Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Selbstbewusst mit der eigenen guten Laune umgehen

Positive Einstellung

„Die meisten Menschen mit Behinderung strahlen von alleine eine unglaubliche Freude aus, die Menschen ohne Behinderung oft absichtlich unterdrücken“, erklärte Silvia Kirchhof von den Klinikclowns Würzburg und fügte hinzu: „Wir möchten diese positive Einstellung nutzen und auch an andere vermitteln.“ Aus eben diesem Grund hatte Angelika Back, Mutter eines Mitarbeiters in den Mainfränkischen Werkstätten auch die Idee, einen Kurs zu veranstalten, bei dem Menschen mit und ohne Behinderung zu Botschaftern der Freude ausgebildet werden.

Gute-Laune-Botschafter

Silvia Kirchhof und Tatjana Kapp, die als Klinikclowns arbeiten, waren sofort von der Idee begeistert und begannen im vergangenen Jahr mit der Ausbildung einiger Mitarbeiter mit und ohne Behinderung. Jetzt hatten diese neu ausgebildeten Gute-Laune-Botschafter der Mainfränkischen Werkstätten ihren ersten Auftritt – in der Volksbank Würzburg. In den Büroräumen der Würzburger VR-Bank wurden gemeinsam Witze erzählt und gelacht. Eine gelungene Abwechslung fanden auch die Mitarbeiter der Volksbank. „Bei uns geht es meistens sehr lustig zu, aber der Besuch der Gute-Laune-Botschafter war auf jeden Fall eine Bereicherung“, meinte Jana Ivanova, Mitarbeiterin der VR-Bank.

Erster Auftritt in der Öffentlichkeit

Auch für die Gute-Laune-Botschafter war es ein besonderes Erlebnis, erstmals in der Öffentlichkeit in ihrer neuen Rolle aufzutreten. Dabei ging es bei dem Auftritt keinesfalls darum, sich für andere lächerlich zu machen, wie Tatjana Kapp erklärte: „Wir wollen nicht, dass sich die Leute zum Affen machen, nur damit man über sie Lachen kann. Im Gegenteil es geht darum, mit der eigenen guten Laune selbstbewusster umzugehen. Dadurch werden andere ganz von allein angesteckt.“

Das war auch eine Lektion, die die Teilnehmer aus den Mainfränkischen Werkstätten erst verinnerlichen mussten. Mit Rollenspielen, Lockerungsübungen, Mimik- und Gestikübungen und verschiedensten Aufgaben lernten die Teilnehmer des Workshops schnell, dass es ein ganz anderes Gefühl ist, ob man gut oder schlecht gelaunt, gebückt oder gerade, mit oder ohne Lächeln in einem Raum erscheint. Die Klinikclowns waren begeistert von der Offenheit der Teilnehmer und sofort davon überzeugt: Das können wir auch außerhalb der Einrichtung nutzen, um anderen Menschen ein Lächeln in das Gesicht zu zaubern.

Andere Auftritte geplant

Nach einigen erfolgreichen Testläufen innerhalb der Mainfränkischen Werkstätten folgte die Anfrage an die VR-Bank, die sofort zustimmte. „Ich fand es eine schöne Idee und der Auftritt war auf jeden Fall gelungen. Ich hoffe, sie kommen bald wieder“, meinte Carmen Cazan, Leiterin der Filiale. Nach dem Erfolg in der VR-Bank Würzburg möchten die Gute-Laune-Botschafter der Mainfränkischen Werkstätten auch andere Einrichtungen besuchen.

Das war es auch, was sich Angelika Back von dem Workshop erhofft hatte: „Beispielsweise in Seniorenheimen haben die Mitarbeiter doch gar keine Möglichkeit mehr, sich wirklich Zeit für die alten Menschen zu nehmen. Wenn Mitarbeiter der Mainfränkischen Werkstätten jetzt in die Altenheime gehen könnten, um dort mit den alten Menschen zu spielen, mit ihnen Spaß zu haben und sie zum Lachen zu bringen, wäre das meiner Meinung nach ein Gewinn für beide Seiten. Denn Freude vermitteln kann jeder, auch Menschen mit schweren Behinderungen.“

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Mainfränkischen Werkstätten GmbH.

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