Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Fußwaschung mit Asylbewerbern

Bischof Dr. Friedhelm Hofmann feiert Kar- und Ostertage im Kiliansdom

Für die Christen ist sie der Höhepunkt des Kirchenjahres: die Heilige Woche von Palmsonntag bis zum Osterfest. Bischof Dr. Friedhelm Hofmann lädt alle Gläubigen im Bistum Würzburg ein, diese Tage besonders intensiv zu begehen: „Das Jahr 2015 ist geprägt vom Aufbruch der Kirche in die neue Zeit. Die Karwoche ist die Kulminierung unserer Glaubensvorstellung. Da geht es ans Eingemachte. Es geht um Tod und Auferstehung Christi. All das nicht nur zu bedenken und zu reflektieren, sondern innerlich mitzuvollziehen, ist die Aufgabe der Liturgie in der Karwoche. Ich kann nur alle Leute herzlich dazu einladen, daran teilzunehmen. Sie tun sich selbst etwas Gutes“, sagt Bischof Hofmann mit Blick auf die Kar- und Ostertage. Auch in diesem Jahr wäscht Bischof Hofmann am Gründonnerstag neben Vertretern des Diözesanrats und der Dompfarrei vier Asylbewerbern die Füße. Ein festliches musikalisches Programm bietet die Würzburger Dommusik unter der Leitung von Domkapellmeister Christian Schmid. Domorganist Professor Stefan Schmidt spielt die Orgel.

Palmsonntag am 29. März

Die Karwoche in der Bischofsstadt Würzburg beginnt mit der feierlichen Prozession am Palmsonntag, 29. März. Nach der Palmweihe ab 9.30 Uhr in der Marienkapelle zieht Bischof Hofmann mit den Mitgliedern des Domkapitels und den Gläubigen zum Kiliansdom. Dort zelebriert er um 10 Uhr das Pontifikalamt. Vorgetragen wird in diesem Jahr das Leiden Jesu, wie es der Evangelist Markus berichtet. Die Domsingknaben unter Leitung von Domkapellmeister Schmid gestalten die Feier mit Werken von Lajos Bardos, Bartholomäus Gesius, Rolf Rudin und Edward Elgar sowie Chorälen zur Passion. Die Liturgie des Tages erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem. Zum Zeichen seines Königtums streute ihm das Volk Palmzweige und jubelte.

Kollekte für das Heilige Land

Mit gesegneten Palmkätzchenzweigen ziehen heute die Gläubigen zum Gotteshaus. Die Kollekte am Palmsonntag ist für das Heilige Land bestimmt. Bischof Hofmann bittet in seinem Aufruf um eine großherzige Spende und um die Solidarität mit den Christen im Heiligen Land. Die Situation in der gesamten Region, vor allem Syrien und dem Irak, habe sich im vergangenen Jahr dramatisch verschlechtert. „Das wirkt sich auch auf die Christen in Israel und Palästina aus. Viele Menschen haben Zukunftsangst und sehen keine Perspektive in ihrer Heimat.“ Kirchengemeinden ruft der Bischof wiederum zu Pilgerreisen zu den heiligen Stätten und zur Begegnung mit den christlichen Gemeinden im Land der Bibel auf. „So können diese in schwieriger Lage erfahren, dass sie nicht alleine gelassen sind.“

Treffen zum Weltjugendtag in der Jugendkirche

Am Palmsonntagnachmittag, 29. März, feiert Bischof Hofmann mit Jugendlichen das diözesane Treffen zum Weltjugendtag 2015 in Würzburg. Veranstalter ist die Kirchliche Jugendarbeit, eingeladen sind Jugendliche ab 15 Jahren. Das Motto lautet: „Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen.“ Die Veranstaltung findet in der Jugendkirche im Kilianeum-Haus der Jugend statt. Beginn ist um 14 Uhr. Um 15 Uhr beginnt das Programm mit Impulsen durch Bischof Hofmann, Musik, kreativen und sportlichen Workshops sowie Gesprächsrunden. Um 17.30 Uhr feiert der Bischof mit den Teilnehmern einen Gottesdienst. Zum Abschluss gibt es beim Abendessen Möglichkeit zur Begegnung sowie die ersten Informationen zum Weltjugendtag 2016 in Krakau.

