Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Achtung rot: Wie schnell muss man in Würzburg sein?

„Fußgängerampeln zu kurz grün“

„Bei Grün darfst du gehen, bei Rot musst du stehen“ – die meisten Kinder lernen diese basale Verkehrsregel bereits im Kindergarten. Aber was, wenn man bei Grün losgeht und die Ampel – noch bevor man die Straße überquert hat – schon wieder rot anzeigt? Unser Fan Theresa schickte uns ihr Anliegen dazu. Die Würzburgerin findet: „Die Grünphasen der Fußgängerampeln sind in Würzburg viel zu kurz.“

„Was ist mit den älteren Menschen?“

„Egal, ob man an der Hubland Uni, in der Innenstadt oder beispielsweise in meinem Stadtteil Zellerau (v.a. Frankfurter Straße) über die Straße geht, man ist gerade mal zur Hälfte über die Straße, schon zeigt die Ampel für Fußgänger bereits Rot. Und ich bin noch ein junger Mensch, der meistens schnellen Schrittes über die Straße läuft. Aber was ist mit den älteren Menschen? Oder Menschen mit Behinderung?“, fragt sich die Würzburgerin.

Mindeststandards

Ein Pressesprecher der Stadt Würzburg erklärt dazu, dass es sich hierbei um „eine äußerst umfangreiche Anfrage“ handele, da fast jede Kreuzung in Würzburg anders sei. Durch die StVO und gesetzliche Richtlinien hätten die einzelnen Kommunen „ein recht enges Korsett bei der konkreten Ampelgestaltung“. Gewisse Mindeststandards dürfen laut der Pressestelle allerdings nicht unterschritten werden, sonst drohen Klagen bei einem Unfall.

Richtlinien für Signalanlagen

Theresa beobachte oft genug, dass ältere Damen oder Herren nicht mal 40 Prozent des Weges über die Straße schaffen, bevor die Ampel wieder auf Rot springt. Auch deswegen, da diese Menschen eine langsamere Reaktionszeit haben und erst ein, zwei Sekunden später loslaufen. Die Pressestelle der Stadt Würzburg meint dazu, dass die Richtlinien für Signalanlagen (RiLSA) keineswegs vorsehen, dass ein Fußgänger während der Grünphase die gesamte Straße überqueren muss.

Räumzeit als „Puffer“

„Man sollte die Grünphasen für Fußgänger verlängern, um eine sichere Straßenüberquerung für alle zu gewährleisten“, fordert Theresa. Die Pressestelle der Stadt Würzburg entschärft die Sorge vor möglichen Verkehrsgefahren für Fußgänger: Nachdem die Fußgängerampeln auf  Rot geschaltet haben, folgen noch ein paar Sekunden Räumzeit als Schutzbereich, „d. h. der Fußgänger, der bei der letzten Sekunde Grün die Fahrbahn betritt, kommt noch über die Straße und hat sogar noch etwas Puffer“, so der Pressesprecher.

Fußgänger: durchschnittlich 1,2 Meter pro Sekunde

In der Leistenstraße im Steinbachtal beispielsweise sähe es laut Angaben der Stadt hingegen folgendermaßen aus: Der Überweg ist 16 m lang – drei Fahrspuren und eine Busspur, mit neun Sekunden Mindestgrün, wobei ein Fußgänger laut RiLSA durchschnittlich 1,2 Meter pro Sekunde geht. Demnach überquert der Fußgänger rund Zweidrittel des Überweges, laut RiLSA müsse er mindestens bis zur Hälfte kommen. Danach folgen noch 15 Sek Räumzeit.

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