Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Eine Stunde weniger Schlaf: Adieu Winterzeit.

Wer hat an der Uhr gedreht?

Seit dem 26. Oktober 2014 befinden wir uns in der Winterzeit. Für viele Menschen ist das „die gute Zeitumstellung“, weil die Uhr um eine Stunde von drei auf zwei Uhr zurückgestellt und die Nacht somit länger wird. Am Sonntag, den 29. März 2015 wird uns allerdings eine Stunde Schlaf geklaut. Die Uhr wird dann um eine Stunde vorgestellt. Eine Schlafexpertin der Universität Würzburg erklärt, welche Auswirkungen das auf unser Schlafverhalten haben kann.

Vergleichbar mit einem Jetlag

Für viele Menschen hat der Wechsel von der Winterzeit in die Sommerzeit oft unangenehme Konsequenzen: Müdigkeit, Schlafprobleme und ein „Schlappheitsgefühl“. Woran das liegt, erklärt Schlafforscherin Dr. Karolin Roeser von der Uni Würzburg: „Die Zeitumstellung ist für unseren Körper vergleichbar mit einem kleinen Jetlag, den die meisten von uns von Flugreisen kennt.“ Denn auch da müsse man sich erst an den neuen Rhythmus gewöhnen. Roeser: „In der Regel gelingt uns das innerhalb weniger Tage bis maximal 1-2 Wochen.“

Mehrzahl hält Zeitumstellung für überflüssig

Seit der Einführung der Zeitumstellung ist ihr Nutzen umstritten. Laut Angaben der Main-Post zufolge, hält die Mehrheit der Bevölkerung den Wechsel von Winter- und Sommerzeit für unnötig. Das Ergebnis einer Forsa-Umfrage  im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit ergab, dass fast drei Viertel der Menschen in Deutschland gegen die Zeitumstellungen in Frühjahr und Herbst seien. 73 Prozent der Befragten hielten die Zeitumstellung für überflüssig und seien dafür, dass sie abgeschafft wird. 1001 Menschen wurden in der ersten Februarhälfte im Rahmen der Umfrage befragt.

Anzahl der Gegner gestiegen

Nur 26 Prozent halten die Zeitumstellung laut  für sinnvoll – 2013 waren es noch 29 Prozent. Damit ist die Zahl der Gegner im Vergleich zum Jahr 2013 um 4 Prozentpunkte gestiegen. 27 Prozent der Befragten hatten bereits einmal Probleme mit der Zeitumstellung, wobei mehr Frauen (32 Prozent) als Männer (23 Prozent) betroffen waren. Besonders häufig klagten außerdem die 45- bis 59-Jährigen über Beeinträchtigungen mit 36 Prozent.

Müde und schlapp fühlten sich 75 Prozent der Befragten, die schon Probleme mit der Zeitumstellung hatten. 62 Prozent gaben Einschlafprobleme oder Schlafstörungen an. Kognitive Auswirkungen hatte die Zeitumstellung für 36 Prozent, die sich den Ergebnissen zufolge schlechter konzentrieren konnten. 31 Prozent fühlten sich außerdem schneller reizbar.

Unterschiede: Morgen- und Abendtypen 

„Interessanterweise scheinen Morgentypen, also Menschen, die gerne eher früh aufstehen und ins Bett gehen, mit der Zeitumstellung im Frühjahr besser zurecht zu kommen als Abendtypen, während es im Herbst genau anders herum ist“, meint Schlafforscherin Roeser. „Früher aus den Federn, später ins Bett“, empfiehlt DAK-Ärztin Elisabeth Thomas.  Bei vielen wirke sich das vermeintlich unbedeutende Drehen an der Uhr spürbar auf Gesundheit und Wohlbefinden aus, so die Ärztin.

Folgen für die Arbeitgeber

Laut der DAK-Gesundheit könne die Zeitumstellung auch Folgen für Arbeitgeber haben:  An den drei Werktagen nach der Umstellung auf die Sommerzeit meldeten sich 15 Prozent mehr DAK-Versicherte krank als an vergleichbaren Arbeitstagen. Dabei fielen vor allem die 45- bis 59-Jährigen (17 Prozent) aus.

Aigner und Niebler gegen die Zeitumstellung

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) will die Umstellung auf Sommerzeit abschaffen. Den Bürgern soll der „Mini-Jetlag“ erspart werden, so die Ministerin laut Angaben von DIE WELT. Zusammen mit CSU-Europagruppenchefin Angelika Niebler startete sie einen neuen Vorstoß gegen die Zeitumstellung. Einen Nutzen gebe es nicht, Energieeinsparungen würden durch die Umstellung auf die Sommerzeit nicht erzielt, während aber der Wirtschaft durch die Arbeit an Schicht- oder Fahrplänen hohe Kosten entständen, so Aigner. Die beiden Politikerinnen räumten außerdem ein, dass eine Abschaffung der Zeitumstellung nur europaweit sinnvoll wäre.

An diesem Sonntag, 29. März werden die Uhren um 2.00 Uhr auf 3.00 Uhr eine Stunde vorgestellt. Am 25. Oktober 2015 endet die Sommerzeit dann wieder und die Nächte werden länger.

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