Oasentag für Priester und Diakone

Erzbischof em. Dr. Alfons Nossol aus dem polnischen Oppeln spricht beim Oasentag für Priester, Diakone und Priesteramtskandidaten am Montag der Karwoche, 30. März, zum Thema „Der Beitrag der Christen zur deutsch-polnischen Versöhnung“. Nossol war von 1977 bis 2009 Bischof von Oppeln. Mit seinem Vortrag gedenkt er des Beginns der Aussöhnung vor 50 Jahren mit dem Briefwechsel der beiden Bischofskonferenzen. Bischof Hofmann schreibt in seiner Einladung:„Dieser Tag soll uns in den vielfältigen Belastungen und Herausforderungen einen Freiraum ermöglichen und Zeit geben zum Atemholen, zum Beten, zur gegenseitigen mitbrüderlichen Ermutigung. Bei all den vielen Aufgaben, die es zu bewältigen gibt, gerät allzu leicht aus dem Blick, wovon wir persönlich und unsere Dienste leben.“

Vortrag von Bischof em. Nossol

Der geistliche Tag der Begegnung beginnt um 14 Uhr mit dem Vortrag von Bischof em. Nossol in der Seminarkirche Sankt Michael. Dem Vortrag schließt sich eine eucharistische Andacht mit stiller Anbetung an. Ab 15.30 Uhr besteht Beichtgelegenheit im Dom sowie in der Franziskanerkirche und der Seminarkirche Sankt Michael. Um 17.30 Uhr feiert Bischof Hofmann zusammen mit Dompropst Weihbischof Ulrich Boom, dem stellvertretenden Generalvikar Monsignore Dietrich Seidel sowie zehn Dekanen als Vertretern des Diözesanklerus die „Missa chrismatis“, die Weihe der heiligen Öle, im Dom. Zwölf Diakone bringen dabei die Öle zur Weihe. Vertreter der Dekanate erhalten anschließend im südlichen Querhaus die Öle, die in den Kartagen in die Gemeinden der Diözese gebracht werden. Zur Chrisammesse im Dom sind alle Gläubigen eingeladen. Eine Choralschola singt die Choralmesse „De angelis“.

Drei heilige Öle

In der „Missa chrismatis“ weiht Bischof Hofmann die drei heiligen Öle: Grundstoff ist Olivenöl, das mit wohlriechenden Duftstoffen versehen wird. Mit dem Chrisamöl werden Neugetaufte und Firmlinge gesalbt, ebenso wird es bei der Priester- sowie der Altarweihe verwendet. Mit dem Katechumenenöl werden die Taufbewerber, mit dem Öl für die Krankensalbung Kranke und Sterbende gesalbt. Die Salbung ist ein symbolischer Hinweis auf die Kraft und Gnade, die der Gesalbte empfängt. Im Alten Testament gilt sie als Zeichen der Anerkennung durch Gott und Auszeichnung vor den Menschen. Im Neuen Testament wird die Salbung mit Öl zur Gesundung der Kranken beschrieben.

Gründonnerstag mit Fußwaschung

Mit der Messe vom Letzten Abendmahl am Abend des Gründonnerstags, 2. April, beginnen die „Drei österlichen Tage vom Leiden und Sterben, von der Grabesruhe und der Auferstehung des Herrn“. Bischof Hofmann feiert um 19.30 Uhr zusammen mit Weihbischof Boom sowie Mitgliedern des Domkapitels das Pontifikalamt mit Fußwaschung im Kiliansdom. Der Domchor unter Leitung von Domkapellmeister Schmid singt Werke von Michael Haller, Maurice Duruflé, Pablo Casals und André Gouzes. In Erinnerung an die Fußwaschung im Abendmahlssaal wäscht Bischof Hofmann heuer unter anderem vier Asylbewerbern die Füße. Bis 24 Uhr ist die Anbetung des Allerheiligsten in der Schönbornkapelle möglich. Bereits am Morgen des Gründonnerstags wird um 8 Uhr im Dom eine Trauermette gefeiert.

Erinnerung an Passahmal Jesu mit seinen Jüngern

Am Gründonnerstag erinnern sich die Christen an das Passahmahl Jesu mit seinen Jüngern. In der Nacht vor seinem Tod feierte Jesus mit seinen engsten Vertrauten dieses Abschiedsmahl. Die Fußwaschung, die Jesus an seinen Jüngern vollzog, die Einsetzung des Abendmahls, das Gebet Jesu am Ölberg und schließlich die Auslieferung Jesu an seine Verfolger sind Hauptmotive der Feier am Gründonnerstagabend. In der katholischen Kirche wird am Ende der Messe das Allerheiligste an einen anderen Ort getragen und der Altar leer geräumt. Der Tabernakel bleibt offen und leer, der Altar schmucklos. Orgel, Altarschellen und Kirchenglocken schweigen nach dem Gloriagesang, bis sie in der Osternacht wieder erklingen.

