Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Feuchtfröhliche Feierwoche spaltet die Ansichten der Redaktion

Fasching-Fan oder Kostüm-Banause?

Die einen können nicht ohne, die anderen würden sich am liebsten sieben Tage in ihren vier Wänden verkriechen: Beim Fasching hat fast niemand eine neutrale Meinung. Nicht weniger umstritten ist dieses Thema in unserer Redaktion. Das haben wir uns zum Anlass genommen, Euch einmal zwei ganz besonders stark auseinander gehende Ansichten vorzustellen. Zu welcher Gruppe gehört Ihr – Fasching-Fan oder Kostüm-Banause?

Contra Fasching

Ich persönlich bekenne mich zu den Gegnern der feuchtfröhlichen Feierwoche. Nicht, dass ich irgendetwas gegen das Feiern hätte – ganz im Gegenteil. Aber muss man sich dafür wirklich mit aufgemalten Clownsgesichtern und leicht bekleideten Krankenschwestern umgeben? Generell ist der ganze Kostüm-Hype in meinen Augen völlig übertrieben. Bei fehlender Kreativität zahlt man für ein wirklich gutes Kostüm schon mal gerne um die 40 € – aufwärts versteht sich. Aber welcher Faschingsliebhaber schert sich schon um ein paar Scheine mehr für die perfekte Inszenierung? Immerhin lässt sich das Kostüm gleich einen ganzen Tag lang tragen!

Wie echt ist die demonstrierte Fröhlichkeit? 

Und so laufen die bunten Gestalten singend und jauchzend durch ihre vorübergehend sorgenfreie Welt und demonstrieren Fröhlichkeit. Doch wie echt kann eine Fröhlichkeit sein, die pünktlich um 11 Uhr 11 beginnen muss? Richtig, die gute Laune kommt nämlich nicht von eh und je. Was damals traditionell noch als die letzten Tage mit Speis und Trank vor den langen Wochen der Enthaltsamkeit gefeiert wurde, hat sich mit den Jahren überwiegend zum Vorwand für gemeinschaftliche Trinkorgien entwickelt.

Steigender Alkoholkonsum zeigt Schattenseiten 

Der steigende Alkoholkonsum bei Massenveranstaltungen erzeugt aber nicht nur gute Laune, sondern zeigt auch häufig die wirklichen Schattenseiten der Feierei: Nicht selten kommt es zu Schlägereien oder Unfällen alkoholisierter Partygäste. Und sind wir doch mal ehrlich – wie viele der verkleideten Narren beginnen wirklich in der „fünften Jahreszeit“ zu fasten? Die meisten Faschingsanhänger wissen wohl nicht einmal, weshalb die Welt ihnen überhaupt diese zusätzliche Feierwoche geschenkt hat.

Nur jeder Dritte bekennt sich zum Fasching

An alle anderen „Spaßverderber“ da draußen: Fühlt Euch nicht schlecht, wenn Ihr zwischen Altweiberfasching und Aschermittwoch am liebsten die Jalousien unten lassen würdet. Bundesweit bekennt sich angeblich sowieso nur jeder Dritte zur kalendarisch vorgeschriebenen Witzigkeit. Und Partys gibt’s an den anderen 51 Wochen im Jahr auch noch genügend! – IR

Pro Fasching

Karneval, Fasching oder Fastnacht. Wie es genannt wird, ist mir eigentlich egal. Ich freue mich auf die bunte Jahreszeit wegen den Liedern, Kostümen und Veranstaltungen. Vom Straßenumzug in einem Mini-Maus-Kostüm aus London oder in der Halle mit meiner besten Freundin als Two-Broke Girls. Was ich wann und wie anziehe, was sich überhaupt für welche Party eignet, überlege ich mir schon lange lange im Voraus. Der Grund ist klar: Ich liebe Fasching!

Als Gast auf Veranstaltungen

Für mich bedeutet diese Zeit aber keinen Stress oder Anstrengungen. Da ich in keinem Verein bin, ich für die Tanzgruppe zu wenig Rhythmus habe und mir für einen Büttenredner der Witz fehlt, genieße ich die Faschings-Zeit als Gast auf den Veranstaltungen. Und trotzdem freue ich mich jedes Jahr auf diese Woche. Ich verkleide mich gerne und die Faschingslieder sind in dieser Zeit (und auch schon einen Monat vorher) genau mein Musikgeschmack.

Fasching-Fan schon seit Kindesalter 

Glücklicherweise bin ich in meinem Freundeskreis nicht die Einzige, die gerne zu Helene Fischer tanzt. Und so besuche ich die einschlägigen Veranstaltungen bei mir Daheim schon seit ich ein Baby bin. Erst mit meinen Eltern und Oma beim Umzug im Kinderwagen, dann mit Freundinnen auf dem Kinderfasching und im Teenageralter auf den Partys. Natürlich respektiere ich Menschen, die Faschings-Muffel sind. Nur verstehen kann ich sie nicht. In eine andere Person schlüpfen, singen, tanzen und eine „Cola“ trinken: Perfekt. – ISR

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