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Sicherheitsbilanz 2014: Entwicklung der Wohnungseinbrüche

Sicherheitsbilanz 2014 des Polizeipräsidiums Unterfranken

UNTERFRANKEN. Polizeipräsident Gerhard Kallert stellte in einer Pressekonferenz am 18. März 2015 die Sicherheitsbilanz 2014 für den Regierungsbezirk Unterfranken vor.

Da der Bericht sehr umfangreich ist, möchten wir die einzelnen Themengebiete getrennt voneinander vorstellen, um so einen Einblick in die Kriminalitätslage, das Einsatzgeschehen, sowie die Verkehrssicherheitsbilanz des letzten Jahres zu geben.

Obwohl die Einbrüche in Wohnungen mit etwa einem Prozent einen geringen Anteil an der unterfränkischen Gesamtkriminalität ausmachen, beeinträchtigen diese Straftaten jedoch das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung in erheblichem Maße.

Deshalb hat sich das Polizeipräsidium Unterfranken verstärkt der Bekämpfung dieses Phänomens gewidmet, denn Opfer eines Wohnungseinbruchs zu werden bedeutet oftmals auch, dass sich Betroffene in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher fühlen.

Zu Beginn der dunklen Jahreszeit initiierte das Polizeipräsidium Unterfranken gemeinsam mit den nachgeordneten Dienststellen verschiedene Präventionsveranstaltungen.

Bereits im Oktober starteten die Aktionen mit der Verteilung von Flugblättern, die einfache aber wirksame Verhaltenstipps zum Schutz vor Einbrechern vermitteln. Hier hatten die Bürgerinnen und Bürger auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Unterstützt wurde die Aktion von der Bayerischen Bereitschaftspolizei.

Über die frühzeitige und direkte Einbindung der Medien versuchte die Polizei auch, eine rechtzeitige Sensibilisierung für das Thema zu erreichen. Die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen boten in ausgesuchten Regionen eine Vielzahl von Informationsständen und boten auch zu Hause vor Ort ihre kostenlosen Beratungen an.

„Genau hinschauen – Polizei anrufen!“

Wichtig war es dem Polizeipräsidium Unterfranken, das Mitteilungsverhalten der Bevölkerung positiv zu beeinflussen. Hierzu erging die Kernbotschaft:

„Einbruch? Nicht in unserer Straße! Genau hinschauen – Polizei anrufen!“

Mit diesem einfachen und einprägsamen Slogan gelang es, in weiten Teilen der Bevölkerung den Informationsfluss im Hinblick auf Wohnungseinbrüche und die damit verbundenen verdächtigen Wahrnehmungen zu beschleunigen.

Nur die zeitnahe Information ermöglicht es der Einsatzzentrale, die nötigen Schritte schnell in die Wege zu leiten und die Täter eventuell noch auf frischer Tat zu erwischen.

Zentrale Ermittlungskommission in Würzburg

Wichtig war auch die Einrichtung einer zentralen Ermittlungskommission mit Sitz in Würzburg. Seit September 2014 werden von hier aus alle Ermittlungsmaßnahmen nach einem Wohnungseinbruch in Unterfranken gebündelt koordiniert. Diese Vorgehensweise war bereits mehrfach bei der Bearbeitung von Fällen hilfreich, die überregional agierenden Tätergruppierungen zugeschrieben wurden.

Auch die präventiven Einsatzmaßnahmen, wie zum Beispiel die „anlassunabhängige Fahndung“ in stärker betroffenen Ortschaften oder Straßenzügen, konnten so schnell und effektiv bewerkstelligt werden.

Anstieg von etwa 25 Prozent

Trotz aller Bemühungen stieg die Anzahl der Wohnungseinbrüche im Jahr 2014 um etwa 25 Prozent (134 Fälle), was im Zehnjahresvergleich leider einen Höchststand darstellt.

Die untere Grafik zeigt die regionale Verteilung der registrierten Fälle für das Jahr 2014. Besonders betroffen waren die Stadt und der Landkreis Würzburg sowie der Landkreis Aschaffenburg.

Der Anteil der im Versuch stecken gebliebenen Wohnungseinbrüche stieg gegenüber dem Vorjahr um knapp drei Prozent auf 281 Fälle im Jahr 2014. Dies bedeutet, dass von allen registrierten Delikten 42,4 Prozent aus Sicht der Täter erfolglos verliefen.

Insgesamt konnten 95 Tatverdächtige im Jahr 2014 ermittelt werden. Davon hatten knapp 20 Prozent einen Wohnsitz außerhalb der Bundesrepublik Deutschland. Knapp 38 Prozent der Tatverdächtigen hatten ihren Wohnsitz in der Tatortgemeinde und waren somit als örtlich agierende Personen zu sehen.

Bei der Wahl der Tatorte ist wie in den Vorjahren zu beobachten, dass die Täter Ortschaften in der Nähe von überregionalen Straßen und dort bevorzugt in Ortsrandlagen im Visier haben. Günstige Annäherungs- und Fluchtmöglichkeiten zählen zu den Auswahlkriterien der Einbrecher.

„Wir kommen lieber ein Mal zu viel, als ein Mal zu spät“

Weil das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung für die Polizei einen sehr hohen Stellenwert hat, wird sie auch weiterhin mit zahlreichen Beamten, sowohl in Uniform als auch in Zivil, rund um die Uhr im Einsatz sein, um die Einbruchskriminalität zu bekämpfen.

Bei der Aufklärung der Straftaten setzt die Polizei auf zwei Strategien. Zum einen ist das richtige Verhalten von Zeugen oder Geschädigten bereits während oder kurz nach der Tat ein möglicher Ansatzpunkt für eine schnelle Festnahme.

Nach dem Motto „Wir kommen lieber ein Mal zu viel, als ein Mal zu spät“ versucht die Polizei auch fortlaufend, die Hemmschwelle für eine Mitteilung am Polizeinotruf abzubauen.

Mehrere Tatverdächtige sind Dank solcher Hinweise durch sofort eingeleiteten Fahndungen vorläufig festgenommen worden und sitzen nach wie vor in Untersuchungshaft.

Der zweite Ansatzpunkt ist die Ermittlungsarbeit nach einem begangenen Einbruch. Angefangen von schnellen Überprüfungen von verdächtigen Wahrnehmungen, bis hin zu einer optimal ablaufenden Spurensicherung am Tatort, will die Polizei ihre Ablaufprozesse weiter verbessern und damit diesem Kriminalitätsphänomen immer weiter anpassen.

Artikel beruht auf der Sicherheitsbilanz 2014 des Polizeipräsidiums Unterfranken.

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