Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

In Sorge um die Würzburger Babies

Besorgte Mutter sucht Unterstützung

Wird der Würzburger Nachwuchs gut versorgt? Diese Frage stellt sich derzeit eine Würzburger Mutter zweier Töchter, die 2011 in der Universitäts-Frauenklinik und 2013 in der Missionsärztlichen Klinik zur Welt kamen. Sie sorgt sich um eine ausreichende Versorgung und Betreuung schwangerer Patientinnen und deren Neugeborenen in den beiden Würzburger Krankenhäusern. Aus diesem Grund startete sie eine private Initiative und bittet um Unterstützung eines Landtagsabgeordneten ihres Wahlkreises. CSU-Landtagsabgeordneter  Oliver Jörg reagierte.

Aus Telefonaten mit angestellten Hebammen der beiden Kreißsäle, sowie persönlichen Gesprächen mit anderen Müttern, berichtete sie „von langem Alleinlassen unter der Geburt, dem regelmäßigen Umfunktionieren der Wehenzimmer zu Kreißsälen, weil alle belegt sind oder z.B. nachts kein Putzdienst zur Verfügung steht, von langem Warten auf vereinbarte Medikationen und auch auf die ärztliche Versorgung von Geburtsverletzungen nach der Geburt“.

Überlastete Pflegekräfte?

Die Wochenbettzimmer seien zudem häufig überbelegt, so die Würzburgerin, was überlastete Pflegekräfte mit wenig Zeit für die Anleitung von Erstmüttern, wenig Ruhe für die Wöchnerinnen und Babys und eine schwierige Hygiene aufgrund weniger Nasszellen in Kombination mit dem Wochenfluss zur Folge habe.

„Diese Informationen machen mich sehr besorgt und ich wünsche mir eine ausreichende Ausstattung beider Krankenhäuser mit Personal, Technik, Kreißsälen und Wochenbettzimmern“, so richtet sich die Mutter an Oliver Jörg, Landtagsabgeordneten der CSU mit der Bitte „die Kapazität der klinischen und ambulanten geburtshilflichen Versorgung in der Region Würzburg zu überprüfen und den Land- und Bundestag dringend darum zu ersuchen, den bestehenden Engpass an Pflegepersonal, Entbindungs- und Wochenbetträumen schnellstmöglich aufzulösen“.

Landtagsabgeordneter Oliver Jörg reagiert

Jörg reagiert auf die Besorgnis und den Vorwurf der Mutter wie folgt: „Tatsächlich hat die Zahl der Entbindungen an der Universitäts-Frauenklinik und dem Missionsärztlichen Institut aufgrund der Schließungen anderer Einrichtungen im Umkreis in den letzten Jahren zugenommen. Parallel zu dieser Zunahme wurde jedoch unter anderem die Personalausstattung gesteigert.“ So seien laut dem Landtagsabgeordneten auch im Doppelhaushalt 2015/2016 der Landeszuführungsbetrag an das Universitätsklinikum Würzburg erheblich erhöht worden. Hierfür habe er sich persönlich federführend eingesetzt.

Auf den Vorwurf der Mutter, dass viele Geburtshilfe-Abteilungen im Umkreis um Würzburg schließen würden und die Missionsärztliche Klinik und die Universitäts-Frauenklinik in Würzburg daher seit Jahren immer mehr Schwangere zur Entbindung aufnehmen würden, reagiert Jörg ebenfalls: „In den letzten fünf Jahren wurde in der Region Würzburg lediglich eine geburtshilfliche Einrichtung an einem Krankenhaus geschlossen.“ Es handele sich dabei um Geburtshilfe beim Gesundheitsportal Karlstadt, die Ende 2011 ihren Betrieb eingestellt hat.

„Von einer Überbelegung kann nicht die Rede sein“

Bei den beiden Plankrankenhäusern Missionsärztliche Klinik Würzburg und Klinik Kitzinger Land stünde es den Krankenhausträgern im Übrigen frei, bei einem erhöhten Bettenbedarf für die Fachrichtung Gynäkologie und Geburtshilfe, dieser Fachrichtung zusätzliche Betten aus anderen Fachrichtungen zuzuordnen und zur Verfügung zu stellen, so Jörg. Die Gesamtauslastung der Kliniken ließe dies ohne Weiteres als möglich erscheinen. Von Versorgungsengpässen könne bei einem Auslastungswert von 74,3 % in den vergangenen Jahren – ab 85 % wird von Vollbelastung gesprochen –  nicht ausgegangen werden. Jörg: „Dies entspricht einer Vollauslastung, von einer Überbelegung kann jedoch nicht die Rede sein.“

Interdisziplinärer Diskussionsabend

Um Jörgs Standpunkt als Landtagsabgeordneter und Lösungsvorschläge aller Beteiligten einzuholen, lädt die Mutter zu einem interdisziplinären Diskussionsabend „Engpass Geburtshilfe in Würzburg“ am 5. März 2015 um 19.30 Uhr in der Aula der Franz-Oberthür-Schule, Zwerchgraben 2 in 97074 Würzburg ein. Zu dem Abend kommen Klinikpersonal, freiberufliche Hebammen und Eltern jenseits des Ausnahmezustands Geburt zusammen, um gemeinsam mit Politikern, Presse und Interessierten die Problematik von allen Seiten zu beleuchten und konkrete Schritte zu planen.

Jörg zu der Einladung: „Leider wird es mit aufgrund bereits langfristig vorab geplanter, anderweitiger Termine nicht möglich sein, an den von Ihnen organisierten Diskussionsabend teilzunehmen.“ Zudem weist er daraufhin, dass von einem „Ausnahmezustand“ in den beiden genannten Kliniken angesichts seiner aufgeführten Punkte nicht die Rede sein könne.

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