Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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33-Jähriger Deutschrusse fällt in der Ukraine

Vital Pastuchov starb in Debalzewe

12. Februar 2015, im Kessel von Debalzewe, im Osten der Ukraine: Während in Minsk die Verhandlungen über einen Waffenstillstand geführt werden, tobt ein erbitterter Kampf um die strategisch wichtige Stadt. Vitali Pastuchov aus Schweinfurt kämpfte laut Angaben von DIE WELT zu diesem Zeitpunkt an vorderster Front. Er lag in einem Schützengraben, als ein Splitter einer Mörsergranate den Kopf des 33-Jährigen durchschlug.

Mehr als 100 Deutsche kämpfen für die Separatisten

Das Waffenstillstandsabkommen wurde noch am gelbsten Tag unterschrieben. Sicherheitskräfte gehen nach Angaben von DIE WELT davon aus, dass mehr als 100 Deutsche für die Separatisten gegen die Ukraine kämpfen. Die Bundesregierung ist sich unsicher, wie sie mit deutschen Kämpfern in der Ostukraine umgehen soll und hat bisher kein einziges Strafverfahren gegen deutsche Kämpfer in der Ukraine eröffnet. Auch der Verfassungsschutz hat keinen Beobachtungsauftrag.

„Er war ein toller Kerl“

Darüber, warum ein deutscher Staatsbürger wie Pastuchov auf eigene Faust in einen 2500 Kilometer entfernten Krieg von seinem zuhause zieht, lässt sich nur mutmaßen. Der 33-Jährige Deutschrusse zog im Spätsommer 2014 in den Kampf. Sein ehemaliger Nachbar in Schweinfurt erzählt über den deutschrussischen Kämpfer, dass er ein sehr ruhiger, angenehmer Nachbar gewesen sei. „Er hat nie irgendwelche zwielichtige Freunde mitgebracht. Er war einfach ein toller Kerl“.

Haftstrafe wegen Totschlags

Als Jugendlicher wurde Pastuchov wegen Totschlags zu sieben Jahren Haft verurteilt. Damals hatte er Schwierigkeiten sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren. Nach seiner Haftstraße übte er verschiedene Jobs aus, mal als Schweißer, mal als Türsteher. Trotz Arbeit und Praktika fehlt im das nötige Geld zum leben, woraufhin er Schulden machte, die er nicht zurückzahlen kann. Als er vor Gericht Auskunft über sein Vermögen machen soll, erscheint er nicht und zieht stattdessen in den Krieg gegen die Ukraine. Nach Angaben von DIE WELT, glaubte er, dass die russische Regierung dort von Faschisten drangsaliert werde.

Beerdigung in Moskau

Pastuchov wurde am 25. Februar auf einem Friedhof in Moskau beerdigt. Die Rebellen, für die er sein Leben lies, zahlten allerdings nicht für seine Beerdigung. Seine Freunde in Deutschland sammelten dafür Spenden.

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