Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Nach heimlichen Fotos durch 54-Jährigen: Sieben geschädigte Frauen ermittelt

Heimlich fotografiert

WÜRZBURG/SANDERAU. Nachdem ein 54-jähriger Würzburger Ende Juli von einem Zeugen dabei beobachtet worden war, wie er einer stark alkoholisierten Frau in einem Park heimlich unter den Rock fotografierte und so ihre hilflosen Situation ausnutzte, kamen monatelange Ermittlungen der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt in Gang, bei denen sich schnell herausstellte, dass dies nicht der einzige Fall war, in dem der Beschuldigte Frauen in intimen Situationen fotografiert hatte.

Weitere sieben Frauen geschädigt

Nach der Auswertung von zahllosen Fotos konnte die Polizei nun insgesamt noch sieben weitere Frauen ermitteln, von denen der Mann aus seiner Wohnung heraus immer wieder heimlich Aufnahmen gemacht hatte. Warum der Mann die Fotos machte, ist nicht bekannt.

Es gibt aber keine Hinweise darauf, dass er sie auch öffentlich verbreitet hat. Jetzt erwarten den 54-Jährigen mehrere Anzeigen, unter anderem wegen Beleidigung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen. Alle acht Geschädigten hatten entsprechende Strafanträge gestellt.

Frauen in intimen Situationen

Zwischen Mitte Juni 2012 und Ende Juli 2014 hatte der Beschuldigte aus seiner Wohnung im vierten Stock heimlich Fotos von mehreren Nachbarinnen geschossen. Bei dem 54-Jährigen wurden Tausende von Fotos sichergestellt, von denen 377 strafrechtlich relevant waren. Auf diesen Bildern waren immer wieder junge Frauen in intimen Situationen zu sehen. Sie zeigten die Geschädigten zum Beispiel im Badezimmer, mit entblößten Brüsten oder in Unterwäsche.

Im Zuge der recht aufwändigen Folgeermittlungen konnte der Sachbearbeiter insge- samt sieben Frauen im Alter zwischen 17 und 32 Jahren ausfindig machen, die von dem Beschuldigten heimlich fotografiert worden waren. Schwierig gestalteten sich diese Ermittlungen vor allem deshalb, weil es sich bei den meisten der Geschädigten um Studentinnen handelte, die zum Teil schon gar nicht mehr in Würzburg wohnten oder zum Zeitpunkt der Taten hier nicht gemeldet waren.

Opfer völlig überrascht

 

Alle Frauen waren sehr überrascht, als sie von den Ermittlungen erfuhren und hatten von den heimlich ge- machten Aufnahmen nicht das Geringste mitbekommen.

Bei der Vernehmung durch den Ermittlungsbeamten der Polizeiinspektion Würzburg- Stadt gab der Tatverdächtige an, dass er sich nicht dessen bewusst gewesen sei, etwas Verbotenes zu tun.

Das Amtsgericht Würzburg verurteilte den 54-jährigen Würzburger am 06.03.2015 wegen Verletzungen des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen in 362 Fällen zu einer Geldstrafe in Höhe 90 Tagessätzen a 50 Euro (4.500 Euro).

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Unterfranken.

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