Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

AfD: „Keinerlei Berührungsängste zu bekennenden Extremisten“

AfD kritisiert OB, Landtagsabgeordneten und Hochschulpfarrer

Am 18. März erreichte uns eine Pressemitteilung der AfD Würzburg, in der sich der Kreisverband entsetzt darüber zeigte, „dass der Oberbürgermeister Christian Schuchardt und MdL Georg Rosenthal am 14.03.2015 offenbar keinerlei Berührungsängste mit bekennenden Extremisten hatten.“

Stellvertretend für den Kreisverband erklärt Tilman Matheja in der Pressemitteilung dazu: „Seite an Seite mit Vermummten? Was denken sich ein Oberbürgermeister Christian Schuchardt oder der Landtagsabgeordnete Rosenthal dabei, wenn sie zusammen mit linken Extremisten der Antifa gegen rechte Extremisten auf die Straße geht? – Warum dürfen Extremisten mit dem Spruchbanner “Deutsche Täter sind keine Opfer” direkt neben Pfarrer Hose auf der „Würzburg ist bunt“-Demo laufen?“

Wir haben sowohl Oberbürgermeister Christian Schuchardt, als auch Hochschulpfarrer Burkard Hose um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten.

OB Schuchardt: „Ich halte jede Art von Extremismus für falsch“

Oberbürgermeister Christian Schuchardt äußerte sich auf unsere Anfrage zu den Aussagen der AfD: „Zur Teilnahme an der Veranstaltung „Würzburg ist bunt“ war öffentlich aufgerufen worden, so dass sich insgesamt rund 140 Organisationen beteiligt haben. Dass sich darunter auch Vermummte gemischt haben, ist nicht in Ordnung; es ist bei dem Veranstaltungszug jedoch auch nicht weiter aufgefallen.

Ich halte jede Art von Extremismus für falsch. Und Gewalt jeglicher Art, um politischen Meinungen oder Sichtweisen Ausdruck zu verleihen, darf nicht toleriert werden. Es wäre jedoch das falsche Zeichen gewesen, deswegen nicht an der Kundgebung für ein buntes und offenes Würzburg teilzunehmen. Die Veranstaltung auf dem Oberen Markt hat schließlich ein deutliches Zeichen gegen Extremismus gesetzt und gezeigt, dass Würzburg offen, tolerant, bunt und friedlich ist – Werte für die wir alle stehen.“

Burkard Hose: „Aufschrift „Deutsche Täter sind keine Opfer“ logisch richtig“

Burkard Hose äußert sich, konfrontiert mit der Erklärung der AfD, folgendermaßen: „Auf der Demonstration „Würzburg ist bunt“ wurde eine Vielzahl von Transparenten mitgetragen. Die von der AfD zitierte Aufschrift „Deutsche Täter sind keine Opfer“ ist logisch richtig. Das Ansinnen rechtsradikaler Kreise, die Geschichte zu verkürzen und den 16. März für einen Opfermythos zu missbrauchen, der ohne die Vorgeschichte der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft auskommt, stößt zu Recht auf breiten Widerstand in der Würzburger Stadtgesellschaft.

Ich bin sehr dankbar für die Teilnahme gerade vieler junger Menschen quer durch unterschiedliche Parteien und Verbände, die sich an „Würzburg ist bunt“ beteiligt haben und damit ein deutliches Zeichen für Vielfalt gesetzt haben. Es war wohl eine bewusste Entscheidung der AfD, „Würzburg ist bunt“ nicht zu unterstützen. Im Nachgang sollte es die Partei jedoch unterlassen, Menschen, die dort teilgenommen haben, zu diffamieren oder gar zu kriminalisieren.“

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