Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Abschlussbilanz der Polizei zum Versammlungsgeschehen

WÜRZBURG. Im Zuge des heute stattfindenden Versammlungsgeschehens hatte die angemeldete Demonstration unter dem Titel „Trauer- und Gedenkmarsch – Gegen das Vergessen“ nur sehr geringen Zulauf zu verzeichnen. Die zahlreichen Gegendemonstranten hatten an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet Aktionen durchgeführt, um ihren gegensätzlichen Standpunkt zum Ausdruck zu bringen.

Die einzige angezeigte Versammlung des heutigen Tages wurde in der Spitze von lediglich 21 Teilnehmern besucht. Nach einer Auftaktkundgebung am Kaiserplatz setzte sich der kleine Demonstrationszug gegen 16:50 Uhr in Bewegung. Auf Grund der frühzeitigen Absperrung der Aufzugsstrecke kam es im Verlauf zu keinem unmittelbaren Aufeinandertreffen zwischen Versammlungsteilnehmern und -gegnern.

An allen Kreuzungen und Einmündungen fanden sich jedoch zahlreiche Gegendemonstranten an den aufgestellten Sperrgittern ein und verdeutlichten ihren Unmut mit Rufen und Sprechchören. Insgesamt dürfte es sich bei den Versammlungsgegnern um bis zu 300 Personen gehandelt haben. Nach einer Abschlusskundgebung, die wiederum am Kaiserplatz stattfand und ebenfalls von Gegendemonstranten gesäumt war, wurde die Versammlung gegen 17:45 Uhr beendet.

 

Zuvor hatte einer der 21 Versammlungsteilnehmer im Bereich des Haugerkirchplatzes seine Notdurft im Freien verrichtet und war dabei von Polizeikräften angetroffen worden. Der Mann hat jetzt eine Ordnungswidrigkeitenanzeige wegen eines Verstoßes gegen die Stadtsatzung zu erwarten.

Transparent an der Festung

Im Vorfeld der Demonstration waren bereits gegen 14:30 Uhr an der Würzburger Festung insgesamt sechs Personen festgestellt worden, die dort ein Transparent gegen Ausländerfeindlichkeit aufgehängt hatten. Vier der Personen hatten sich dazu von einer Mauer abgeseilt. Da weder durch das ca. 3 x 19 Meter große Plakat an sich noch durch das Abseilen Straftatbestände erfüllt wurden, konnte nach einer Feststellung der Personalien auf weitere polizeiliche Maßnahmen vor Ort zunächst verzichtet werden.

 

Im Zuge der Anreise von Versammlungsteilnehmern ab 15:00 Uhr mehrere kleinere Gruppen von Gegendemonstranten zusammengefunden, um sich geschlossen an verschiedenen Örtlichkeiten rund um den bzw. im Hauptbahnhof niederzulassen. So gab es kleinere Ansammlungen von Personen am Ausgang des Posttunnels sowie an der Treppe zu einem Bahnsteig, die den Reiseverkehr jedoch nicht nachhaltig beeinträchtigten.

Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs

Auch im Personentunnel zu den Bahnsteigen hatten sich mehrere der Versammlungsgegner getroffen. Da diese Gruppe den regen Fußgängerverkehr von Reisenden behinderte, wurden durch die Bundespolizei in elf Fällen Platzverweise ausgesprochen. Neun der elf Personen kamen dem Platzverweis nicht nach und mussten nach mehrfacher vergeblicher Aufforderung von Bundespolizisten mittels Schieben und Drücken aus dem Bahnhof gebracht werden. Die Betroffenen haben jetzt laut Bundespolizei auf Grund ihres Verhaltens außerdem eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs zu erwarten.

Auf dem Röntgenring unmittelbar vor dem Bahnhof hatten sich kurz vor Versammlungsbeginn gegen 16:00 Uhr rund 60 Gegendemonstranten zu einer Sitzblockade formiert. Unter anderem daraus resultierten Verkehrsbehinderungen, die zur außerplanmäßigen Sperrung des Röntgenrings führten. Die Umleitung erfolgte über die Bismarckstraße. Neben der vorübergehenden Beeinträchtigung des Straßenverkehrs wurden einzelne Straßenbahnen für wenige Minuten an der Weiterfahrt gehindert. Unterstützt durch den Einsatz polizeilicher Kommunikationsteams löste sich die Sitzblockade nach kurzer Zeit wieder auf, ohne dass weitergehende polizeiliche Maßnahmen ergriffen werden mussten.

 

Während des Aufzugs versuchten mehrere Personen, teils durch Gebäude hindurch, auf die abgesperrte Strecke zu gelangen. Nur wenige Gegendemonstranten schafften es, die Sperrgitter zu passieren und mussten von Polizeikräften wieder hinter die Absperrung gebracht werden. Dies gelang in den meisten Fällen durch die eingesetzten Kommunikationsteams, einige wenige Personen mussten durch die Anwendung von unmittelbarem Zwang, in diesem Fall Festhalten, Schieben und Drücken, durch die Einsatzkräfte aus dem gesperrten Bereich begleitet werden.

Festnahmen am Bahnhofsplatz

Leider mussten nach Ende der Versammlung, gegen 18:45 Uhr, doch noch zwei Personen aus dem Lager der Gegendemonstranten festgenommen werden. Die beiden jungen Männer hatten nahe eines Imbissstands auf dem Bahnhofsplatz die dort eingesetzten Polizeibeamten beleidigt, einer der Tatverdächtigen führte einen Tritt gegen das Schienbein eines Beamten aus. Der Polizist wurde hierbei leicht verletzt, blieb jedoch dienstfähig. Die beiden Männer mussten zur Dienststelle mitkommen und sehen nun einem Strafverfahren wegen Körperverletzung und Beleidigung entgegen.

Abgesehen von diesem unerfreulichen, abschließenden Ereignis verliefen die Versammlung wie auch die Aktivitäten der Gegendemonstranten aus polizeilicher Sicht in der Gesamtschau friedlich. Die Unterfränkische Polizei bedankt sich daher bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die dies durch ihren gewaltfreien Protest ermöglicht haben.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Unterfranken.

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