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Call ID Spoofing: Vorsicht vor Betrugsmasche am Telefon

Polizei warnt vor dreisten Tätern

UNTERFRANKEN. Unter falsch angezeigten Telefonnummern versuchen Betrüger derzeit an Bargeld zu kommen. Unter anderem als Vertreter von Justizbehörden oder als angeblicher Rechtsanwalt setzen sie die Opfer unter Druck und versuchen über eine Überweisung an Bargeld zu kommen. Die Unterfränkische Polizei möchte vor der Masche warnen und gibt Verhaltenstipps.

„Vertreter von Justizbehörden“

Anfang März hatte das Telefon bei einer Bürgerin aus Heigenbrücken geklingelt. Es stellte sich ein angeblicher Vertreter der Justizbehörden aus Frankfurt vor. Der Täter berichtete, dass eine Anzeige eingegangen sei, aber es bestehe die Möglichkeit der außergerichtlichen Einigung. Hierzu solle die Frau 4.800 Euro überweisen.

Tatsächliche Rufnummer angezeigt

Glücklicherweise schöpfte die Angerufene Verdacht und beendete das Gespräch. Ein dreistes Detail der Tatausführung macht den Fall allerdings besonders. So hat der Täter mit dem sogenannten „Call-ID-Spoofing“ gearbeitet. Dabei nutzen die Täter die technische Möglichkeit bei ihrem Anruf eine beliebig von ihnen gewählte Rufnummer anzeigen zu lassen. Das bedeutet, dass auf dem Display tatsächlich die Rufnummer einer Frankfurter Justizbehörde angezeigt wurde.

Ein ähnlicher Fall hat sich Ende Februar in Karlstadt abgespielt. Hier meldete sich telefonisch ein angeblicher Rechtsanwalt. Er gab an, dass eine Rentenpfändung wegen angeblicher Schulden bevorstehen würde. Das Opfer habe aber die Möglichkeit diese mit der Zahlung von 4.800 Euro zu verhindern.

Der Geschädigte ließ sich von der Polizei beraten und es kam nicht zur Auszahlung an die Betrüger. Auch hier arbeiteten die Täter mit einer falschen Anruferidentität.

Fantasie der Täter keine Grenzen gesetzt

Die beiden Fallbeispiele zeigen, dass der Fantasie der Täter keine Grenzen gesetzt sind. In anderen Bundesländern haben sie sich auch schon als Polizeibeamte oder Mitarbeiter einer Lotterie ausgegeben. Ziel ist es jedoch immer schnell Druck auf die Opfer auszuüben und dann eine Geldüberweisung oder die Übergabe von Bargeld an Mittäter zu erreichen.

Das Polizeipräsidium Unterfranken möchte aktuell vor der Masche warnen und gibt folgende Tipps:

  • Wenn sie einen Anruf von angeblichen Behörden oder Rechtsanwälten mit Geldforderung bekommen, lassen sie sich Namen und Rückrufnummer geben. Überprüfen sie die Nummer und rufen sie selbst zurück
  • Die Polizei oder Justiz fordert niemanden auf, ohne schriftliche Bescheide Geld zu überweisen oder gar an der Haustüre zu übergeben
  • Tätigen Sie keine Geldgeschäfte oder Überweisungen nach einem Telefonanruf
  • Führen Sie keine Überweisung an unbekannte Personen ins Ausland aus
  • Übergeben Sie niemals Bargeld oder Wertgegenstände an Unbekannte
  • Bei Unsicherheit: Fragen sie bei Ihrer Bank nach oder kontaktieren Sie die Polizei

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Unterfranken.

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