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Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Strengere Promillegrenze für Radfahrer gefordert

Betrunkene Radfahrer kommen zu leicht davon

Bisher gilt in Deutschland: Radfahren unter Alkoholeinfluss ist bis zu einem Wert von 1,6 Promille erlaubt. Ausnahmen stellen lediglich die Verwicklung in einen Unfall oder das offensichtliche Schlangenlinien-Fahren dar. Diesen Richtwert halten Experten nun aber für zu großzügig und fordern strengere Promillegrenzen. Aus diesem Anlass haben für Euch eine Übersicht derzeitiger und eventuell künftiger Regeln und Strafen zusammengestellt.

Blutalkoholwert von 1,6 Promille – und nun?

Wird man beim alkoholisierten Radfahren von der Polizei angehalten, egal ob aufgrund einer auffälligen Fahrweise oder im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle, droht häufig eine satte Strafe. Nicht nur ein Busgeld von mindestens 250 Euro, sondern sogar ein Fahrverbot fürs Auto kann die Konsequenz sein. Zudem wird in den meisten Fällen eine Medizin-Psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet. Liegt der Wert unter 1,6 Promille, kann Euch das Weiterfahren nicht verboten werden. Trotzdem gilt: Bei Unfällen trifft Euch auch in diesem Fall eventuell eine Teilschuld.

Forderung nach verschärften Regeln für Radfahrer

Wieso also wollen Politiker, Versicherer etc. diese Regelung nun verändern? Die Erklärung ist ganz einfach: Der Gesetzgeber sieht für Autofahrer ab 1,1 Promille eine sogenannte absolute Fahruntüchtigkeit. Da Radfahrer genauso am öffentlichen Verkehr teilnehmen, soll die Grenze laut Experten zukünftig auch für diese Gruppe Verkehrsteilnehmer gelten. Eine sogenannte relative Fahruntüchtigkeit liegt bei Autofahrern derzeit ab 0,3 Promille vor. Auch für Radfahrer gilt diese Grenze grundsätzlich, besteht allerdings eigentlich nur in der Theorie. Im Klartext heißt das: Baut ein Radfahrer einen Unfall und hat dabei zwischen 0,3 und 1,6 Promille Alkohol im Blut, muss die Polizei ihm erst einmal nachweisen, dass der Unfall auf seinen Alkoholwert zurückzuführen ist – und das dürfte aufwendig werden.

Verbindliche „relative Fahruntüchtigkeits-Grenze“ von 1,1 Promille

Um diese Lücke zu schließen, wird bei Radfahrern nun eine verbindliche „relative Fahruntüchtigkeits-Grenze“ von 1,1 Promille gefordert, begründet dadurch, dass diese immer noch höher als die 0,3-Promillegrenze für Autofahrer ist. Dadurch soll verhindert werden, dass Betrunkene statt das Rad zukünftig gleich das Auto nehmen. Die Gefährdungslage wird beim Fahrrad nämlich nach wie vor geringer als beim Auto eingeschätzt.

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