Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Wohnen für Hilfe: Eine Aktion gegen die Wohnungsnot

Knapper Wohnraum

Würzburg ist eine Studentenstadt. Das heißt, viele Studenten und nur wenig Wohnraum. Die Katholische Hochschulgemeinde und der Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Würzburg e.V. haben aus diesem Grund im Jahr 2011 die Aktion „Wohnen für Hilfe“ ins Leben gerufen.

Hilfeleistungen als Währung

Bei diesem Projekt bieten Senioren oder Familien ihren freien Wohnraum Studierenden an. Diese wohnen dann bei ihren Vermietern mietfrei oder mietgemindert, nur die Nebenkosten muss der Student bezahlen. Als Gegenleistung unterstützen die Studierenden ihre Vermieter bei täglichen Aufgaben, wie zum Beispiel dem Einkaufen oder bei Nachhilfeleistungen – pro Quadratmeter eine Stunde. Wenn also das angebotene Zimmer 15 qm umfasst, sind es monatlich 15 Stunden Hilfeleistungen. Welche Aufgaben dies sind, wird vorher in einem Vertrag festgelegt. Ausgenommen sind aber jegliche Arten von Pflegeleistungen.

Über 60 Wohnpartnerschaften

Seit Juli 2011 gibt es diese Aktion, ins Leben gerufen aufgrund des doppelten Abiturjahrganges, der die Wohnungsnot in Würzburg noch einmal verschärfte. Bisher wurden über 60 Wohnpartnerschaften geschlossen, von diesen bestehen immer noch rund 1/3. Die Mietverträge sind unbefristet, aus organisatorischen Gründen sollte aber ein Student mindestens ein Jahr an der Aktion teilnehmen.

Vermieter bunt gemischt

Vermieter kann jeder werden, der in Würzburg oder der nahen Umgebung freien Wohnraum zur Verfügung hat. Momentan nutzen dieses Angebot meist Senioren oder Familien mit Kindern. Voraussetzungen gibt es nicht viele, es sollte dem Student aber mindestens ein abschließbares Zimmer zur Verfügung stehen. Ein eigenes Bad oder eine Küche sind nicht notwenig, hier ist auch eine gemeinschaftliche Nutzung möglich. Die Wohnung sollte außerdem von der Würzburger Innenstadt nicht weiter entfernt sein als maximal 45 Minuten.

Betreuung

„Wohnen für Hilfe“ vermittelt die Wohnpartnerschaft und begleitet diese auch während der Mietdauer. Es gibt eine Anlaufstelle für Fragen und Probleme rund um das Zusammenleben. Außerdem werden Stammtische organisiert.

Vermittlungsprozess

Damit eine Partnerschaft möglichst lange besteht und eine gute und vertrauensvolle Beziehung von Vermieter und Mieter zustande kommt, ist der Vermittlungsprozess bei „Wohnen für Hilfe“ etwas zeitaufwendiger. Ein interessierter Vermieter wird zuerst von der Organisation Zuhause besucht, hier werden die Räumlichkeiten begutachtet, sowie Wünsche und Vorstellungen besprochen. Interessenten suchen sich auf der Website ein passendes Angebot und bewerben sich mit einem Steckbrief per E-Mail.

Persönliche Vorstellungen und Wünsche

Wie mit dem Vermieter, werden auch mit den potenziellen Mietern persönliche Gespräche geführt. Decken sich die Vorstellungen und Wünsche der beiden Parteien, kommt es zu einem ersten Kennenlernen. Danach kann jede Seite entscheiden, ob der jeweils andere ein passender Wohnpartner wäre. Ist dies der Fall, wird der Mietvertrag mit Hilfe der Organisation abgeschlossen.

Wohnungssuche Würzburg

Ihr seid gerade auf Wohnungssuche in Würzburg? Dann schaut doch mal auf unserer Facebook-Seite Wohnungssuche Würzburg vorbei. Oder vielleicht habt Ihr ja gerade eine Wohnung oder ein WG-Zimmer zu vermieten? Dann seid Ihr bei unserer Rubrik Roomseeker richtig.

- ANZEIGE -

Kommentare zum Artikel

Kommentare zum Artikel

AUCH INTERESSANT