Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

1. Bürgerinformation zum Radverkehrskonzept

Neue Puzzle-Teilchen für den weiteren Weg

Das neue Radverkehrskonzept für Würzburg ist Chefsache, betonte Oberbürgermeister Christian Schuchardt bei der ersten Bürgerinformationsveranstaltung hierzu im Matthias-Ehrenfried-Haus: „Von Anfang an war ich bei den Sitzungen des Radverkehrsbeirates dabei – lange bevor ich Oberbürgermeister wurde, auch wenn dies nicht direkt in mein Ressort fiel.“ Der Radverkehrsbeirat wurde nach den vergangenen Kommunalwahlen gehörig reformiert und erweitert. 41 engagierte Bürger bringen sich aktuell mit ihrem Sachverstand ein. Vier themenspezifische Arbeitsgruppen machen die Runde dynamisch und handlungsfähig. Viele Vertreter dieses Beratungsgremiums des Stadtrats wie auch Stadträte selbst gehörten nun auch zu den rund 100 Teilnehmern die sich aus erster Hand über den aktuellen Zwischenstand informierten.

Viel Zeit für Fragen und Ergänzungen

„Diese Auftaktveranstaltung steht nicht ganz am Anfang“, erklärte die Moderatorin des Abend Stefanie Heng-Ruschek, in zwei Workshops hat der Radverkehrsbeirat bereits den Status quo und die Herausforderungen für die nächsten Jahre erarbeitet. Eine kompakte Präsentation von Dr. Katja Engelen vom externen Büro für Stadt- und Verkehrsplanung in Aachen brachte alle auf einen aktuellen Stand. Im direkten Anschluss hatten die Teilnehmer Gelegenheit in dieser frühen Projektphase noch lenkend einzugreifen. Für Fragen, Ergänzungen und Anregungen nahm man sich viel Zeit.

Radwegenetz gilt auszubauen

Die Komplexität der Materie ist dabei allen Beteiligten bewusst. Es gilt das Radwegenetz auszubauen. Die Hauptachse I von der Sanderau bis zum Hubland wird bis zum Sommer fertig sein. In der Zellerau wird ebenfalls aktuell gearbeitet. Des Weiteren sind Einbahnstraßen auf dem Prüfstand. Wo kann Fahrradverkehr in Gegenrichtung zugelassen werden? Diese Frage wird derzeit für 19 Straßen überprüft. Unfallschwerpunkte der letzten dreieinhalb Jahre werden ebenfalls genau unter die Lupe genommen. Und auch Empfehlungen für Abstellanlagen im gesamten Stadtgebiet sind in Arbeit.

Jährlich 500.000 € zum Wohle der Radfahrer

Aus Sicht der Stadt Würzburg kommentierte Stadtentwickler Heribert Düthmann den enormen und in der Regel äußerst sachlichen Input bei der Abendveranstaltung. Hierbei verwies er auf die rund 500.000 € die derzeit jährlich zum Wohle der Radfahrer „verbaut“ werden können. Eine enorme Mittelstärkung gegenüber früheren Jahren. Gleichwohl ginge es an vielen Stellen nur langsam voran und man könne auch nicht bei jedem Wunsch seriöser Weise eine Verbesserung in Aussicht stellen. Auf der Alten Mainbrücke gebe es beispielsweise nicht nur die Interessen der Radfahrer zu berücksichtigen oder beim Rad-/Fußweg in der Mainaustraße werden bei Großveranstaltung auch künftig Fußgängermassen die Radler ausbremsen.

Ziel: Anteil des Fahrradverkehrs steigern

Ohne Kompromisse geht es nicht und gleichwohl gibt es das klare Ziel den Anteil des Fahrradverkehrs kontinuierlich zu steigern: von derzeit etwa 12 % will man in wenigen Jahren auf 16/17% erhöhen. Klingt vielleicht bescheiden, eine Folie der Präsentation verdeutlichte aber, dass dies im Jahr 2025 knapp 14.000 Kfz-Fahrten im Stadtgebiet am Tag entsprechen könnte, die man so durch eine umweltfreundliche und gesundheitsfördernde Technik ersetzen möchte.

Elektronische Unterstützung beim Strampeln

Oberbürgermeister Christian Schuchardt setzt hierbei auch auf den anhaltenden Erfolg von Pedelecs. Durch die elektronische Unterstützung beim Strampeln fallen die vielen Hügel, die Würzburg im Vergleich zu anderen Städten topographisch fahrradunfreundlich macht, nach seiner Einschätzung mittelfristig nicht mehr so ins Gewicht. Die Stadtverwaltung werde auch diesbezüglich mit gutem Beispiel vorangehen und setzt künftig noch stärker auf Dienstfahrzeuge mit zwei Rädern.

Bürgerinformationsveranstaltung in den Wintermonaten

Wie geht es weiter? Mit den zahlreichen Anregungen und Expertisen, die man auch auf einem großen Stadtplan einzeichnen konnte, beschäftigt sich nun wieder ein Workshop des Radverkehrsbeirats am 30. April. Im Herbst 2015 soll die Analysephase mit einem letzten Workshop abgeschlossen werden. Eine Bürgerinformationsveranstaltung in den Wintermonaten nimmt dann wieder möglichst viele mit bevor eine Neudefinition des Zielnetzes erfolgt und schließlich die Umsetzungsphase beginnt beziehungsweise noch mehr Fahrt aufnimmt. Düthmann machte deutlich, dass für viele Projekte – auch über das Stadtgebiet hinaus – der Beginn der Landesgartenschau 2018 eine wichtige zeitliche Zielvorgabe ist. Diese Chance sinnvoller Vernetzungen möchte man wo nur möglich nutzen.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Stadt Würzburg. 

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