Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Gratis-Strickmützen für Krebspatientinnen

Werk von ehrenamtlichen Strickerinnen

Die Krebspatientinnen der Würzburger Universitätsfrauenklinik erhalten seit kurzem auf Wunsch kostenlose Strickmützen. Die beliebten Kopfbedeckungen sind das Werk von ehrenamtlichen Strickerinnen aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld.

Nebenwirkung: Vorrübergehender Verlust der Kopfhaare

Bei vielen Chemotherapien tritt als Nebenwirkung ein vorrübergehender Verlust der Kopfhaare auf. „Für unsere Patientinnen ist dies oft eine belastende Sache ‑ körperlich, aber vor allem auch seelisch“, weiß Schwester Katja Ziegler, die Leiterin der Chemotherapie-Ambulanz der Würzburger Universitätsfrauenklinik. Neben Perücken und Kopftüchern sind Mützen eine Möglichkeit, die kahlen Häupter zu bedecken und warmzuhalten. Durch das ehrenamtliche Engagement von Alexandra Müller aus Bastheim im Landkreis-Rhön-Grabfeld kann die Frauenklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) ihren Patientinnen jetzt auf Wunsch Gratis-Strickmützen mitgeben.

„Ich suchte nach einer sinnvollen Möglichkeit, meiner Strickleidenschaft zu frönen“

Die passionierte Handarbeiterin produzierte und lieferte in diesem Frühjahr die ersten 40 der farbenfrohen Mützen. „Ich suchte nach einer sinnvollen Möglichkeit, meiner Strickleidenschaft zu frönen und gleichzeitig anderen Menschen zu helfen“, schildert die 44-Jährige. Beim UKW stieß Alexandra Müller mit einer entsprechenden Anfrage auf offene Ohren ‑ und auf dankbare Abnehmerinnen ihrer akkuraten Handarbeitserzeugnisse. „Viele unserer Patientinnen nutzen das neue Angebot und freuen sich über das ebenso praktische, wie modische Geschenk. Auch das Wissen, dass hier jemand ehrenamtlich und mit Hingabe für sie tätig war, tut ihnen einfach nur gut“, berichtet Schwester Katja.

Wollläden spenden „Werkstoff“

Etwa zwei Stunden strickt Alexandra Müller an einer Mütze. Als Arbeitsmaterial dienten ihr zunächst ihre vielen eigenen Wollreste. Als diese aufgebraucht waren, nahm die dreifache Mutter Kontakt mit mehreren Wollläden auf, die sie seither mit kostenloser Wolle versorgen. Außerdem ließen sich zwei ihrer Freundinnen für die Benefiz-Arbeit begeistern, so dass die Mützenproduktion jetzt noch schneller läuft.

Mützchen auch für Früh- und Neugeborene

Ein weiterer dankbarer Abnehmer der weichen Kopfwärmer ‑ allerdings viele Nummern kleiner ‑ ist die Kinderklinik des UKW. „Aus hygienischen Gründen dürfen unsere Früh- und Neugeborenen keine handgemachten Mützchen anziehen, solange sie in der Klinik sind“, sagt Edith Spanier-Zellmer, Seelsorgerin an der Würzburger Universitätskinderklinik, und fährt fort: „Aber wir packen seit einigen Jahren in Kooperation mit der Elterninitiative KIWI für die Eltern der kleinen Patienten der Kinderintensivstation zur Osterzeit Nestchen mit jeweils einem Babymützchen und einigen Schokoeiern. Und im Advent gibt es mit einer kleinen Süßigkeit gefüllte Söckchen.“

Wolle, Zeit und Geschick

Gestrickt und gehäkelt werden die Mützchen und Söckchen von Rosemarie Steiner und Alfred Trunk aus Eberstadt im Landkreis Heilbronn. Die beiden Rentner spenden die Wolle, ihre Zeit und ihr Geschick, um jungen Familien eine Freude zu machen. „Mit den von Alexandra Müller zusätzlich gelieferten Mützchen kann ich unseren kleinen Ostergruß, der bei den Eltern immer sehr gut ankommt, in diesem Jahr erstmals auch auf die Säuglingsstationen Wolke II und Wolkennest des UKW ausdehnen“, plant Edith Spanier-Zellmer.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Universitätsklinikum Würzburg.

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