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Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

„Schwanger in Würzburg? Bitte hier anstellen!“

Geburtenrate an Würzburgs Kliniken nimmt zu

Da viele Geburtshilfe-Abteilungen im Umkreis um Würzburg schließen, nehmen die Missionsärztliche Klinik und die Universitäts-Frauenklinik in Würzburg seit Jahren immer mehr Schwangere zur Entbindung auf, während der Personalstamm an Hebammen, Ärzten, Pflegern und Reinigungskräften sowie die Räumlichkeiten beinahe gleich bleiben. Zum Vergleich: 2010 kamen 1561 Kinder an der Uni-Frauenklinik zur Welt, 2014 waren es 1898 Kinder. In der Missio waren es 2010 1184 Kinder und 2014 1682 Kinder. Zusätzlich zum zahlenmäßigen Anstieg der Entbindungen wurden diese auch betreuungsintensiver, da es immer mehr Erstgebärende, mehr Schwangere über 35, mehr Risikoschwangere, mehr Einleitungen sowie mehr Kinder mit geringem Geburtsgewicht gibt.

Regelmäßiges Umfunktionieren der Wehenzimmer zu Kreißsälen

In Telefonaten und Umfragen mit angestellten Hebammen aus beiden Kreißsälen und persönlichen Gesprächen mit Müttern berichteten viele von langem Alleinlassen unter der Geburt, dem regelmäßigen Umfunktionieren der Wehenzimmer zu Kreißsälen, weil diese belegt sind, von langem Warten auf vereinbarte Medikationen oder auf die ärztliche Versorgung von Geburtsverletzungen sowie von der häufigen Überbelegung der Wochenbettzimmer, was überlastete Pflegekräfte mit wenig Zeit für die Anleitung von Erstmüttern, wenig Ruhe für die Wöchnerinnen und Babys und eine schwierige Hygiene aufgrund weniger Nasszellen in Kombination mit dem Wochenfluss zur Folge hat.

Mehrere Frauen pro Monat abgewiesen

Der Engpass, der in der klinischen Geburtsbetreuung beginnt, setzt sich in der Wochenbettbetreuung für die jungen Familien fort, da die Nachsorge-Hebammen aus der Region so voll sind, dass sie häufig mehrere Frauen pro Monat abweisen müssen. Einige Hebammen schränken oder stellen ihre Leistungen aufgrund der aktuellen Versicherungs- und Vergütungsbedingungen in den nächsten Jahren auch ein.

Veranstalter: Elterninitiative

Veranstalter des Abends ist eine Elterninitiative. Sie hat bereits mit dem Referat 23 für Klinikförderung in Nordbayern des Bayerischen Gesundheitsministeriums telefoniert und das Anliegen gemailt. Weiterhin wurden der Patienten- und Pflegebauftragte Hermann Imhof des Bayerischen Landtags sowie der Würzburger Bundestagsabgeordnete Paul Lehrieder und der Landtagsabgeordnete Oliver Jörg informiert und um Hilfe gebeten. Die Ansprechpartner der GKV für die Krankenhausfinanzierung der beiden Kliniken werden gerade kontaktiert.

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Alle Betroffene und Interessierte herzlich eingeladen

Kommt zum interdisziplinären Diskussionsabend „Engpass Geburtshilfe in Würzburg“ am 5.3.15 um 19:30 Uhr in der Aula der Franz-Oberthür-Schule, Zwerchgraben 2 in 97074 Würzburg.  Hier kommen Klinikpersonal, freiberufliche Hebammen und Eltern jenseits des Ausnahmezustands Geburt zusammen, um gemeinsam mit Politikern, Fachstellen und Interessierten die Problematik von allen Seiten zu beleuchten und konkrete Schritte zu planen, wie jede Seite den anderen und sich selbst helfen kann.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Eltern-Initiatorin des Abends. 

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