Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Reizthema: Legalisierung von Cannabis

Die Grünen wollen Cannabis legalisieren

Grünen-Chef Özdemir posierte in seinem Video für die „Ice Bucket Challenge“ neben einer Hanfpflanze – deren Besitz war illegal. Laut Özdemir sei das natürlich kein Versehen, sondern eine politische Botschaft gewesen. Seine Partei hat nun erstmals einen Gesetzentwurf zur Freigabe von Cannabis in Deutschland vorgelegt. Der Süddeutschen Zeitung zufolge soll darin der Handel mit Cannabis und der Besitz von bis zu 30 Gramm legal sein – allerdings unter einer strengen Kontrolle.

Drei Hanfpflanzen im eigenen Heim seien laut des Gesetzesentwurfes, den die Grünen in Berlin vorgestellt haben, legal. Besonders wichtig sei der Partei der Jugendschutz, wonach Hanf erst ab 18 Jahren erworben werden darf. Wie bei Alkohol und Tabak auch soll jeder Bürger über 18 selbst entscheiden dürfen, ob er Cannabis besitzen und konsumieren will.

Keine „Coffeeshops“ neben Schulen

In speziellen Geschäften, so sieht es der Gesetzesentwurf vor, soll die Droge legal verkauft und erworben werden können – unter laufender Überprüfung der Behörden und mit einer eingeholten Genehmigung. Wer schon einmal straffällig wurde, hätte daher schlechte Karten ein gesetzestreuer Dealer zu werden. Das Betreiben von Coffeeshops, in denen die Droge erworben werden kann, soll in unmittelbarer Nähe von Kindergärten, Schulen oder sonstigen Bildungs- und Jugendeinrichtungen nicht gestattet sein.

Kritiker halten dagegen

Ob die Gesundheitsgefahren von Cannabis nicht wesentlich höher, als die von Nikotin oder Alkohol seien, stellen Kritiker laut der Süddeutschen Zeitung in Frage. Viele befürchten zudem, dass mit der Legalisierung der Droge immer mehr Jugendliche zum Joint greifen würden. Eine weitere Bedrohung sehen Gegner der Legalisierung auch in Hanftouristen und Dealern, die die grüne Droge nach Deutschland locken würde. Wie sich die Meinungen über die Legalisierung spalten, erfahrt ihr auch in unserem Beitrag “Leben und leben lassen” – Diskussion über Freigabe von Cannabis.

Entlastung der Behörden

Die Grünen wollen gerade deshalb die Droge legalisieren, um den illegalen Handel auf dem Schwarzmarkt besser kontrollieren und besteuern zu können. Zum einen würden dadurch die Strafbehörden entlastet werden und zum anderen könne man die Steuern und das Geld gezielt in Präventions- und Aufklärungsprojekte stecken. Das Geld, das der Staat mit der Entlastung der Strafbehörden sparen würde, schätzt die Partei auf rund 1, 8 Milliarden.

Facebook-Gruppe: Cannabis Social Club Würzburg

Für die Legalisierung von Cannabis machen sich, wie bereits berichtet, auch die Würzburger Facebook-Seite „Cannabis Social Club Würzburg“ sowie 122 Professoren für  die Reformierung des Drogenstrafrechts stark. Seit der Gründung am 30.März hat die Facebook-Gruppe einen starken Anstieg von bis dato 2339 “Likes” bekommen. Derartige Gruppierungen gibt es nicht nur für Würzburg, auch für andere Städte, wie Nürnberg, Berlin, etc. existieren solche Facebook-Auftritte.

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