Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

261.000 € für die Aids-Beratung

Regierung von Unterfranken förderte die Beratung

Die Regierung von Unterfranken hat im Jahr 2014 zur Förderung der 
Psychosozialen Beratungsstelle für HIV-Betroffene und Aids-Erkrankte in Unterfranken 
(Träger: Caritasverband für die Diözese Würzburg e. V.) Ausgabemittel in Höhe von insgesamt 261.043 € bewilligt.

Gegenstand und Zweck der Förderung

Als im Jahr 1981 die ersten Fälle einer bis dahin unbekannten, tödlich verlaufenden Infektionskrankheit „Aids“ bekannt wurden, führte dies bei den Betroffenen und der Bevölkerung zu großen Ängsten und Verunsicherung. Die Medizin war zunächst weitgehend hilflos. Das Wissen über Entstehung, Übertragung, den Verlauf der Krankheit und Behandlungsmöglichkeiten war äußerst gering.

1987 wurde auf Initiative der Bayer. Staatsregierung die Einrichtung eines flächendeckenden Netzes von „Psychosozialen Aids-Beratungsstellen“ beschlossen. Diese Stellen kümmern sich seitdem um die Aufklärung und Beratung der Bevölkerung und um die Betreuung der Betroffenen.

Bisher kein Heilmittel

Heute ist die Krankheit zwar behandelbar, aber immer noch nicht heilbar. Mit HIV zu leben bedeutet für die Betroffenen nicht mehr in jedem Fall Krankheit und baldigen Tod. Dennoch ist die HIV-Infektion für die Betroffenen immer mit einer Vielzahl von Belastungen und Einschränkungen im körperlichen, psychischen und sozialen Bereich verbunden.

825 infizierte in Unterfranken

Weltweit leben nach neueren Schätzungen mehr als 36 Millionen Menschen mit dem Virus. In Deutschland leben derzeit ca. 82.000 Menschen mit einer HIV-Infektion. In Unterfranken leben mit ca. 825 HIV-Infizierten mehr Menschen mit HIV als je zuvor. Die Zahl der Menschen mit HIV steigt auch deshalb, weil die Zahl der Neu-Infektionen deutlich höher liegt als die der Todesfälle. Aufgrund der ländlichen Struktur Unterfrankens leben hier deutlich weniger Infizierte als in den städtischen Regionen. Nach vorsichtigen Schätzungen des Robert-Koch-Instituts haben sich 2014, wie auch in den Jahren zuvor, ca. 30 Personen in Unterfranken neu mit dem HI-Virus infiziert. Betroffen sind insbesondere homosexuelle Männer.

Beratung seit über 25 Jahren

Die Aids-Beratung Unterfranken des Caritasverbandes für die Diözese Würzburg e. V., 
Röntgenring 3, 97070 Würzburg, besteht seit mehr als 25 Jahren. Sie ist, staatlicherseits konzipiert als zentrale Anlaufstelle für sämtliche HIV-Probleme, eine mit Fachstellenkompetenz ausgestattete Einrichtung und für den Regierungsbezirk Unterfranken von großer Bedeutung. Die Aids-Beratung Unterfranken hat die Aufgabe, Menschen mit Risikoverhalten, Infizierte, Aids-Kranke und deren Umfeld umfassend zu beraten und zu begleiten. Darüber hinaus bietet die Beratungsstelle ein breit gefächertes Aufklärungsangebot an.

Projekte zur Aufklärung

Seit dem Jahr 2000 läuft ein Projekt: „Aids-Aufklärung der unterfränkischen Jugend“, das ebenfalls von der Regierung von Unterfranken mit jährlich 20.000 Euro mitfinanziert wird. Im Rahmen dieses Projektes wurden im Jahr 2014 281 Schulklassen aufgesucht mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen grundlegendes Wissen über die Infektionskrankheit Aids, Übertragungswege, Infektionsrisiken und Schutzmöglichkeiten, Prävention und Solidarität mit Infizierten, Respekt für die Vielfalt von Lebensstilen, Abbau von Diskriminierung und Stigmatisierung zu vermitteln sowie über die weltweit immer stärkere Verbreitung dieser Infektionskrankheit zu informieren. Einbezogen werden dabei auch Lehrerkollegium, Schulleitung sowie Elternbeirat.

