Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Schutzbrillen ausverkauft: Alternativen helfen weiter

Partielle Sonnenfinsternis am Freitag, 20. März

Eigentlich dürfte es keine Überraschung sein: die partielle Sonnenfinsternis am Freitag, dem 20. März. Denn das Phänomen am Himmel über Deutschland lässt sich Hunderte von Jahren im Voraus berechnen. Trotzdem haben viele Deutsche erst kurz vor knapp gemerkt, dass sie gar keine Brille haben. Laut Angaben des Spiegel gibt es jedoch Alternativen, wie eine Bauanleitung für die Lochkamera vom Haus der Astronomie.

Experten warnen

Es ist war nur ein simples Gestell aus Pappe und ein paar Quadratmeter Spezialfolie, aber genau das ist extrem wichtig, um dauerhafte Augenschäden zu vermeiden. Christian Orloff von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft warnt im Spiegel vor  „irreparablen Netzhautschäden, im schlimmsten Fall sogar Erblindung“.  Wer also für längere Zeit ohne Brille auf die Sonnensichel schaut, riskiert lebenslange Sehprobleme.

Schutzbrillen ausverkauft

Doch die ersten Anbieter haben bereits seit Tagen keine Spezialbrillen mehr im Sortiment.  Teilweise haben sie die Nachfrage unterschätzt, teilweise haben sie von vornherein aus Sicherheitsgründen gleich gar keine bestellt, wie etwa Fielmann oder Apollo Optik. Fielmann-Sprecher Matthias Branahl erklärt gegenüber dem Spiegel diesen Umstand: „Die von uns getesteten Sonnenfinsternisbrillen entsprechen nicht unserem Anspruch.“ Nun stehen viele Menschen ohne Brille da und die Anbieter bekommen immer wieder Nachfragen nach Alternativen.

Wichtig: Spezialfilter

Vor vermeintlichen Alternativlösungen, wie rußgeschwärzten Glasscheiben, Schweizerbrillen oder CDs warnen Experten, denn diese Alternativen können die Augen nicht schützen. Nur ein Spezialfilter schützt die Netzhaut beim Blick in die Halbmondsichel. Besonders gefährlich könnte es für diejenigen werden, die die Sonnenfinsternis mit einem Fernglas oder Teleskop verfolgen möchten.

Alternativen zur Schutzbrille

Was kann man also tun, wenn keine Brillen mehr im Einzelhandel erhältlich sind? „Man bekommt nur noch vereinzelt Brillen in den Geschäften“, sagte Hans Hopf vom Innungsverband der bayerischen Optiker bereits am Mittwoch. Seitdem hat sich die Situation kaum verbessert. Auch in Würzburg stehen die Menschen Schlange vor vereinzelten Läden, die noch über einen Restbestand verfügen.

Sonnenfinsternis über das Handy

Eine Möglichkeit ist es, die Sonnenfinsternis über das Display des Handys zu verfolgen, und zwar mit dem Rücken zur Sonnensichel während man die Frontkamera des Mobiltelefon über die Schulter hält. Das sei laut Angaben vom Spiegel zumindest ungefährlich für die Augen. Bei dieser Lösung ist der Nachteil allerdings, dass die Sonne nur sehr klein zu sehen ist.

„Wir bekommen ständig Anfragen nach Alternativen“, sagt Kai Noeske vom Haus der Astronomie in Heidelberg. Und er hatte eine Idee, wie man sich eine Lochkamera selbst bauen kann. „Man kann in zwei Minuten eine Lochkamera aus einem Karton und einem Stück Butterbrotpapier basteln“, sagt Noeske. Mit der lasse sich dann bequem und gefahrlos die Sonne beobachten.

Hier eine Bauanleitung für die Lochkamera vom Haus der Astronomie:

Man braucht: einen langen Karton, am besten einen Meter oder mehr. Auf einer Seite schneidet man die Wand heraus und klebt an ihre Stelle mattes, halbtransparentes Material: Butterbrotpapier, oder Durchpauspapier zum Beispiel. Oder matte Plastikfolie, aus der Dokumentenhüllen oft gemacht sind.

Bauzeit etwa zwei Minuten

Auf der anderen Seite piekst man ein kleines Loch rein, am besten einen Millimeter oder weniger, auf jeden Fall weniger als zwei. Fertig ist die Kamera, Bauzeit etwa zwei Minuten. Diesen Kasten hält man dann mit dem kleinen Loch Richtung Sonne, auf dem matten Schirm sieht man deren Abbild. Am besten hängt man ein dunkles Tuch über Kamera und Beobachter, das schützt auch vor dem versehentlichen Blick in die Sonne.

Faustregel

Es gilt die Faustregel: Je kleiner das Loch, desto schärfer das Bild. Je länger der Karton, desto größer das Bild: ein ein Meter langer Karton gibt etwa ein Sonnenbild von einem Zentimeter Durchmesser, ein anderthalb Meter langer ein anderthalb Zentimeter großes Bild – und so weiter. Man kann auch eine lange Papp- oder Plastikröhre nehmen. Dazu klebt man das matte Material auf eine Öffnung, die andere wird mit einem lichtdichten Deckel verschlossen. In den sticht man dann das kleine Eintrittsloch.

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