Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Öffentliche Wasserspender in Würzburg: Trinkwasser für alle?

Die Mainufer füllen sich

Sobald sich die ersten Sonnenstrahlen in Würzburg heraus trauen, füllen sich die Mainwiesen und Uferpromenaden in der Stadt. Viele Würzburger nutzen das, um Sonne zu tanken, aber auch für sportliche Aktivitäten – wie unsere beiden Leserinnen, Ines und Kristina, die kürzlich Federball auf den Mainwiesen spielten.

Dabei fiel ihnen auf, wie viele Menschen sich dort aufhalten, in der Sonne liegen oder vorbei joggen. Was jedoch fehlte: Öffentliche Wasserspender, „bei denen man sich an heißen Tagen eine erfrischende Abkühlung holen kann.“ Die Redaktion hat sich daraufhin bei der Stadt Würzburg schlau gemacht, wieso es keine öffentlichen Trinkwasserspender gibt.

Keine öffentlichen Wasserspender

„Vor allem bei den Sportlern bemerkten wir, dass diese keine Wasserflaschen bei sich trugen“, und so fiel den beiden Würzburgerinnen auf, dass es in Würzburg keine öffentlichen Wasserspender gibt. „Aber nicht nur für Sportler, sondern auch ältere Menschen oder die ganz Kleinen, die sich an dem kleinen Spielplatz auspowern, würden davon profitieren“, meint unser Fan Kristina.

Trinkwasser nur in Toilettenanlagen

Ein Pressesprecher der Stadt Würzburg weist dazu auf einige Sportanlagen, wie auf den Sanderrasen hin. „Dort gibt es natürlich Toilettenanlagen mit Waschbecken und somit Trinkwasser. Dies mag für einige Sportler eine Alternative sein.“ Grundsätzlich halte sich die Stadt Würzburg allerdings mit der Empfehlung, Wasser aus Brunnen zu trinken, auch dann zurück, wenn die Quellen direkt mit Trinkwasser gespeist werden.

Wasserspender in Würzburg nicht in Planung

Zu Wasserspendern in Würzburg sei derzeit nach Angaben der Pressestelle auch kein Projekt in Planung. Denn eine hundertprozentige Garantie für die Reinheit der öffentlich zugänglichen Leitungen, könne die Stadt nicht übernehmen. Eine regelmäßige Kontrolle wäre außerdem sehr aufwendig. Die Stadt Würzburg weist außerdem darauf hin, dass „bei Brunnen, die sicher keinen Trinkwasserstandard erfüllen (z.B. durch eine Umwälztechnik)“, sich ein entsprechender Hinweis auf diesen befände.

„Mehr Attraktivität der Stadt“

„Für mich persönlich würden Wasserspender an belebten Plätzen (wie Spielplätze, Marktplätze und eben besonders die Mainwiese in der Sanderau) die Attraktivität der Stadt definitiv steigern“, findet Kristina.  Es würde außerdem die Menschen zum Trinken motivieren und mit einen Beitrag dazu leisten, dass Trinkflaschen – vor allem Plastikflaschen – mehrfach benutzt, wieder aufgefüllt oder sogar unnötig hergestellt werden, so die Würzburgerin.

Wasserspender in anderen Ländern

Kristina und Ines weisen außerdem darauf hin, dass Wasserspender in vielen Ländern wie Spanien, den USA oder Italien alltäglich seien, aber auch Slowenien und vor allem die Niederlande gelten als Paradebeispiel mit dem Bau von über 150 gebauten Wasserspender. In Deutschland würden sich mittlerweile aber auch mehrere Städte trauen, den ersten Schritt zu machen, wie Berlin, Augsburg, Stuttgart und Wiesbaden.

Trinkwasser-App

In Herbstein in Hessen ist es – 24h zugänglich – möglich im Thermalbad Herbstein direkt Wasser aus der Quelle beziehen. Dort gibt sogar eine App, in der man alle öffentlich zugänglichen Wasserspender in Deutschland auf einem Blick sieht.

Hohe Finanzierung

„Andere Städte betreiben einen solchen Aufwand beispielsweise in Kuranlagen“, meint ein Pressesprecher der Stadt dazu. In einigen Städten gäbe es entsprechende Patenschaften. Dass es aber bereits in vielen Großstädten ein engmaschiges Netz von öffentlichen Wasserspendern gäbe, sei der Stadt Würzburg nicht bekannt und sei ohne Sponsoren kaum finanzierbar.

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