Zusätzlich wurden weitere 15 Aufklärungsveranstaltungen mit Jugendlichen (bei Arbeitslosen, straffällig gewordenen Jugendlichen und in der betrieblichen Ausbildung) durchgeführt.

Ein Leben in Angst

Menschen mit HIV-Infektion bzw. Aids-Kranke tun sich auch heute noch schwer, mit ihrer Infektion bzw. Erkrankung in unserer Gesellschaft zu leben. Die Fortschritte bei der Therapie lassen mehr und mehr hoffen, mit HIV als chronischer Krankheit lange leben zu können. Aber die Behandlung ist langwierig, mit Risiken behaftet und die tägliche und jahrzehntelange Einnahme von Medikamenten belastet den Einzelnen außerordentlich. Entscheidend kommt hinzu, dass das Stigmapotenzial der Infektion noch sehr hoch ist, so dass Infizierte ihre Identität als Virusträger weithin verbergen.

Wichtige Stütze

Für Betroffene und ihr Umfeld treten ganz erhebliche Fragen auf; diese will die Aids-Beratungsstelle sorgsam besprechen, kompetenten Rat und wirkungsvolle Begleitung geben. Ziel der Begleitung ist immer, die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten bzw. zu steigern und die Komplexität des Lebens mit HIV zu reduzieren. Es gibt für jeden infizierten Menschen einen Weg, doch der muss jeweils erst gefunden werden. Im Laufe des Jahres 2014 haben sich 34 neue Klienten erstmals an die Aids-Beratungsstelle für Unterfranken gewandt. In den letzten fünf Jahren schwankten die Zahlen zwischen 18 und 34 neuen Anmeldungen.

Umfangreiche Beratung

Die Aids-Beratung Unterfranken des Caritasverbandes für die Diözese Würzburg e. V. führte im Jahr 2014 ca. 200 Risiko- und Testberatungen durch. Circa 250 Menschen mit HIV-Infektion aus Unterfranken werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut. Die Beratung und die Betreuung erfolgen sowohl telefonisch als auch durch Kontaktaufnahme in der Beratungsstelle, in Kliniken (Ambulanz oder bei stationärem Aufenthalt), durch Hausbesuche, in den Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber und in der Justizvollzugsanstalt.

Über 1.400 Kontakte zu Hilfesuchenden

In der Aids-Beratung Unterfranken sind der Leiter und drei hauptamtliche Beraterinnen und Berater beschäftigt, die durch weitere Mitarbeiter sowohl in der Begleitung von HIV-infizierten Menschen und Aids-Kranken als auch in der Präventionsarbeit unterstützt werden. Jährlich kommen ca. 1.400 Kontakte mit Hilfesuchenden zustande.

Wohnprojekt

In der Wohngruppe der Aids-Beratung Unterfranken des Caritasverbandes für die Diözese Würzburg e. V. können bis zu sieben HIV-infizierte Menschen und Aids-Kranke, die wegen ihrer Infektion besondere Unterstützung brauchen, Aufnahme finden. In dieser Wohngruppe sind fünf hauptamtliche Mitarbeiterinnen mit insgesamt zwei Vollzeitstellen beschäftigt. Ziel dieses Wohnprojektes ist es, Menschen, die z. B. unter sozialer Isolation leiden, keine familiären Bindungen mehr haben oder schon lange am Rande unserer Gesellschaft leben, Anbindung und Beziehung und ein Leben in Gemeinschaft und Würde zu ermöglichen.

Förderrichtlinien und Förderhöhe

Maßgebend für die staatliche Förderung ist die vom vormaligen Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit am 09.12.2011 erstellte Richtlinie zur Förderung von Psychosozialen Aids-Beratungsstellen und der Prävention der Immunschwächekrankheit Aids. Der Freistaat Bayern gewährt im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel auf der Grundlage des vom Bayerischen Landtag beschlossenen Staatshaushalts Zuwendungen zu den laufenden Personalkosten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Aids-Beratungsstelle als Festbetragsfinanzierung (Förderpauschale) sowie für Einzelprojekte als Fehlbedarfsfinanzierung im Rahmen einer Projektförderung.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Regierung von Unterfranken.

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