Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Tanzen erlaubt: Stiller Karfreitag aufgehoben

Karfreitag ehemals „Stiller Feiertag“

Bisher galt an Karfreitagen strikt: Jede Art von „Musikdarbietung in Räumen mit Schankbetrieb“ ist nach Angaben des Innenministeriums ausnahmslos verboten. Obwohl andere Bundesländer laxer damit umgehen, blieb der Karfreitag als „stiller Feiertag“ in Bayern bisher unangetastet. Erstmal soll nun an diesem Freitag, 3. April das Tanzverbot – mit Einschränkungen – in den Würzburger Tanzlokalen aufgehoben werden.

Ende des Tanzverbotes?

Von Gründonnerstag 2 Uhr bis einschließlich Karsamstag 24 Uhr hat bisher das generelle Tanzverbot in Bayern gegolten. In diesem Jahr lockert die Stadt Würzburg erstmals in der Geschichte das strikte Tanzverbot auf und erlaubt ein eingeschränktes Feiern und Tanzen in allen Schankbetrieben am Karfreitag bis in den darauffolgenden Karsamstag.

Diskussionen rund um das Tanzverbot

Diskussionen darüber, ob das Tanzverbot an „stillen Feiertagen“ noch zeitgemäß sei, seien laut Angaben der Pressestelle des Ordinariats Würzburg, ausschlaggebend bei der Auflockerung in Würzburg nachzugeben. Seit etlichen Jahren wird bereits über eine Tanzpause in Bayern diskutiert, wo es auch die meisten „stillen Feiertage“ gibt. „Wir haben wahrscheinlich mit die umfangreichsten Regelungen“, sagt ein Sprecher des Innenministeriums Bayern.

Eingeschränktes Tanzverbot

Wichtig sei der Diözese Würzburg allerdings, dass das Tanzverbot von allen Katholiken nach wie vor strikt eingehalten werde. Daher setzte sich das bischöfliche Ordinariat mit einem eingeschränkten Tanzverbot durch, von dem Katholiken ausgenommen sind. Für Menschen mit anderen Glaubensrichtungen, Evangelisten eingeschlossen, gilt 2015 erstmals: Tanzen erlaubt.

Stichproben in Schankbetrieben

Um die Religionsangehörigkeit vor Einlass festzustellen, bitten Türsteher und Mitarbeiter der Tanzlokale um das Mitbringen eines gültigen Taufscheins oder eines gleichwertigen Dokuments, aus dem die Religionsangehörigkeit deutlich hervor geht. Mit Stichproben wollen die Tanzlokale dann am Karfreitag die jeweiligen Glaubensrichtungen überprüfen.

Lange Tradition

Der Karfreitag blickt auf eine jahrhundertlange Tradition zurück. Er folgt auf den Gründonnerstag und geht dem Karsamstag voraus. Christen gedenken an diesem Tag Jesu Christi, der am Kreuz gestorben ist. Der Karfreitag wird auch „Stiller“ oder „Hoher Freitag“ genannt. In der katholischen Kirche ist er ein strenger Fast- und Abstinzenztag und gilt als erster Tag der österlichen Dreitagefeier, die in ihrer Gesamtheit in allen christlichen Konfessionen das höchste Fest des Kirchenjahres darstellt.

Bundesweite Unterschiede

Das Tanzverbot wird in vielen Bundesländern sehr inhomogen gehandhabt. In der Hauptstadt und Party-Hochburg Berlin bleibt alles beim alten. Dort scheint man das Tanzverbot nicht ganz ernst zu nehmen, denn obwohl am Karfreitag von vier bis 21 Uhr öffentliche Tanzveranstaltungen untersagt sind, wird dennoch in etlichen Berliner Clubs und Discotheken bis Mittags gefeiert.

 

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