Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Online-Petition gegen Abschaffung der Ersti-Tüte gestartet

Großer Wirbel um Abschaffung der Ersti-Tüte

„Keine Ersti-Tüten an der Uni Würzburg mehr?“ – dieses Thema erregte am gestrigen Tag viele Gemüter. Die Nachricht über die Abschaffung der Semesteranfangstüten bei der alljährlichen Ersti-Messe und besonders die Begründung dafür stieß bei vielen Studierenden auf Entsetzen. Weder das Argument „die Tüten verbreiten zu viel Müll“, noch der Hinweis auf die „Verfestigung systematischer Sexismen in der Gesellschaft“ der Studierendenvertretung fanden Anklang. Ganz im Gegenteil – eine Petition gegen die Abschaffung der Ersti-Tüte ist bereits gestartet.

Facebook-Kommentare richten sich gegen Abschaffung

Viele Facebook-User ließen kurz nach der Veröffentlichung der Nachricht bereits ihren Frust heraus. So konnte man unter dem Beitrag Kommentare wie „und ich hab mich schon wieder auf leckere ovomaltine gefreut …aber die ist wegen der braunen farbe bestimmt zu rassistisch“ oder „Ohne die Ersti-Tüte tut sich diese Messe doch keiner freiwillig an“ finden.

Andere gingen mit einem Hauch Ironie auch auf die Argumente der SSR direkt ein: „Dank dem Beitrag weiß ich aber, dass ich das nächste mal meiner Freundin ihre Light-Cola aus der Hand schlagen muss, um keine Genderstereotype zuzulassen“. Tanja äußerte mit ihrem Kommentar „Der Gendergedanke nimmt meines Erachtens einen viel zu großen Raum ein. Ich habe ein Problem, wenn für gleiche Arbeit unterschiedlicher Lohn gezahlt wird, ich freue mich dennoch über Mädchensachen in einer Erstitüte.“ ebenfalls Kritik an der Argumentation des SSR.

Online-Petition gestartet

Dass zumindest einige der wütenden Studis es tatsächlich ernst meinen, zeigt eine Online-Petition mit dem Namen „Rettet die Ersti Tüte an der Universität Würzburg„. Bereits nach wenigen Stunden hatte diese über 50 Unterstützer gefunden. Initiator Lukas Pollmann erklärt seine Beweggrüne folgendermaßen: „Ich habe die Petition gestartet, weil ich es schade finde, dass die Ersti Tüte zum Opfer ideologischer Politik der Studienvertretung geworden ist. Gerade weil die Ersti Tüte schon so etabliert und beliebt ist, schmerzt mich die Entscheidung umso mehr.“

„Keine offene Erstimesse gewünscht“

Seiner Meinung nach fiele die Entscheidung gegen die Tüte außerdem nicht aufgrund des verursachten Mülls oder einer Diskriminierung, sondern viel mehr um Politik gegen die bisherige Form der Erstimesse zu machen: „Bereits die letzten Entscheidungen der StuV zeigen doch, dass keine offene Erstimesse mit Elementen wie der Ersti Tüte gewünscht ist. Vielmehr werden etablierte Vereine und Gruppen ausgeschlossen.“ Dahinter stehe laut Pollmann der Versuch, seine politischen Überzeugungen der Studierendenschaft aufzuzwingen. Aus seiner Sicht hätte man ansonsten die Problematik der Tüte mit einer breiten Öffentlichkeit diskutiert, anstatt sie ganz zu verbieten.

RCDS Würzburg e.V. nimmt Stellung

Auch der RCDS Würzburg e.V. nahm Stellung zur Debatte. Mit der Aussage „das Verbot der „Erstsemester-Tüte“ an der Erstsemesterinformationsmesse und die Argumentation auf welche sich dieses stützt, ist nach Auffassung des RCDS Würzburg e.V. in keiner Weise tragbar“ spricht er sich, wie viele andere eindeutig gegen die Abschaffung der beliebten Tüte aus. Stattdessen wünsche er sich eine „Optimierung der Erstsemester-Tüte“, bei welcher man die Inhalte sinnvoller aussuche. Des Weiteren wies man darauf hin, dass die Argumentation, die Frau werde durch zuckerfreie Getränke in eine Rolle gezwängt, sie gänzlich verkennt. Die Frau von heute sei in der Lage, entweder einen Energydrink mit Zucker einzufordern oder einfach den Geschenkten zu trinken, ohne sich darüber Gedanken machen zu müssen, ob das politisch korrekt sei.

SSR habe lediglich Beschluss des Studentischen Konventes umgesetzt

Dass die Sachlage aber aber tatsächlich eine andere ist, erklärt Userin „MA HeiNe„: Sie stellt klar, dass nicht der SSR irgendetwas „beschlossen“, sondern lediglich einen Beschluss (s.o.) des Studentischen Konventes von vor ca. 2 Jahren umgesetzt habe – wie es laut BayHSchG auch seine Aufgabe sei. Demnach seien die meisten Kommentare, die sich gegen den Sprecher- und Sprecherinnenrat richten, nicht berechtigt. Trotzdem scheint die Enttäuschung über die Abschaffung der Ersti-Tüte bei der Mehrheit der Studierenden groß zu sein.

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