Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

„10 BAföG-Fahnder“ für’s Studentenwerk Würzburg

Vermehrter BAföG-Betrug aufgedeckt

BAföG-Betrügern in Würzburg geht es jetzt an den Kragen. In den letzten Monaten hat das BAföG-Amt vermehrt Bezieher kontrolliert und mehrere Fälle von Betrug aufgedeckt. Bisher wurden in Stichproben ca. 50 Studenten geprüft und bei fünf Unregelmäßigkeiten mit Verdacht auf Betrug festgestellt. „Das sind 10 %! Das geht so nicht weiter, dass sich einige Studierende auf Kosten von Bedürftigen unrechtmäßig die Taschen voll machen. Wir werden handeln und versuchen alle BAföG-Bezieher zu kontrollieren“, so der Geschäftsführer des Studentenwerks Würzburg Michael Ullrich.

Vermögen künstlich verringern

Viele Studenten verringern ihr Vermögen künstlich, um die Vermögensgrenze von 5.200 € nicht zu überschreiten. Sie buchen ihre Geldanlagen auf Konten der Eltern oder Verwandten und setzten ihre Vermögensgegenstände somit geringer an. So können sie mehr BAföG beziehen. Das Amt kannte dieses Vorgehen, war aber bisher personell nicht in der Lage flächendeckend zu agieren. Durch einen Zuschuss des Bildungs- und Wissenschaftsministerium ändert sich das nun.

„BAföG-Fahnder“ räumen auf

Das Würzburger BAföG-Amt wird nun rigoros gegen Betrüger vorgehen. Bereits für das 2. Quartal 2015 sind zehn „BAföG-Fahnder“ eingestellt, die genehmigte BAföG-Empfänger zufällig überprüfen. Das geschieht zum einen durch Befragung, Observierung und diverse Datenzugänge von Banken, Wohnsitzmeldung, Finanzamt, Mensakarte etc. Laut Pressemitteilung des Amtes werden die zehn neuen Mitarbeiter noch dieses Jahr alle aktuellen Bezieher und bis hin zu fünf Jahre alte Bezüge überprüfen.

Freilwillige Selbstanzeige möglich

Den Betrügern drohen harte Strafen. Von einem Bußgeld von bis 2.500 € bis hin zu einem Strafverfahren können die Folgen der Falschangaben erheblich sein. Das Amt gibt allen Studierenden nun die Möglichkeit, Falschangaben zu ändern, sodass nur ein Bußgeld in Höhe von 150 Euro fällig wird. Diese Möglichkeit gewährt das Amt den Studierenden bis zum 31. Juni 2015. Danach werden die Fälle an die Staatsanwaltschaft übergeben. Kontaktmöglichkeit und weitere Informationen zur freiwilligen Selbstanzeige sind per E-Mail unter selbstanzeige@bafoeg-fahndung.de möglich.

 

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