Karfreitag

Am Vormittag des Karfreitags, 3. April, findet im Dom um 8 Uhr eine Trauermette statt. Im Neumünster  gestaltet die Kreuzbruderschaft Würzburg um 9.30 Uhr die Kreuzwegandacht mit. Beim Kreuzweg wird in 14 Stationen der Leidensweg Jesu von der Verurteilung bis zu seiner Grablegung nachvollzogen. Zur traditionellen Karfreitagsprozession werden in Lohr am Main um 10.30 Uhr wieder tausende Menschen erwartet. Die Karfreitagsliturgie vom Leiden und Sterben Christi feiert Bischof Hofmann am Karfreitag im Kiliansdom zur Todesstunde Jesu um 15 Uhr. Der Gottesdienst sieht neben Lesungen, der Leidensgeschichte und den Großen Fürbitten eine Kreuzverehrung und eine Kommunionfeier vor. Die Domsingknaben präsentieren die Johannespassion von Alois M. Müller, „Eli, Eli!“ von Georgius Bardos, „Popule meus“ von Tomás Luis de Victoria sowie „Ave verum corpus“ von William Byrd. Am Karfreitag wird des Kreuzestodes Jesu gedacht. Er ist gebotener Fast- und Abstinenztag sowie „stiller Tag“. An diesem Tag wie auch am Karsamstag findet keine Eucharistiefeier statt.

Ostern

Die Osternacht ist der Höhepunkt der Feier der drei österlichen Tage und des gesamten Kirchenjahrs. Bischof Hofmann feiert sie am Samstag, 4. April, um 21.30 Uhr im Kiliansdom. Den musikalischen Rahmen gestaltet der Konzertchor der Mädchenkantorei unter der Leitung von Domkantor Alexander Rüth mit Werken von Franz Liszt, Felix Mendelssohn Bartholdy und Josef Gabriel Rheinberger. Nach der Feuerweihe und dem Entzünden der Osterkerze am Feuer ziehen Bischof Hofmann, Weihbischof Boom und die Mitglieder des Domkapitels mit der brennenden Osterkerze in den dunklen Dom. Die Kerzen der Gottesdienstteilnehmer werden dann an der Osterkerze entzündet. Danach singt der Diakon das sogenannte Exsultet, das Lob auf die Osterkerze. Bei den Lesungen wird an die Heilstaten Gottes seit Erschaffung der Welt erinnert. Im Zentrum der alttestamentlichen Texte steht der Durchzug durch das Rote Meer. Beim Gloria erklingen wieder die Glocken, und Orgelmusik setzt ein. Die neutestamentliche Lesung aus dem Römerbrief weist auf das neue Leben der Getauften durch die Auferstehung Christi hin. Im Evangelium mit Halleluja-Ruf wird die Botschaft vom leeren Grab verkündet – in diesem Jahr, wie sie der Evangelist Markus berichtet. Tauf- und Eucharistiefeier sind weitere Teile dieser Nachtfeier, der „Mutter aller Vigilien“.

Krönungsmesse

Mit der Missa in C, KV 317 (Krönungsmesse) von Wolfgang Amadeus Mozart und dem „Halleluja“ von Händel begleiten der Domchor, Solisten und Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Würzburg unter Leitung von Domkapellmeister Schmid das Pontifikalamt mit Bischof Hofmann am Ostersonntag, 5. April, um 10 Uhr im Dom. Zur Pontifikalvesper mit Bischof Hofmann um 17 Uhr singt eine Kantorenschola Gregorianische Choräle. Beim Gottesdienst am Ostermontag, 6. April, um 10 Uhr präsentiert die Frauenschola „Vox anima“ die Choralmesse „Lux et origo“.

Hochfest der Auferstehung Jesu Christi

An Ostern feiern die Christen das Hochfest der Auferstehung Jesu Christi. Es ist das höchste Fest der Christenheit. Seine Wurzeln liegen im jüdischen Passah-(Pessach)-Fest. Ostern wird am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. In der frühchristlichen Zeit war die Osternacht die große Taufnacht der Kirche. In der katholischen Kirche segnet der Priester in der Osternacht das Taufwasser für das Jahr. Die Gläubigen nehmen das Wasser mit nach Hause, es soll sie und ihre Häuser vor Unheil schützen. Weiter werden vielerorts Speisen wie Ostergebäcke, Schinken und Eier gesegnet. Mit dem Osterfest beginnt die 50-tägige Osterzeit, die am Pfingstfest endet.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Ordinariat Würzburg. 

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