstuhl für englische Literatur- und Kulturwissenschaft, Würzburg

Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung der Uni Würzburg.

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