Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

„Würzburg braucht wieder neue Ideen, um die Stadt voranzutreiben“

Georg Rosenthal zu Gast

Mit Georg Rosenthal hatte der SPD-Ortsverein Lengfeld/ Lindleinsmühle einen besonderen Gast: In der Reihe Stadtgespräche stellte sich der Landtagsabgeordnete den Fragen der etwa 30 Bürger zu seiner Arbeit im Landtag, aber natürlich auch zu den Problemen in der Kommunalpolitik.

Andere Städte schlafen nicht

Während im Landtag die CSU eher unfreiwillig für Stimmung sorgt, von der Modellbauaffäre Haderthauer über die Beschäftigungsaffäre um Georg Schmid bis zum Abrechnungsbetrug des Laborarztes Schottdorf, ist für den früheren Oberbürgermeister in der Stadtentwicklung zuletzt zu viel Ruhe eingekehrt: „Wir brauchen unbedingt wieder mehr Schwung in Würzburg, die anderen Städte schlafen doch nicht“, schilderte er seinen Eindruck. Ob bei der Festung Marienberg, wo eine komplizierte Gemengelage ein Vorgehen mit Fingerspitzengefühl erfordere, beim weiteren Ausbau des Hauptbahnhofs oder bei der Stärkung des Hochschulstandorts. Er vermisst Ideen, die die Stadt voranbringen.

Wie es nicht geht

Mit der Verlagerung des Staatsarchivs nach Kitzingen habe die Staatsregierung jedoch zuletzt eine erste Kostprobe gegeben, wie es nicht geht. Während es auf dem Hubland schon ein Grundstück gegeben habe, das das staatliche Bauamt ausgeguckt hatte, müsse in der Nachbarstadt das frühere Kasernengebäude erst noch erworben und anschließend saniert werden. Auch erwartet er nicht, dass von 17 Mitarbeitern im Archiv bedeutende Impulse für eine Ansiedlung wirtschaftlich interessanter Unternehmen in Kitzingen ausgehen.

Ausreichend bezahlbarer Wohnraum

Besonders brannte den Bürgern aus dem Würzburger Norden unter den Nägeln, dass auch weiterhin ausreichend bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht. Sorgen bereitete ihnen etwa das weitere Schicksal der Wohnungen in der Lindleinsmühle, die die Wohnungsgesellschaft GBW an einen privaten Investor veräußert hat und was dies für die Sozialbindung, der die Wohnungen weiterhin unterliegen, bedeutet. Außerdem ging es um den weiteren Ausbau der Nürnberger Straße, die Zukunft der Faulenbergkaserne und die Umlage von Straßenausbaukosten auf die Anwohner.

Vom Ausbau des Bahnhofs erwartet der Würzburger Norden einen besseren Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr. Rosenthal und die SPD-Stadtratsfraktion setzen sich für eine Erschließung von beiden Seiten ein. So könnte etwa der Busbahnhof nördlich der Gleise unterkommen. Gespräche mit der Deutschen Bahn seien im Gange. Bisher ohne Ergebnisse. Im Verbund mit einer besseren Vertaktung der Buslinien könne es gelingen, den Bahnhof in eine echte „Verkehrsdrehscheibe“ zu verwandeln. Der SPD-Politiker erwartet eine deutliche Steigerung der Nutzerzahlen im Fernbusverkehr. Experten rechnen mit einer Steigerung um 20 Prozent.

Offensiv auf den Freistaat setzen

Auch für das Theater sieht er eine Lösung. So steht etwa auch in Augsburg die Sanierung des kommunalen Theaters an. Die Stadtoberen setzt dort offensiv auf den Freistaat. „Die oberbayerischen Städte haben ein gehöriges Selbstbewusstsein, wenn es darum geht, den Freistaat in die Pflicht zu nehmen.“ Was für Augsburg gilt, gilt dann hoffentlich auch für Würzburg, so der SPD-Politiker.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des SPD-Landtagsabgeordneten Georg Rosenthal

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