Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Initiative Pfandringe erfolglos: Antrag der SPD abgelehnt

SPD wollte Pfandring-System einführen

Viele Pfandflaschen landen regelmäßig im Müll, was sozial schwache Menschen dazu bewegt, öffentliche Müllkörbe nach Pfandflaschen zu durchwühlen, um die Cent- und Eurobeträge bei deren Rückgabe zu sammeln. Diese eher unwürdige Einkommensverbesserung wollte die SPD mit einem Pfandring-System vermeiden. „Wir wollten die Menschen, die sowieso wenig haben, ein klein wenig unterstützen und ihnen das würdelose Wühlen ersparen“, begründet Joachim Schulz, einer der vier Antragsteller aus der SPD, die Initiative.

Mehrheit des Stadtrates lehnt Antrag ab

Das System, das hinter dem Antrag steckt sieht wie folgt aus: Wer eine leere Pfandflasche hat, wirft sie nicht den Abfalleimer, sondern stellt sie in einen extra an den Eimer angebrachten Pfandring. Die Pfandringe wollte die SPD-Stadtratsfraktion in Würzburg einführen, was jedoch im Werkausschuss mit einer überwiegenden Mehrheit der Stadträte abgelehnt wurde. Doch im Werkausschuss fiel der Antrag durch. Lediglich sechs Stadträte von Rot und Grün stimmten für das Projekt.

„Stadtreiniger“ hatten Bedenken

Die „Stadtreiniger“ hatten starke Bedenken an dem System. Denn zum einen würden die Ringe nicht zu den steigenden Anforderungen an die „Stadtmöblierung“ passen, das Durchsuchen der Abfallkörbe werde nicht verhindert, da weiterhin nach anderem verwertbarem Müll gesucht werde und es bestehe außerdem die Gefahr für mehr Glasbruch, die Ringe würden auch für Flaschen ohne Pfand genutzt und die Entleerung verschiedener Abfallkorb-Typen verursache mehr Aufwand.

Zum anderen könne ein vereinfachtes Flaschensammeln auch „professionelle“ Konkurrenz zu den Bedürftigen anlocken, womit der ursprüngliche Sinn der Ringe verloren gehen würde. Die „Stadtreiniger“ verweisen außerdem auf die Erfahrungen der „Pfandring-Städte“, wie in Köln, Bielefeld oder Bamberg. Dort habe sich die Situation nicht verbessert, sondern die Vermüllung sogar zugenommen.

Zu großer finanzieller Aufwand

Ein weiteres Problem seien zudem die grauen Abfallkörbe in der Würzburger Innenstadt, die eine Mülltonne umhüllen und sich deswegen keine Standardpfandringe anbringen ließen. Die Flaschenbehälter müssten daher auf oder an die Körbe montiert werden, was zum einen nicht gut aussehe und zum anderen auch einen zu großen finanziellen Aufwand von 300 bis 400 Euro pro Behälter bedeuten würde, so die „Stadtreiniger“.

„Keine geeigneten Lösungen zur Bekämpfung der Armut“

Die SPD teilt die Bedenken der „Stadtreiniger“ nicht. Schulz ist enttäuscht, dass das Pfandring-System nicht einmal getestet werden soll. Schulz: „An zwei Abfallbehältern in der Innenstadt hätte man es ausprobieren können.“Die „Stadtreiniger“ sind allerdings der Meinung, dass die Pfandringe „keine geeigneten Lösungen zur Bekämpfung der Armut“ darstellen. Dennoch sei man übereingekommen, sich das Bamberger Pilotprojekt einmal genauer anzuschauen.

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