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Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Intoleranzen: Gibt’s das auch laktose- und fruktosefrei?

Da macht Essen keinen Spaß mehr

Stell dir vor: Du sitzt gemütlich mit Freunden oder deiner Familie im Restaurant und studierst die Speisekarte. Frustriert stellst du fest, es ist mal wieder nichts dabei, das Du essen kannst. Überall ist etwas drin, das Du nicht verträgst. Während die anderen genüsslich schlemmen, begnügst Du dich schließlich mit einem kleinen Salat – natürlich ohne Dressing oder Croutons. Seien wir ehrlich: Da macht Essen keinen Spaß mehr!

Jeder Vierte betroffen

Laut einer Umfrage leidet mittlerweile fast jeder vierte Deutsche an einer Unverträglichkeit für bestimmte Stoffe in Nahrungsmitteln. Experten schätzen, dass rund 15 Prozent der Bevölkerung von einer Laktoseintoleranz betroffen sind. Bei Fruktose liegt der Anteil sogar bei 33 Prozent. Auch Gluten und Histamin können Probleme bei der Verdauung bereiten. Bei Betroffenen zeigen sich nach dem Verzehr unverträglicher Nahrungsmittel oft Symptome wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall oder Blähungen.

Betroffene ziehen sich zurück

Viele Betroffene meiden es deshalb, essen zu gehen. Auch eine Einladung zu Kaffee und Kuchen bei Freunden oder der Familie kann schnell zu Unmut führen. Die meisten Nicht-Betroffenen haben kein Verständnis und halten dieses Verhalten für übertrieben. Die wenigsten wissen, mit welchen Einschränkungen solche Unverträglichkeiten verbunden sind und wie belastend das auf Dauer sein kann. Die Betroffenen ziehen sich mehr und mehr zurück und versinken im Selbstmitleid. Dabei ist die Zahl der Betroffenen in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen.

Diagnose: Fruktose- und Laktoseintoleranz

Bei mir fingen die Probleme vor rund zwei Jahren an. Anfangs hatte ich nur ab und zu Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall nach dem Essen, aber über die Zeit wurde das immer häufiger, bis ich am Ende fast nichts mehr essen konnte, ohne dass es mir danach schlecht ging. Die Ärzte nahmen mich zunächst nicht ernst und schoben es auf den Stress in der Uni. Immer wieder bekam ich zu hören, dass das alles psychisch bedingt sei. Ein Internist diagnostizierte schließlich: Fruktose- und Laktoseintoleranz. Zuhause recherchierte ich gleich im Internet, auf welche Nahrungsmittel ich künftig verzichten musste. Das Ergebnis war frustrierend. Kein Obst bis auf wenige Ausnahmen, keine Milchprodukte und das schlimmste: kein normaler Zucker, denn der besteht zur Hälfte aus Fruchtzucker.

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Ab und zu ein Stückchen

Auf Anraten des Arztes verzichtete ich einige Wochen konsequent auf alle laktose- und fruktosehaltigen Nahrungsmittel. Nach dieser „Karenzphase“ folgte die Phase, in der ich ausprobieren sollte, was und wie viel ich vertrage. Mittlerweile weiß ich, was ich essen kann, ohne Probleme zu bekommen, und was nicht. Auf Milch, Joghurt und Quark verzichte ich komplett. Bei Obst gehen nur wenige Sorten mit einem geringen Fruchtzuckergehalt. Dazu gehören zum Beispiel Aprikosen, Mandarinen oder Honigmelonen. Auch Süßigkeiten meide ich weitgehend – ab und zu ist trotzdem ein Stückchen Schokolade erlaubt.

Fruktosefreie Produkte oft teuer

Etliche Supermärkte haben bereits laktosefreie Milchprodukte in ihrem Sortiment. Neben Joghurt oder Pudding gibt es auch Schokolade und Kekse ohne Laktose. Das Problem: Die meisten sind nicht fruktosefrei. Nur wenige Supermärkte und Drogerien bieten Süßigkeiten an, die weder Fruktose noch Laktose enthalten. Zudem kosten diese meist das Zwei- bis Dreifache. Für eine 100 Gramm Tafel Schokolade von Frusano zahlt man beispielsweise um die 3,50 Euro. Ein Päckchen fructosefreie Gummibärchen mit 50 Gramm kostet über einen Euro.

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