Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Würzburg gedenkt der Opfer des 16. März 1945

Mahnbotschaft für den Frieden

Es war ein Abend des Gedenkens, der Erinnerung und der Mahnung für den Frieden. Zum 70. Jahrestag der Zerstörung Würzburgs haben sich in der Würzburger Innenstadt rund 15.000 Menschen versammelt. Es war ein emotionaler Moment, als Domvorplatz, die gesamte Domstraße und die angrenzende Plattner- und Schönbornstraße in ein Lichtermeer getaucht wurden. Junge Menschen standen neben Senioren, Muslime neben Katholiken. Konfessions- und gesellschaftsübergreifend drängten sich die vom Kerzenschein erhellten Gesichter dicht an dicht in den Straßen während die Glocken Würzburgs 20 Minuten lang schlugen.

Vielfalt und Toleranz

Zuvor hatte der Ausländer- und Integrationsbeirat der Stadt Würzburg zu einem Lichterweg aus den Stadtteilen hin zum Kiliansdom eingeladen. Allein diesem Aufruf waren Hunderte von Menschen mit Migrationshintergrund gefolgt, um in ihrer neuen Heimatstadt Würzburg Lichter zum Gedenken an die Opfer, für ein weltoffenes Würzburg, für ein Zusammenleben unterschiedlicher Lebensweisen, für Respekt aller Religionen und für ein warmherziges Miteinander zu setzen.

Dankesworte des Oberbürgermeisters

Nach dem Glockenläuten sprach Oberbürgermeister Christian Schuchardt Dankesworte an die Teilnehmer: „Ich spreche heute zu Ihnen als in Bürger dieser Stadt. Genau wie viele andere Menschen senke ich heute traurig meinen Kopf. Leid prägt sich tief ein und erinnert uns daran, wie wertvoll unser Leben ist. Ihr Erscheinen heute ist ein Ausdruck gelebter Erinnerung, vom Bewahren des Guten der Menschen in uns. Unsere Verstorbenen Mitbürger sollen uns ein Mahnmal sein und erinnern, warum in Würzburg das Leben als höchstes Gut geachtet wird.

Ich danke Ihnen allen dafür, dass Sie der Erinnerung ein Gesicht geben. Die vielen Lichter sind ein Symbol des Friedens, der Vergebung und der Erinnerung. Dieses Zeichen senden wir heute als Antwort auf diese schlimmste Nacht unserer Stadt.“ Er mahnte außerdem: „Es gibt keinen Grund einen solchen Krieg auf der Welt anzurichten und wir alle tragen Verantwortung daran, dass es nie wieder dazu kommt.“

Gedenken an die Opfer

An der Seite des Oberbürgermeisters gedachten der Bischof Dr. Christopher Cocksworth aus dem englischen Coventry, Bischof Dr. Friedhelm Hofmann, der ehemalige Weihbischof Helmut Bauer, Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer, Landrat Eberhard Nuß und Bürgermeister Dr. Adolf Bauer der Verstorbenen des 16. März 1945. Auch nach der Ansprache des Oberbürgermeisters blieben die Menschen noch lange gerührt ruhig stehen und die Fußgängerzone wurde bis auf die Alte Mainbrücke in der kommenden Nacht von zahlreichen abgestellten Kerzen weiterhin erhellt.

Unterstützer

Unterstützt wurde das Lichtergedenken vom Bündnis für Zivilcourage, dem Ausländer- und Integrationsbeirat der Stadt Würzburg, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der Geschichtswerkstatt im Verschönerungsverein, der Dompfarrei und den Kirchen- und Moscheegemeinden Würzburgs.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Stadt Würzburg.

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